Aber vom Segelverband wird das Thema totgeschwiegen ... | Service | 01.06.2010 - 17:55:33

Der Streit im Österreichischen Segelverband eskaliert. Jetzt sind die Verhandlungen des neu gegründeten Hochseeverbandes mit dem ÖSV gescheitert, worauf die beiden wichtigen ÖSV-Funktionäre Prüfungsreferent Ing. Wolfgang Becker und Seefahrtsreferent Bernhard Propper ihre ÖSV-Ämter zurückgelegt haben und bei dem Hochseeverband bleiben. Hier die ganze Geschichte.
Der Hochseeverband schreibt in seiner aktuellen Pressemitteilung:
Der Österreichische Segel-Verband hat seine Verhandlungsposition dargestellt und die Hochseevereine haben in einer Abstimmung mit überwiegender Mehrheit beschlossen auf diese Vorschläge des OeSV nicht weiter einzugehen, da sie keine der Ziele auf dem Weg zu mehr Eigenverantwortung des Hochseebereichs im OeSV wirklich unterstützen. Der OeSV plant eine Reform seiner Beitrags- und Mitgliederstruktur. Die Rechnung dafür sollten einerseits die Seefahrtsvereine mit Ihren vielen neuen Mitgliedern und die an Mitglieder starken Binnensegelvereine mit viel Jugendarbeit bezahlen. Es ist aber kein nennenswerter Schritt in Richtung von mehr Verantwortung für die Hochseesegler in ihrem ureigenstem Aufgabengebiet, - dem Hochseesegeln, von Seiten des OeSV gesetzt worden.
Es geht den Hochseevereinen nicht um Macht und Geld. Keiner dieser Vereine hat in der Vergangenheit Beschlüsse oder Entscheidungen für den Binnensegelbereich beeinflusst oder sogar abgelehnt. Nicht mehr oder weniger erwarten die Seefahrtsvereine für sich im Bereich Hochseesegeln des OeSV. Der Österreichische Hochseeyachtsport-Verband, als gewählter und unabhängiger Vertreter der Hochseevereine mit über 5000 Mitgliedern, hat daher mit 31. Mai 2010 das Präsidium des OeSV offiziell davon verständigt, dass es aufgrund der vorliegenden endgültigen Verhandlungsposition des OeSV keine weiteren Gespräche zur Mitarbeit im OeSV geben kann.
Der Hochseeverband ist selbstverständlich auch weiterhin an einer Zusammenarbeit mit dem OeSV interessiert und wenn sich die Verhandlungsposition des OeSV ändern sollte, dann kann man sofort wieder Gespräche über eine Zusammenarbeit, aber als gleichberechtigte Partner, aufnehmen.
Rücktritte im ÖSV
Nach dem Scheitern der Verhandlungen der beiden Verbände über eine partnerschaftliche Kooperation der bisher im OeSV und seit Februar dieses Jahres auch im neu gegründeten Österreichischen Hochseeyachtsport-Verband organisierten Seefahrtsvereine, haben gestern der OeSV Prüfungs- und Führerscheinreferent Wolfgang Becker und der Seefahrtsreferent des OeSV Bernhard Propper ihren Rücktritt von ihren jeweiligen OeSV Funktionen bekannt gegeben.
Gleichzeitig erklärten sie ihren sofortigen Rückzug aus dem Präsidium des Österreichischen Segel-Verbandes.
Wolfgang Becker war als anerkannter Fachmann und Nachfolger des langjährigen Prüfungsreferenten Harald Jäger 2008 zur Führungsspitze des OeSV gekommen und dort seither unermüdlich im Prozess der Modernisierung und Qualitätssicherung des österreichischen Ausbildungswesens zu den amtlich anerkannten Führerscheinen aktiv und über alle Grenzen hinweg anerkannt.
Bernhard Propper, wurde in der Generalversammlung 2009 zum OeSV Seefahrtsreferenten gewählt, nachdem er über viele Jahre als Präsident der Interessengemenschaft-Segeln und im OeSV Seefahrtsausschuss tätig war.
Beide bedauern die kategorische Ablehnung Ihrer Bemühungen durch Teile der OeSV Spitze, eine Brücke der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem Spitzen- und Leistungssport orientieren OeSV und der unabhängigen Vertretung der österreichischen Hochseeyacht- und Breitensportler bauen zu wollen.
Eine solche wäre um so wichtiger gewesen, da in den Verbandsvereinen des Hochseeverbandes auch fast 80 % der österreichischen Prüfer für die Hochseeführerscheine beheimatet sind.
Bernhard Propper und Wolfgang Becker werden aber im neuen, bereits über 5000 Seefahrer starken Hochseeverband, weiter als Präsident bzw. 1. Vizepräsident und Fachreferent aktiv sein.
Sie wollen, mit Prominenten Kollegen wie Bernhard Kotnig, YCA Commodore Christian CF Schifter, Ronnie Zeiller, Andreas Hanakamp, den Prüfern, dem Verband der Segel- und Yachtsportschulen und vielen anderen den begonnenen Reformprozess in Österreich und international weiter fortsetzen.
Mit den beiden letzten Rücktritten ist übrigens bereits ein Drittel der Mannschaft des OeSV Präsident Dr. Kornfeld freiwillig aus ihren Funktionen ausgeschieden.
Anmerkung von OCEAN7 Online
Sehr gerne würden wir hier - auch wegen der Objektivität - eine offizielle Stellungnahme des Segelverbandes zu diesem Thema veröffentlichen. Leider gibt es eine solche aber nicht und das wird schon seine guten Gründe haben.