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Die vergessene Strömungsmaschine - Eine innovative Alternative zu konventionellen Segeln
Im breiten Raum der Öffentlichkeit taucht immer wieder die Frage auf, ob eine Idee, eine Erfindung zu früh oder zu spät kam. In der Fachwelt stellt sie sich nicht, denn mit den Fortschritten der Technik lassen sich Jahrzehnte später leicht beweisen, ob und wie nützlich der Einsatz einer alten Technik sein kann. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich zum Beispiel um ein Luftschiff oder ein Flettner Rotorschiff handelt.
Die Notwendigkeit, einen vom Wind betriebenen Antrieb für meinen Katamaran zu finden, kam ich über einige Umwege – die ich aber nicht missen möchte – zuerst zum Flettnerrotor und dann zum Thomrotor. Ausschlaggebend waren auch die leichte Bedienbarkeit mit kleiner Seemannschaft und letztlich auch der Kostenfaktor im Vergleich mit einem traditionellen Rigg mit den teuren Hightech-Segeln zu einem drehendem „Rohr“ in Sandwichbauweise. Der Flettnerrotor ist für Insider ein bekannter Windantrieb und ist auch eine Standardübung für Lehramtskandidaten Physik und hinlänglich mit brauchbaren internationalen Untersuchungen erforscht. Mein Interesse ist es, die innovativen Kräfte in der Hobby_Yachtszene und vor allem die Selbstbauer zur Diskussion aufzufordern und vor allem, konstruktive Vorschläge zu machen. Von meiner Seite liegen Fertigungspläne und Berechnungsunterlagen auf die ich im Forum darstellen möchte.
Ich hoffe um rege Anteilnahme -auch wenn das Bild vom "vollen weißen Segeln im Passat" fehlen wird.
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Es ist sehr selten, dass in den gängigen Foren solche Themen behandelt werden, allein schon deshalb möchte ich mich hierbei beteiligen. Die Idee des Flettnerantriebs ist alt bekannt und sowohl Wirkungsgrad als auch Bedienbarkeit während der Fahrt ist unumstritten einfach, jedoch das System muss in allen Situationen Sicherheit gewährleisten – auch wenn dies auf Kosten der Performance geht. Als Beispiel: das moderne Hochsegel kann optimal an sämtliche Windgeschwindigkeiten angepasst werden, durch abflachen des Profils, durch verkleinern der Segelfläche oder gar durch völliges streichen der Segel. Die minimale Fläche (Mast und Verstagung)liegt dann bei rund vier Quadratmeter. Das Flattnersystem kann nicht gerefft werden es bleibt immer der Zylinder über, ganz im Gegenteil wird die Drehung gestoppt produziert der Kreisquerschnitt eine Wirbelschleppe welche den Zylinder stark niederfrequent zum Schwingen anregt. Ich könnte mir einen „aufblasbaren“ oder ausfahrbaren Rotor Vorstellen um dieses Problem zu lösen, jedoch wird dann durch Druckunterschiede der Rotor sehr ungünstig belastet und verformt. Ähnliche Probleme treten bei Kiteschirmen auf, welche man schon seit vielen Jahren für die Berufsschiffart nutzen möchte, in der Vortriebproduktion arbeiten sie mehr als zuverlässig, jedoch das setzen und bergen eines mehrere tausend Quadratmeter großen Gebildes ist nicht gerade einfach. Ich möchte keineswegs diese Systeme als schlecht darstellen, jedoch betrachten die Entwickler meist nur die reine Funktionsphase ihrer Entwicklungen und vergessen die Bedienbarkeit außerhalb dieser Phase. Wir sind die letzten Monate die patagonischen Kanäle hochgesegelt und hatten dabei mit Windstärken von 0 bis 12 Bft zu kämpfen bei diesem gewaltigen Windgeschwindigkeitsumfang wird ein System benötigt welches darauf rasch anpassbar ist. Wir benutzen Segel welche eigentlich einen sehr schlechten Wirkungsgrad besitzen aber optimal für Stürme getrimmt werden können- dies verleiht uns ein hohes Maß an Sicherheit. Was ich damit sagen möchte ist dass solche Entwicklungen für Schiffe wie die letzten Americascuper vielleicht brauchbar sind jedoch für den alltagsgebrauch insbesondere für Blauwassersegler wie wir eher keinen Sinn machen. Im Gegenteil wir haben viele Segler in der Welt getroffen welche ein Junkenrigg benutzen der Wirkungsgard ist mehr als schlecht aber es ist wie kein anderes an die unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten anpassbar. Ein weiterer Punkt ist, dass die induzierte Leistung ca. 90 Grad zur Windrichung wirkt. Man also ähnliche Verhältnisse wie das Hochsegel beim Amwindkurs dies gillt auch ungefähr beim Halbwindkurs jedoch bei Raumwind- und Vorwind-Kursen, den von uns bevorzugten produziert das Flattnersystem vor allem Querkräfte, einen besseren Wirkungsgrad erzielt man durch stoppen der Drehung, dann hat man jedoch das Problem der niederfrequenten querschwingung.
Liebe Grüße aus Valdivia/Chile
Christoph (www.sytaurus.com)