
Österreichs 49er Asse Nico Delle Karth, Nico Resch, Thomas Zajac und Thomas Czajka hoffen bei der, am kommenden Montag vor Gdynia in Polen beginnenden 49er-Europameisterschaft vom 05. Bis 10. Juli auf die nächsten Big Points und greifen dort mit berechtigtem Anspruch nach einer Medaille.


Ab kommenden Montag wird in der Danziger Bucht um den europäischen 49er Thron gesegelt. 90 Mannschaften aus 28 Nationen haben für die Titelkämpfe vor Gdynia genannt, die Medaillen werden am 10. Juli im Medal Race der Top 10 vergeben. Der Österreichische Segel-Verband schickt zwei Teams ins Rennen, Nico Delle Karth und Nico Resch, im Vorjahr mit Bronze heimgekehrt und aktuell in bestechender Form, zählen zum absoluten Favoritenkreis. Doch die Liste der Medaillenanwärter ist länger denn je, alleine aus Großbritannien reisen fünf Topteams an. Italien stellt mit den Brüdern Sibello die Titelverteidiger, Frankreich hofft auf die Weltcupsieger von Miami und Palma, Manu Dyen und Stephane Christidis, mit Allan Norregaard und Peter Lang (DEN), sowie den Deutschen Lennart Briesenick-Pudenz und Morten Massmann wird wohl ebenfalls zu rechnen sein.

„Im Prinzip“, sagt Resch, „müssen uns die anderen egal sein. Wir wollen eine Medaille und wissen, dass wir dafür eine sehr gute Woche brauchen.“ Die härtesten Nüsse werden laut Resch die Briten Paul Brotherton und Mark Asquith sein, die den Frankreich Weltcup gewannen, zuletzt aber eine Regattapause eingelegt haben. „Paul hat unglaublich viel Erfahrung und war zuletzt vor allem bei wenig Wind eine Klasse für sich.“ Um dem entgegen zu wirken, setzt das heimische Duo bei der EM mit größter Wahrscheinlichkeit ein neues Großsegel, die Entscheidung fällt am Samstag. „Wir sind punkto Mannschaftsgewicht eher auf der schweren Seite, was bei wenig Wind naturgemäß kein Vorteil ist. Dieses Handicap soll das neue Segel beheben.“ Punkto Verhältnisse hofft Delle Karth, gemeinsam mit seinem Vorschoter Weltcupführender und die Nummer eins der Welt, auf mehr Wind. „Wenn das Handling und die Erfahrung ins Spiel kommen, trennt sich die Spreu eher vom Weizen, der Favoritenkreis wird überschaubarer. Aber wir müssen ohnehin nehmen was kommt, denken vorerst an die Qualifikation und machen uns keinen Druck.“
Ähnlich sieht das Thomas Zajac, der mit Thomas Czajka gemeinsame Sache macht und heuer bereits etliche Sternstunden durchlebte. „Wie stark der Wind auch sein mag, wir freuen uns auf diese Europameisterschaft, denken schrittweise und vorerst nur an das Erreichen des Gold Finales der besten 25.“ Das gelang zuletzt in Kiel, wo man als zwölfte den Einzug ins Medal Race nur hauchdünn verpasste und vor Hyeres, wo mit Platz acht ein Weltklasseresultat eingefahren wurde. Mit ihren Tagessiegen vor Palma, Hyeres und Kiel sorgten die 49er Neueinsteiger bei Leichtwind für Furore, fast logisch, dass beide auf wenig Druck hoffen. „Wie gesagt, wir können es ohnehin nicht beeinflussen und werden versuchen unser Ding einfach durchzuziehen.“

Beide Teams setzten zum ersten Mal in der Danziger Bucht Segel, die Vorbereitung fällt entsprechend intensiv aus. Direkt von der Kieler Woche angereist, wird seit Montag das Revier erforscht. Die Qualifikationsläufe dauern bis einschließlich Mittwoch, anschließend wird im Final Race um den Einzug in das samstägige Finale gesegelt.
Quelle und Bilder
Dominic Marsano
