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Umweltschutz

Ocean | 16.01.2009 - 10:39:28

Schluss mit „blinden Passagieren“ im Ballastwasser. Die Verbreitung gebietsfremder Organismen durch das Ballastwasser von Schiffen ist ein Meeresumwelt-Problem, das von den Vereinten Nationen als eine der vier größten Bedrohungen eingestuft wird. Bislang gab es keine zugelassene Technologie, um dieses Problem zuverlässig in den Griff zu bekommen.
 
Nach Überzeugung von BSH-Präsident Prof. Dr. Ehlers gelang ein entscheidender Durchbruch, um die „Invasion fremder Arten“ stoppen zu können. Mit der heutigen Genehmigung des BSH für ein gemeinsam von der norddeutschen HAMANN-AG und der Evonik Degussa GmbH entwickeltes System zur umweltschonenden Behandlung von Ballastwasser an Bord von Schiffen, komme weltweit das erste System auf den Markt, das die strengen internationalen und nationalen Genehmigungsverfahren erfolgreich durchlaufen hat. Dies sei ein entscheidender Schritt, damit der Schifffahrt entsprechend dem internationalen Ballastwasser-Übereinkommen rechtzeitig geeignete technische Lösungen zur Behandlung des Ballastwassers zur Verfügung stehen, ergänzte Ehlers.
 
Das Ballastwasserübereinkommen fordert von der Schifffahrt schrittweise auf den bisher üblichen
unkontrollierten Wasseraustausch zu verzichten und das Ballastwasser zuvor an Bord zu behandeln. Dies wird bis 2016 etwa 40.000 Schiffe betreffen.
Die praktische Umsetzung - von der Entwicklung bis zur Zulassung – war für alle Beteiligten eine große Herausforderung, erklärte BSH-Justitiar Rolf von Ostrowski, der den Zulassungsprozess auch international koordinierte. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die sehr großen Mengen zu behandelnden Wassers (Tausende von Tonnen pro Schiff) als auch in Bezug auf die einzuhaltenden Höchstgrenzen bei der Anzahl verbleibender Organismen. Mit dem von HAMANN entwickelten System werde das Wasser in mehreren Schritten behandelt: zunächst in einem physikalischen Prozess, der Feststoffe bereits ab einer Größe von ca. 10 μm herausfiltert und anschließender „Desinfizierung“ mit einer von Evonik entwickelten aktiven Substanz, die das Wasser von verbliebenen Organismen reinigt.
Um nicht den „Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben“ musste vor allem auch die Umweltverträglichkeit der aktiven Substanz, die vollständig biologisch abbaubar ist, nachgewiesen werden, betonte Ostrowski.
Ballastwasser wird von Schiffen zur Stabilisierung aufgenommen und später in anderen Meeresregionen wieder abgegeben. So werden kleine „Mitreisende“ wie Bakterien, Pilze, Algen, Plankton, Muscheln oder Fische und Krebse dort eingeschleppt, wo sie nicht heimisch sind. Mit dem wachsenden und immer schneller werdenden Schiffsverkehr, aber auch durch die Erwärmung der Meere hat diese Bedrohung deutlich zugenommen. Mittlerweile können sich fremde Arten auch in unseren Breitengraden viel besser behaupten, als das bisher der Fall war. So haben sich in Nord- und Ostsee gebietsfremde Arten wie die Amerikanische Schwertmuschel oder ganz aktuell die Rippenqualle angesiedelt, die sich hier mangels natürlicher Feinde ungehindert ausbreiten können und somit zu starken Veränderungen des Ökosystems beitragen. Allein in den deutschen Seegebieten von Nord- und Ostsee werden pro Jahr etwa 20 Millionen Tonnen Ballastwasser abgelassen.
 
 
Quelle Gudrun Wiebe www.bsh.de , Bild www.hamannag.com
 
 
 
 

 


 

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