Ocean | 24.06.2010 - 09:12:09

Eine Ölkatastrophe droht eines der schönsten und beliebtesten Tauch- und Badereviere im Roten Meer zu zerstören. An der Ölbohrplattform südlich der Halbinsel Sinai ist bereits seit Wochen Öl ausgetreten. Nun gestanden die Betreiber und die ägyptische Regierung verspätet den Vorfall.

Die Region östlich des beliebten Ferienorts Hurghada im nördlichen Roten Meer ist eines der Haupturlaubsziele für Taucher und Badegäste in Ägypten. Großer Fischreichtum, phantastische Korallenriffe und klares Wasser machen das Gebiet zu einem, für den Tourismus in Ägypten wesentlichen Faktor. Nun wurde bekannt gegeben, dass es auf einer Ölbohrplattform Jebel al-Zayt die sich etwa 20 Seemeilen vor der Küste befindet einen Störfall gab und seit Wochen große Mengen Öl ins Meer flossen. Besonders gefährdet ist ein Naturschutzgebiet nördlich von Hurghada das durch das austretende Öl zerstört werden könnte. Die verantwortlichen Behörden und Sprecher der ägyptischen Regierung verschweigen die Menge des freigesetzten Erdöls und behaupten, dass das Leck auf der Ölbohrplattform bereits abgedichtet ist und sich das technische Problem unter Kontrolle befindet. Umweltschützer haben hingegen festgestellt, dass weiterhin Öl austritt und haben bereits viele
Tierkadaver von Seevögeln, Meeresschildkröten und Fischen an der Küste gefunden. An den ehemals so beliebten Badestränden wurden bereits zahlreiche Ölklumpen angeschwemmt, Betreiber von Tauchreisen haben aufgrund der Ölpest reagiert und befahren mit ihren Tauchbooten aus Sicherheitsgründen nur noch Gebiete an, die nicht von dem Ölteppich betroffen sind. Die Strände der unzähligen Hotelanlagen an der Küste wurden bereits gereinigt um den Touristen den trügerischen Eindruck zu vermitteln es sei alles in Ordnung. In Folge des Vorfalls wurde das ägyptische Erdölförderministerium von einigen Hotelbetreibern angezeigt, um deren finanzielle Verluste teilweise abzudecken. Bisher sind etwa 160 Kilometer der ägyptischen Küste von der Ölkatastrophe betroffen.

| Empfehlen | 1.843 Klicks | Gernot Weiler |
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