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470er EM, Starker Abgang, Zufrieden aber nicht glücklich

Regatta | 07.09.2010 - 07:37:46

Österreichs 470er Damen beenden die Europameisterschaft auf Rang sechs und blicken trotz des tadellosen Comebacks in eine ungewisse Zukunft. Anfang November soll in Australien die Basis für die kommende Saison gelegt werden.

 
 „Im Prinzip“, sagt Sylvia Vogl, „hat wenig für uns gesprochen und genau das war unser Vorteil.“ 14 Monate nach ihrem letzten 470er-Wettkampf feiert die 35-jährige Oberösterreicherin gemeinsam mit Carolina Flatscher ein glanzvolles Comeback, die OeSV-Damen beenden das Medal Race wie auch die Europameisterschaft auf Rang sechs. “Neben der großen Leidenschaft hat vor allem die taktische Disziplin den Unterschied ausgemacht. Wir sind nicht immer volles Risiko gegangen und haben im richtigen Moment das Hirn eingeschalten“, weiß Vogl, die von einem extrem selektiven EM-Parcours spricht und sich besonders über die Vorstellung bei Starkwind freut. „Ich habe mir im Vorfeld schon Gedanken gemacht, wie wir bei viel Wind über die Runden kommen, das Ergebnis hat mich ehrlich überrascht.“ Mit einem souveränen Tagessieg und Rang drei fuhren die Europameisterinnen von 2008 bei fünf Windstärken die fetteste Beute ein, sieben Top 10 Plätze bürgen für eine Konstanz, die angesichts der Begleitumstände nicht selbstverständlich ist. Das gelungene Comeback hat aber auch seine Schattenseiten, die Schmerzen im Halswirbelbereich sind wieder akut. „Ich habe zuletzt jede denkbare Therapie angewandt und mich am Abend trotzdem nicht rühren können. Würde nicht so viel auf dem Spiel stehen, hätte ich die Segel längst gestrichen.“ Anfang November soll in Australien die Basis für die kommende Saison gelegt werden, neben der Finanzierung hängt die Olympiakampagne für Weymouth auch aufgrund der schleppenden Heilung am seidenen Faden. „Ich kann schon auf die Zähne beißen“, sagt Vogl, „aber alles hat seine Grenzen. Eine Olympiakampagne macht nur Sinn, wenn wir uns entsprechend vorbereiten können. Dabei sein ist mir zu wenig, wenn, dann wollen wir in Medaillenform antreten.“
 
 
Bei den 470er Herren, wo erstmals zwei OeSV-Teams in einer EM-Gold Flotte Segel setzten, kamen Matthias Schmid und Florian Reichstädter auf den elften Gesamtrang. In der abschließenden Platzierungsrunde auf Rang zwei, überwiegt bei den WM-Sechsten des Vorjahres trotz des knapp verpassten Medal Races das Positive. „Wir hatten keine ruhmreiche Saison und wollten uns mit Anstand in die Regattapause verabschieden, das ist uns gelungen. Nach der Disqualifikation standen wir gleich nach der ersten Wettfahrt mit dem Rücken zur Wand. Trotzdem sind wir von Tag zu Tag besser ins Fahren gekommen und haben gegen Ende voll überzeugt. Unterm Strich sind wir zufrieden.“ Das können auch David Bargehr und Lukas Mähr sein, die 19-jährigen Vorarlberger segelten eine tolle Qualifikation und beenden die Bosporus-Woche auf Rang 27. „Wir haben in den Finalwettfahrten viel Lehrgeld bezahlt und wieder eine Menge dazugelernt. Der EM-Ausgang bestätigt unseren Weg, jetzt heißt es dranbleiben und für das England Training noch einmal alle Reserven locker zu machen.“ Unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus der Türkei fährt das 470er Herren Quartett nach Weymouth weiter, Andreas Geritzer und die heimischen 49er absolvieren im Olympiarevier von 2012 ebenfalls eine finale Trainingswoche. 
 
 
470er Europameisterschaft Endstand nach 12 Wettfahrten + MR (ein Streicher)
Damen:
1
Emmanuelle Rol, Hélène Defrance
FRA
54
6
Sylvia Vogl/Carolina Flatscher
AUT
99 (18),13,7,3,10,6,12,1,5,11,7,12,6)
 
Herren:
1
Luke Patience/Stuart Bithell
GBR
58
11
Matthias Schmid/Florian Reichstädter
AUT
117 (BFD),5,3,6,9,20,8,27,7,14,6,11,2)
27
David Bargehr/Lukas Mähr
AUT
197 (5,9,(21),18,16,4,27,26,11,18,26,27,17
 
 
Quelle und Bilder Dominic Marsano

 


 

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