
Erst seit einigen Jahren können sogenannte Monsterwellen von Satelliten und modernen Messanlagen nachgewiesen werden und gelten seither nicht mehr als Übertreibungen, Seemannsgarn oder Fehleinschätzungen. Monsterwellen werden auch Freakwave oder Kaventsmann genannt, sie können theoretisch Wellenhöhen bis 40 Meter erreichen.

Lange Zeit galten die riesigen Monsterwellen als keine reale Gefahr für die Seefahrt, und die Erzählungen von Seeleuten als Seemannsgarn oder pure Übertreibung. Erst durch Messungen von Satelliten konnte die Existenz der gewaltigen Wogen zweifelsfrei nachgewiesen werden. Dass Monsterwellen auch für die Großschifffahrt oder die Offshore-Industrie eine Gefahr darstellen beweisen Fälle wie die, durch eine automatische Messung einer Ölbohrinsel registrierte Wellenhöhe von 26 Metern, während eines Sturms in der Nordsee. Auch die Queen Elizabeth 2, der berühmte britische Luxusliner wurde bei einer Fahrt über den Atlantik in der Nähe der Neufundlandbank von einigen Monsterwellen überrascht und beschädigt. Vor diesen Zwischenfällen galten sowohl im Schiffbau als auch bei der Konstruktion von Ölbohrplattformen lediglich 16,5 Meter als maximale Sicherheitsgrenze.

Monsterwellen entstehen viel häufiger als man bisher annahm. Die gefährlichen Wellen übertreffen die Durchschnittshöhe der größten Wellen im normalen Seegang mindestens um das Doppelte, haben aber eine ungewöhnlich kurze Wellenlänge. Diese Eigenschaft lässt sie extrem steil erscheinen und verursacht beim Auftreffen auf ein Hindernis extreme Verwüstung. Bei dem direkten Auftreffen auf ein Schiff können Kräfte von 100 Tonnen pro Quadratmeter auftreten. Normalerweise sind Schiffe für Aufpralldrücke von maximal 15 Tonnen pro Quadratmeter ausgelegt.
In Revieren mit starken Meeresströmungen scheinen Monsterwellen häufiger vorzukommen. Es wird angenommen, dass starker Wind gegen die Strömungsrichtung die Entstehung begünstigt. Weiter Verhältnisse, die Monsterwellen hervorrufen sind plötzlich abnehmende Wassertiefe. Sowohl Das Kap der guten Hoffnung als auch das Kap Hoorn sind berüchtigt für das Auftreten gewaltiger Wellen. Forscher nehmen an, dass die meisten der etwa 200 Verluste der Großschiffahrt in den letzten 20 Jahren auf Monsterwellen zurückzuführen sind.