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Benötigen Eigner eine Segellizenz
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Autor Beitrag
 
Kap. Chilly
Benötigen Eigner eine Segellizenz
Jetzt muss ich mal eine Frage an die Fachleute hier im Forum stellen, da wir in meinem Bekanntenkreis immer wieder über dieses Thema diskutieren.

Benötigt ein Eigner eines Segelbootes einen B-Schein oder FB2 oder FB3 um sein Boot im Mittelmeer bewegen zu können?

Mir ist auch bekannt, dass es möglich ist beim Aterseecap mitzufahren und nicht einmal einen A-Schein zu besitzen, nur weil man ein dementsprechend großes Boot dabei hat und dementsprechend auftritt fragt natürlich keiner nach einem Schein.

Ich kann auch sagen, dass beschriebene Personen ihre Boote bestens unter Kontrolle haben, aber die Mühe der offiziellen Prüfung, und das Lernen der vielleicht nicht immer so geläufigen Theorie haben sie sich gespart.

Dies kommt mir vor als wie wenn ich mir ein Auto kaufe und auf der Straße einfach herum fahre, wie geht den das?

Wie kann man den da überhaupt in einem Anderen Land einklarieren, oder ist das eh nicht so genau?

Hoffe auf Aufklärung
Kap. Chilly
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Kapitän Metaxa
Lieber Kap. Chilly!
Gegenfrage: Hast du ein Auto, bist du der Eigner? Darfst du damit ohne Führerschein fahren ?
Allle Schiffseigner die keine Fahrlizenz haben fahren illegal. Wenn du ein Motorboot auf der Donau fährst und du hast keine Lizenz bist du fällig und das kostet genug.
Es ist nur Gerede derjenigen, die zu faul oder unfähig waren eine Lizenz zu machen und wenn sie Glück haben werden sie lange Zeit auch nicht erwischt.
Meine letzte Kontrolle war beim Hafenkapitän von Cavtat beim Ausklarieren nach Montenegro. In Kroatien werden heuer die Kontrollen verschärft.

Nur segeln ist schöner!
Käpt. Metaxa
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HOOKIPA
@Cpt. chilli und Metaxa !

"Lauter Kapitäne, keine Matrosen."

Also so hart wie Cpt. Metaxa würd ich das nicht formulieren und allen Eigner ohne Schein eine illegale Handlung unterstellen.

1. Sind die diversen Länderbestimmungen sehr unterschiedlich und je näher wir Österreich kommen, desto komplizierter ! In den übrigen internationalen Bestimmungen gibt es große Grauzonen. Während zB. Griechenland zuletzt pro Schiff 2 Skipper vorschreibt, einer könnt ja dem Ouzo erlegen sein, gibts einen Segelschein in unserem Sinne in den USA gar nicht.

2. Ich kenne Weltumsegler, z.B. ein gewisser Bobby Sch. oder Wolfgang H., die keinen Segelschein besitzen, ein weiterer dieser Weltenbummler ist bei der anschließenden B-Schein Prüfung durchgefallen !!! Peinlich, peinlich.

3. Eigner OHNE Lizenz scheinen jedenfalls mehr Können und Erfahrung zu haben als ein Großteil der Charterskipper MIT Lizenz.

Na und in Bezug aufs Autofahren.
Besitz einer Fahrlizenz bedeutet nicht automatisch, die Fähigkeiten zum Führen eines KFZ im Alltagsverkehr zu haben, wie man tgl. zahlreich erleben muß.

fair winds HKP2
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Kapitän Metaxa
Hi Hooki!
Ich kauf mir jetzt ein Flugzeug, eine Chessna, da brauch ich auch keinen Pilotenschein, oder vielleicht doch?
Die Herren Skipper die du angeführt hast stammen aus einer Zeit in der Ocean-Segeln noch etwas exotisches war. Vor 60 Jahren hat es bei uns auch keinen B-Schein gegeben. Die Versicherung sagt: Der Schiffsführer hat für das zu befahrende Seegebiet seine Qualifikation nachzuweisen. Das geht eben nur mit einer Fahrlizenz.
Wenn B-Schein-Skipper keine guten Seemänner sind haben sie eben schlechte Ausbildner gehabt.

