Erpressung und Korruption der Walmörder

Ocean | 23.06.2010 - 12:54:15

Die 62. Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) findet zurzeit im marokkanischen Agadir statt. Das Zusammentreffen, das über das Weiterexistieren der intelligenten Meeressäuger entscheiden soll, ist allerdings von Korruption und Manipulation durch die Befürworter des Walfangs überschattet.

 
Kurz nach der offiziellen Eröffnung der 62. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im marokkanischen Agadir wurden die Öffentlichkeit, die Vertreter der Nichtregierungs-Organisationen sowie die Medien von den Beratungen ausgeschlossen. Die somit geheime Konferenz verhandelt einen höchst umstrittenen Vorschlag, der kommerziellen Walfang nach 24 Jahren wieder zulassen soll. Auslöser für diese Vorgehensweise dürften Medienberichte gewesen sein, die Korruptionsfälle auf höchster Ebene der Walfangkommission aufdeckten sowie die Praxis des Stimmenkaufs kleinerer Staaten durch Japan bewiesen haben. Vertreter Japans versuchen seit Jahren mit allen Mitteln und Tricks das Fangverbot zu Fall zu bringen.
 
 
Nicolas Entrup, Sprecher der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS befindet sich vor Ort in Agadir und äußert sich bestürzt über die Vorgangsweise: „Wie können wir noch darauf vertrauen, dass die IWC die öffentliche Meinung der Welt zum Schutz der Wale vertritt, wenn wir nur einmal mehr Zeugen werden, wie die Walfangnationen und die USA ihr schmutziges Spiel zur Manipulation der IWC nun hinter verschlossenen Türen weiter betreiben. Wir bekommen nur Skandale und Korruptionsfälle zu sehen, wie sollen wir da noch irgendetwas glauben, was im Geheimen und außerhalb der Kontrolle durch die Medien und der Zivilgesellschaft passiert. Ein Ausschluss der Zivilgesellschaft von den Verhandlungen, wo über das Leben tausender Wale entschieden wird,  ist sicher kein anständiger Weg für die IWC. Wenn die Mitgliedsregierungen das Vertrauen ihrer Bevölkerung wiedergewinnen wollen, müssen sie nun die Notbremse ziehen, diese gescheiterten Verhandlungen sofort stoppen und das Moratorium unangetastet lassen. Alles andere kann nur als ein Sieg jener Kräfte gesehen werden, die auf Erpressung und Korruption setzen. Es geht um die Prinzipien der Demokratie, und nicht mehr bloß darum, welche Positionen die Regierungen beim Walfang einnehmen. Die Regierungen verstecken sich hinter verschlossenen Türen, um das Walfang-Moratorium zu torpedieren, für das so viele gekämpft haben – und ignorieren damit unsere Rechte als unabhängige Beobachter", sagt Entrup, vor dem Konferenzgebäude in Agadir.
 
 
Das Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs ist ein internationaler Vertrag, der 1948 in Kraft trat. Das Ziel ist, die Gefährdung der Wale durch übermäßige Bejagung zu vermeiden. Als Hauptinstrument wurde die Internationale Walfangkommission (IWC) eingesetzt. Seit 1986 gibt es eine Genehmigungen für „wissenschaftlichen“ Walfang. Japan hat von dieser Sondergenehmigung ausgiebig Gebrauch gemacht. Island und Norwegen erkennen das Verbot nicht mehr an und betreiben kommerziellen Walfang.
 
Quelle Nicolas Entrup www.wdcs-de.org
 
Bilder Mark Votier, Stephan Powell, Australian Custom Service und Wolfgang Wirtl Sleipnir II
 

Weitere Informationen: www.wdcs-de.org

 

 


 

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