ts-animations

Risiko und Seemannschaft - ein Widerspruch?

People | 19.05.2010 - 02:58:25

Ist Einhandsegeln verantwortungslos? Sind Teilnahmen an Langstrecken-Regatten zu gefährlich? Wo endet die Verantwortung eines Veranstalters und wo beginnt die des Skippers? Wie sieht die Sache versicherungstechnisch aus? Bekannte österreichische Segler diskutierten am 18. Mai 2010 die Themen "Risiko und Seemannschaft" in der Segelschule Hofbauer an der Alten Donau.

 
In der Runde der Diskutanten, die sich dem Thema „Wie viel Risiko ist gerade noch seemännisch?“ widmeten, befanden sich Vertreter aus den verschiedensten Sparten des Segelsports. Ronnie Zeiller, Organisator des Round Palagruza Cannonball, Christian Schifter von Pantaenius, der die Thematik von der versicherungstechnischen Seite betrachtete, Heinz Ressl, bekennender Fahrtensegler von Sea-man-ship-Austria, Christian Kargl, Minitransatteilnehmer, Herbert Koblmiller vom Safety Team, Andreas Hanakamp. Moderiert wurde die Diskussion von Jürgen Preusser vom Kurier, ein dreifacher RPC-Teilnehmer. Des weiteren waren neben den zahlreichen, interessierten Besuchern der Regattasegler Markus Hofstätter, Hugo Hermann, Segler-Urgestein, Christian "Kletzi" Bayer sowie der Prüfungsreferent des ÖSV Wolfgang Becker vertreten. Auslöser für die Diskussionsrunde waren die Ereignisse des letzten Round Palagruza Cannonballs, bei dem es aufgrund des schweren Wetters zahlreiche Ausfälle gab. Wie bei diesem kontroversen Thema nicht anders zu erwarten war, konnte freilich kein allgemein gültiger Konsens gefunden werden.
 
Über die jeweiligen Meinungen kann sich jeder anhand einiger Zitate ein eigenes Bild verschaffen.
 
Heinz Ressl:
…etwas machen, was man nicht kann, ist schlechte Seemannschaft…
…Es kann ja nicht das Ziel einer Regatta sein, dass alle ins Ziel kommen…
…der richtige Umgang mit dem Material macht die gute Seemannschaft aus…
…Risiko, das Menschen gefährdet, ist nicht vertretbar…
…Ziel des Trainings ist, Angst verlieren und Respekt behalten…
 
Ronnie Zeiller:
…Langstreckenregatten sind weniger riskant als Up and down Kurse…
…ich glaube, dass die Qualität der Segler in den letzten Jahren angestiegen ist…
… Seemannschaft ist Brauchtum…
 
Christian Schifter:
…die Qualität der Segler nimmt ab, es ist bedenklich, welche Gefahren eingegangen werden…
…der Segelschein ist der Beginn, nicht das Ende der Ausbildung…
…wir leiden alle an Selbstüberschätzung…
 
Christian Kargl:
…nicht angehängt in der Nacht und Spi bergen ist fahrlässig und dämlich…
 
Herbert Koblmiller:
…das Safety Team hätte niemanden retten können…
…manche Crews haben sich bis zum Ende nicht auf Funk gemeldet…
 
Wolfgang Becker:
…es muss jeder Skipper im Stand sein, die Verantwortung für seine Crew zu übernehmen…
 
Christian "Kletzi" Bayer:
…das Risiko kann dem Skipper und der Mannschaft keiner abnehmen, am wenigsten der Veranstalter…
 
Andreas Hanakamp:
…man muss nicht auf das schwächste Crewmitglied achtgeben, das ist eine Spirale nach unten…
 
Hugo Hermann:
…es gibt mutige und alte Kapitäne, aber es gibt keine mutigen, alten Kapitäne…
 
 

 

 


 

Seiten (1): 1

Name Text
HOOKIPA Homepage

Naja, das RPC ist durch die Kurssetzung und Dauer der Regatta nahe einer professionellen Hochsee Sprint Regatta, bei der Kürze wird automatisch mehr riskiert im Vergleich zu einem längerem ECKER CUP, bei dem es doch wesentlich weniger Hektik gibt.

Wie schnell jedoch auch hier einzelne Crews ihre Grenzen erreichen und gefährdet sind, weiß ich aus der Teilnahme am EC als Teilnehmer und Begleitkat. Die große Gefahr liegt meist in der maßlosen Überschätzung des eigenen Könnens.

Daher das gute Sprichwort mit dem mutigen und alten Kapitän. Grüße HOOKIPA

Kommentar melden | 19.05.2010 - 11:26:35


 
Kommentar schreiben
Name: *
eMail:
Homepage:
Titel:
Text:
eMail
Visuelle Bestätigung: =>


Tamm Media
RSS Feed Follow ocean7magazin on TwitterFollow ocean7 on Facebook