Nur segeln ist schöner! ( Am besten mit B-Schein-Ausbildung.

Käpt. Metaxa
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Kapitän Metaxa
Ergänzend möchte ich folgende Story zum Thema beitragen, entnommen dem Buch Hafenmanöver der Profis!

DER SEGELSCHEIN
Ach, was muss man oft von bösen
Seglern hören und auch lesen,
welche Kurse, Lehrgang schwänzen,
pfeifen auf Prüfung und Lizenzen,
woll´n ohne lernen ohne martern,
ein Schifflein für den Urlaub chartern,
weil sie zu Hause auf dem See
die Größten sind seit eh und je!
Ja lieber Leser, staune nur,
das geht mir wider die Natur.
Hab ich doch selbst, vor et´lich Jahren
am eignen Schiff und Leib erfahren,
wie schnell´s passiert und wie man schwitzt,
urplötzlich auf dem Trocknen sitzt!
Doch liebe Leser, kommt und seht
wie´s unsren Freunden nun ergeht!
Nach Süden hat es sie gezogen,
sind mit dem Aeroplan geflogen,
gehen an Bord mit Kind und Kegel
und setzen bald darauf die Segel.
Die Sonne und des Meeres Weite
sich zeigen von der schönsten Seite.
Was soll´s der Skipper sich da denkt:
Ein Führerschein – das ist geschenkt!
Der Tag vergeht mit leichtem Säuseln
des Windes- und des Wassers´Kräuseln
stört des Skippers Dösen kaum,
doch bald darauf ist aus der Traum!
Weit draußen noch am Horizont
zeigt sich Gewölke, ungewohnt!
Rasch nehmen Wind und Seegang zu,
vorbei ist´s mit des Skippers Ruh´!
Zu diesem Zeitpunkt ahnt er schon
wie wichtig wär´ jetzt Navigation!
Er birgt die Segel und wirft dann
völlig entnervt den Diesel an.
Gischt kommt schon über´s Deck geflogen
und die wilden Meereswogen
reißen Crew und Schiff mitfort
an einen unbekannten Ort!
Nach bangen Stunden dann oh Graus,
fällt plötzlich die Maschine aus!
Zum Spielball wird das schöne Schiff
und treibt gefährlich nah ans Riff!
Was nützt des Skipper´s Flehn und Schrei´n,
bei Ausbildung und Führerschein
hätt´er gelernt, dass nicht die Kraft
das Hirn ersetzt und Seemannschaft!
Bautz, da sitzt der Kiel schon auf
und des grünen Wasser´s Lauf
strömt herein in Blitzesschnelle!
Unmengen salziges Geschwälle
füllt den Salon mit seinem Nass,
wo morgens man noch fröhlich saß.
Was vorher noch des Skippers Stolz-
zerschlagen wird zu kleinem Holz!
Und die Moral von der Geschicht´?
Oh lieber Segler, denk doch nicht,
bei diesem Sturm, dass du vielleicht
den sichern Hafen hätt´st erreicht!
Ohne Peilen ohne Gissen,
wie willst du deinen Standort wissen?
Hier kann dir nur eines frommen –
zum Seefahrts-Kursus musst du kommen!

©by Klaus Czap
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Pinta
Zitat von Kapitän Metaxa:
Hi Hooki!

Wenn B-Schein-Skipper keine guten Seemänner sind haben sie eben schlechte Ausbildner gehabt.

Nur segeln ist schöner! ( Am besten mit B-Schein-Ausbildung.

