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BMW Hochsee-Meisterschaft: Triumph zur Geisterstunde

Regatta | 07.10.2010 - 07:03:51

Die Kirchenglocken von Biograd läuteten die Geisterstunde ein, als auf der „Les Sables“ Jubel ausbrach. Exakt um Mitternacht hatte die Crew von Nico Delle Karth das Langstreckenrennen der BMW Hochsee-Meisterschaft nach einem fast elfstündigen Krimi für sich entschieden.

 
Die BMW Hochsee-Meisterschaft bleibt nichts für schwache Nerven. Die 60 Seemeilen lange Königsetappe, in einem Stück gesegelt, aber als zwei Wettfahrten gewertet, bot an Wind und Wetter alles, was Segler erfreut, respektive zur Verzweiflung bringt. Zum „Aufwärmen“ wurde am Dienstag Vormittag noch eine Up & Down-Runde absolviert. Dieses vierte Rennen sicherte sich Titelverteidiger Christian Bayer mit Taktiker Christian Binder. Eine Stunde später, um 13.20 Uhr, wurde die 42 Boote starke Flotte auf die 111 Kilometer Langstrecke geschickt. Bei fünf Windstärken Grundwind kämpften sich die Schiffe durch die Adria. Bayer lag lange Zeit voran, im Finish des ersten Teilstücks musste das Aquila Sailing Team aber noch drei Teams passieren lassen. Delle Karth, der auch in Kroatien mit seinem 49er-Partner Niko Resch segelt, siegte vor Florian Raudaschl auf der Cape Code. Mit „fliegendem Start“ wurde Teil 2 der Langstrecke fortgesetzt – Ziel war Biograd. Die Ereignisse sollten sich überschlagen. Der Wind schlief phasenweise komplett ein. Delle Karth, der klar voran gelegen war, fiel zwischenzeitlich weit zurück. BMW Austria mit Gerhard Pils schaltete den Turbo zu und übernahm die Führung, wurde aber ebenfalls ein Opfer der stark wechselnden Bedingungen. Die Stunde schien für Florian Raudaschl zu schlagen, doch auch der Salzburger blieb wenige hundert Meter vor der Ziellinie in einem Windloch hängen. Delle Karth behielt die Nerven und Christian Bayer im Griff und segelte in der sechsten Wettfahrt zum dritten Tagessieg. Der 49er-Weltcupsieger und seine siebenköpfige Crew haben drei Runden vor Schluss einen komfortablen Fünf-Punkte-Vorsprung auf Bayer. „Die Langstrecke war in den letzten Jahren unsere Achillesferse. Dass es heuer so gut läuft, war nicht zu erwarten. Aber wir begehen wenige Fehler und haben diesmal auch das nötige Glück“, freute sich Niko Resch.
 
 
Sämtliche Wettfahrten sind auf www.bmw-hochseemeisterschaft.at live mitzuverfolgen. Für den folgenden Tag sind zumindest zwei weitere Runden vorgesehen. Die BMW Hochsee-Meisterschaft wird am Freitag finalisiert.
 
Zwischenstand nach 6 Wettfahrten/One Design Klasse
 
Platz
Schiff
Skipper
Punkte
1
Les Sables
Niko Resch
7
2
Sidney
Christian Bayer
12
3
Cape Code
Peter Czajka
13
4
Antigua
Gerhard Pils
17
5
Solent
Sylvia Vogl
29
 
Quelle Dominic Marsano
Bilder OeSV

 


 

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