
TAURUS: Gewitter, Reparatur und Riesenbrandung
People | 26.10.2010 - 06:41:31

Die österreichische Segelyacht TAURUS mit dem Abenteurerpärchen Barbara und Christoph Einspieler wird auf ihrem Weg entlang der südamerikanischen Atlantikküste vom Wetter auf die Probe gestellt. Flaute wechselt sich mit schwerem Wetter oder Wind aus vollkommen unvorhersehbaren Richtungen ab.
Nach dem Barbara und Christoph Einspieler die meteorologischen Vorhersagen sorgfältig studiert haben, machten sie ihre Stahlyacht TAURUS wieder startklar und verlassen bei totaler Flaute unter Motor die Bucht in der sie ihre Weltumsegelung zuletzt unterbrochen haben. Erst weiter draußen kommt raumer Wind mit 15 Knoten auf und ermöglicht den angehenden Weltumseglern angenehmes segeln. Der Wetterbericht am Abend, den die beiden über Kurzwelle empfangen bringt jedoch eine herbe Enttäuschung mit sich und sagt für den kommenden Tag Wind aus Süden an, genau die Richtung in die gesegelt werden soll. Weil der Südwind aber nur einen Tag wehen soll, entscheiden sich Barbara und Christoph zur Weiterfahrt,
sie sind auf ihrer Reise Kreuzen schon seit den Kapverden gewohnt, wundern sich aber darüber, dass der Wetterbericht bei negativen Prognosen meistens recht hat. Am nächsten Morgen kommen zum lästigen Aufkreuzen auch noch starke Gewitter mit heftigen Regenfällen dazu, so dass sogar die Vögel per Anhalter mitfuhren. Nachmittags änderte sich der Wind derart, dass die TAURUS ihrem Ziel unter Spinnaker entgegen segeln konnte. Im Laufe des Tages verfing sich dann der Bergeschlauch und Christoph musste in den Mast klettern um eine Notreparatur durchzuführen. Als der Wind im Lauf des nächsten Tages immer mehr auf Südwest drehte wurde es für die Crew der TAURUS immer schwieriger den Kurs Richtung Porto Belo zu halten, also wurde Santa Catarina als alternatives Ziel gewählt.
Zehn Seemeilen vor der Küste wurde die TAURUS dann Opfer eines lokalen Wetterphänomens namens Pampeiro, das sich durch große Gewittertürme im Süden und plötzliche Flaute ankündigte. Unter Maschine erreichten die beiden gerade noch rechtzeitig den nächstmöglichen Unterschlupf. Keinen Moment zu früh, denn 15 Minuten nach dem Ankermanöver, brachen Sturmböen und Regenschauer über das Schiff herein, so dass man keine fünf Meter weit sehen konnte. Diese katastrophalen Wetterbedingungen fesselten die TAURUS volle zwei Tage an ihren Ankerplatz, die von Barbara und Christoph mit instandhaltungsarbeiten und relaxen verbrachten. Am kommenden Morgen empfing herrlichster Sonnenschein, leichter Wind und beste Fernsicht das Seglerpärchen, allerdings war das Thermometer auf 16 °Celsius gefallen.
Als nächstes Ziel lag Florianopolis auf dem Törnplan, der Weg führte die TAURUS bei starker Strömung durch eine Meeresenge mit zwei Brücken von denen eine nur einen Meter Platz über dem Masttopp frei ließ. Im Yachtclub von Florianopolis konnte sich die Crew der TAURUS nach einer Woche wieder die Füße vertreten und versuchen auszuklarieren um sich auf den Weg nach Uruguay zu machen. Die Behördenwege für die direkte Weiterfahrt nach Argentinien zu erledigen erwies sich allerdings als unmöglich, da der Offiziellen hier besonders umständlich sind. Als am Tag des Ablegens der Wind plötzlich drehte, stand augenblicklich starker Seegang in die Bucht und die TAURUS verließ fluchtartig den Ankerplatz. Innerhalb kürzester Zeit donnerten schon die Brecher über die Klippen und Barbara und Christoph Einspieler müssen die ersten Stunden von Hand steuern, da die Windsteueranlage den Kurs so hart am Wind mit Seitenwellen nicht halten konnte. In der Nacht kam dann die Ruhe vor dem nächsten Sturm und in der Früh fielen die ersten starken Böen aus Südost ein. Die letzten 30 Seemeilen bereiteten den beiden dann wirklich viel Arbeit, bei der um jeden Meter Höhe gekämpft werden musste. Kurz vor Sonnenuntergang war dann die Hafeneinfahrt von Rio Grande, dem größten Industriehäfen Brasiliens erreicht. Noch vor Mitternacht wurde die TAURUS am Steg des Ozeanografischen Museums festgemacht und die Crew fiel glücklich und müde in die Kojen.
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