Käpt. Metaxa


hi metaxa!


wenn ich die ankermanöver vieler segler verfolge...... grusel
........da gibts aber eine menge schlechter ausbildner!:D = Breites Grinsen
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sailtramp
Vielleicht liegt es aber auch an den Kandidaten die zur Prüfung antreten möchten.
Der vorhergehende Ausbildungstörn wird doch vielfach als schöne Segelwoche angesehen bei dem
die Liste wie viel Bier und Wein zu Bunkern ist wichtiger ist, als die entsprechenden Unterlagen die
zum Lernen und in weiterer Folge zu beherrschen (Wissen) wären.
Bei der Prüfung kommt dann das große Zittern!
Leider drücken dann die Prüfer immer wieder beide Augen zu.
Wieviele treten denn pro Jahr zur Prüfung an und wie hoch ist die Quote der Gescheiterten?
Da stimmt ganz sicher einiges nicht!!!!
Aber auch die, denen der Schein dann wirklich nicht zustehen würde, sind dann am Wasser unterwegs
und Präsentieren stolz ihren Schein im Club!
Das liegt aber dann, im gesamten gesehen, in der Verantwortung der Prüfer, dem aber der Geschäftssinn entgegensteht,
aber auch in der persönlichen Verantwortung jedes einzelnes Skippers.
Der ist ja nicht nur sich selbst Verantwortlich.
Er hat ja Familie, Freunde und / oder Crew an Bord die sich auf ihn verlassen und hoffentlich nicht verlassen sind!
Ich denke ich habe bei der Ausbildung viel mitgenommen.
Lernen wird man sowieso immer wieder aufs Neue, mit jeder neuen Situation.
Und ich Danke Kpt.Metaxa für das was er mir gezeigt und beigebracht hat.
sailtramp ist offline   eMail senden Persönliche Nachricht senden Beiträge suchen Zur Freundesliste hinzufügen Skype
 
Gelöschter Beitrag von Kapitän Metaxa, 28.06.2011 - 23:33:08 Uhr
 
Kapitän Metaxa
Hi pinta!
Hast du schon einmal ein Ankermanöver unter Segel gemacht? Das ist bei unserer Ausbildung Standard. Aber wie du schon sagst es gibt eine Menge selbst ernannter
Ausbildner, besonders von Charterfirmen, die dann dem Prüfling etwas vorgaukeln was nicht den Anforderungen entspricht. Hier sind die Verbände angehalten die Kandidaten aufzuklären nur bei gepüften Ausbildungsstätten ihre Ausbildung zu machen.

LG
Käpt. Metaxa
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Kapitän Metaxa
Ahoi sailtramp!
Danke für die Blumen!
Die ganze Angelegenheit ist ziemlich umfangreich. Zunächst ist zu berücksichtigen, dass die meisten Kandidaten Familie haben und die Ausbildungskostern vom Familien-Budget bestritten werden, ebenso die Urlaubstage und Wochen für die diversen Törns. Das nächste Thema ist, dass es Kandidaten gibt die glauben bei der Praxisprüfung muss man nicht segeln können. Jeder weiß, wenn man zur Fahrpfüfung antritt muss man autofahren können, bei der B-Scheinprüfung sind da manche anderert Meinung. Hiezu kommen noch die meist zusammengelogenen Seemeilen, die der Kandidat mehr oder weniger als Koch oder Liegestuhlakrobat zurückgelegt hat. Viele sind aber auch der Meinung, wenn ihnen der Skipper die Segel eingestellt hat und sie 2 Std. lang in eine Richtung gefahren sind dass sie segeln können und das ist ein gewaltiger Irrtum. Segeln lernt man auf einer Jolle, auf einem unserer Seen und nach Möglichkeit bei einer etablierten Segelschule.
Meiner Meinung nach sollte für die Praxisprüfung mindestens gutes A-Schein- Niveau vorgeschrieben werden und statt irrsinnigen Meilenerfordernissen und nicht mehr aktuellen theoretischen Navigationspraktiken und Radarberechnungen, zwei Ausbildungswochen in geprüften Ausbildungsstätten, mit vorgegebenen Lernzielen, absolviert werden, unter Bekanntgabe des Ausbildners. Damit wäre die Ära selbsternannter Ausbildungsgurus, wie sie oft von Charterfirmen angeboten werden zu Ende. Aus diesem Grund haben wir auch im Yacht Club Austria die Ausbildung zum Offshore Sailing Instruktor ins Leben gerufen. Die Ausbildung erfolgt über verschieden Seminare und erstreckt sich etwa auf 1 1/2 Jahre. Mit einer Ausbildungwoche und einer praktischen Vorführung seiner Lehrfähigkeiten wird die Ausbildung abgeschlossen. Ziel des Ganzen ist eine fundiertes , hohes Ausbildungsniveau das in ganz Österreich gleichen Standard hat. Aus diesen Kandidaten wird dann später die neue Prüferriege entstehen.
So, für heute genug gequasselt.
Nur segeln ist schöner!
Käpt. Metaxa
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Pinta
Zitat von Kapitän Metaxa:
Hi pinta!
Hast du schon einmal ein Ankermanöver unter Segel gemacht? Das ist bei unserer Ausbildung Standard. Aber wie du schon sagst es gibt eine Menge selbst ernannter
Ausbildner, besonders von Charterfirmen, die dann dem Prüfling etwas vorgaukeln was nicht den Anforderungen entspricht. Hier sind die Verbände angehalten die Kandidaten aufzuklären nur bei gepüften Ausbildungsstätten ihre Ausbildung zu machen.

