
Müllproblem im Mittelmeer akut
Ocean | 11.01.2011 - 05:35:49

Laut einer Studie schwimmen im Mittelmeer in dem stark befahrenen Seegebiet zwischen Europa und Afrika etwa 500 Tonnen Plastikabfälle. Die teilweise winzigen Partikeln kehren über die Nahrungskette wieder zum Verursacher, dem Menschen zurück.
Nach einer selbst organisierten Expedition im Mittelmeer warnen Wissenschafter vor dem wachsenden Müllproblem in dem etwa 2,5 Millionen km² großen mediterranen Raum. Eines der Hauptprobleme ist hier der Plastikabfall, der an den Küsten hinterlassen und ins Meer geschwemmt, vom Wind ins Wasser geweht, oder von Schiffen ins Meer geworfen wird. Durch mechanische Einflüsse wie Seegang werden größere Abfallteile zerkleinert und als winzige Kunststoffpartikel im gesamten Mittelmeer verbreitet. Diese Kleinteile werden im Laufe der Zeit von Algen und Mikroorganismen besiedelt und dienen, angefangen von Plankton, kleine Fische und größeren Meereslebewesen als Nahrung.
Die in den Kunststoffen enthaltenen Giftstoffe sammeln sich in den Tieren an und kehren über die Fischereiindustrie wieder an die menschlichen Verursacher des Müllproblems, den Menschen zurück. Die gewaltige Menge von 500 Tonnen Plastikpartikeln wurde von den Forschern nach der sorgfältigen Entnahme von Meerwasserproben an den Küsten von Frankreich, Norditalien und Spanien hochgerechnet. In Kürze wollen die Wissenschafter Vergleichsproben sammeln, um die steigende Tendenz des Müllproblems zu untersuchen und zu dokumentieren. Weitere Reviere, wie Süditalien und die Küste Nordafrikas sowie Korsika und Sardinien, die bis jetzt noch nicht auf ihren Müllgehalt erforscht wurden, sollen in Zukunft auch untersucht werden. Um einer weiteren Zunahme der Müllbelastung entgegenzutreten, müsse das Problem an der Wurzel bekämpft werden, sind sich Meeresbiologen und Experten sicher.
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