LG
Käpt. Metaxa


jawoll!
unter vorsegel und ohne propeller bei winderl stärke 7! *fies* = Fieser Smilie

hier zum nachlesen :D = Breites Grinsen
http://forum.malediven.at/thread.php?postid=52741#post52741
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Kapitän Metaxa
Hi pinta!
Guter Bericht! Na ja jetzt weißt du wie´s geht und wie wichtig das ist, aber die Meisten haben davon keine Ahnung. Sollte ins Ausbildungsprogramm des ÖSV einfließen.
Fair winds- und nur segeln ist schöner! (Auch ohne Propeller)
Käpt. Mertaxa
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Pinta
:D = Breites Grinsen nachher war windelwechseln angesagt! :D = Breites Grinsen
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Pinta
äh..und im vertrauen geflüstert: [I]ich segel seit vierzig jahren und hab nur den a-schein ![/I]8) = Cooler Smilie

ich hatte einmal einen B-scheinkurs angefangen; aber nachdem mir dort unter anderem groß erklärt wurde, einen landfall macht man NUR bei nacht wegen der lichter und mein einwand, dass dies blödsinn sei, da es in der heutigen zeit nicht mehr möglich ist die hafebefeuerung durch andere lichtquellen zu sehen (uferpromenade mit gaslampen sah ich schon 10 meilen im voraus; autoscheinwerfer, ect, aber die hafenbefeuerung erst als wir schon fast draufstießen!!!) einfach weggewischt wurde; brach ich den kurs ab! unsinn brauch ich nicht lernen!
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Kapitän Metaxa
Hi Pinta!
Das Outen ist dir sicher nicht leicht gefallen, aber du siehst, dass Scheine überbewertet werden und über das Konnen des Schiffsführers überhaupt nichts aussagen. Die Versicherungen verlangen das aber. Hast du nie eine Kontrolle gehabt oder fährst du mit einem Geisterskipper im Hintergrund.
Das Dilemma mit der Hafenbefeuerung kenn ich auch. Bei Langstreckenregatten borge ich mir von einem Freund immer ein russisches Nachtsichtgerät aus.
Beim Ecker-Cup nach Kreta Rethymnon mit 9 Bft im Rücken und auf der Welle reitend mit Top-Speed mußt du dich innerhalb von 20 Sec. entscheiden wo du hineinfährst. Hafen oder Steinschüttung, das ist die Frage. Lieber in den Hafen und dann ein Bier und einen heißen Leberkäse vom leider schon verstorbenen Pauli Hafner. Das ist der Lohn der Angst.

Trotzem: Nur segeln ist schöner!
Käpt. Metaxa
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