Ecker Yachting

Österreicher unterwegs

Thomas Dobernigg BLOG | 20.03.2011 - 12:41:05

Österreichische Fahrtensegler sind ein abenteuerlustiges Volk. Ständig sind zahlreiche Yachties unter rot-weiß-roter Flagge weltweit unterwegs. Die meisten von ihnen halten ständigen Kontakt mit OCEAN7, auch wenn das aus entlegenen Flecken abseits der bekannten Routen mitunter nicht immer ganz einfach ist.

Wie kann OCEAN7 den vielen Crews gerecht werden, die da unterwegs sind und sich immer wieder mit aktuellen Berichten bei uns melden? Ich habe mir gedacht, eine neue, regelmäßige Rubrik in unserem Magazin zu gestalten. „Österreicher unterwegs“. Auf einer Weltkarte sollen die jeweiligen Positionen der Schiffe unter rot-weiß-roter Flagge gezeigt werden, auf den darauf folgenden Seiten deren Berichte in unterschiedlicher Länge. Vom einzelnen Foto mit ein paar Zeilen bis hin zur umfangreichen Reportage. Je nach Informationswert.

Ein weiteres Thema, ein sehr brisantes, beschäftigt mich derzeit – und wohl auch jeden Fahrtensegler, der entweder bereits auf Weltumsegelung ist oder zumindest von einer solchen träumt. Waren bisher die Risiken auf ein Riff zu laufen, in einen verheerenden Sturm zu geraten, von Treibgut leckgeschlagen zu werden oder durch Materialbruch in Lebensgefahr zu geraten, so gibt es seit einiger Zeit eine neue, weitaus größere Gefahr für alle Segler auf großer Fahrt: Wie komme ich unbeschadet wieder zurück ins Mittelmeer, ohne Piraten vor den Bug zu laufen? Speziell nach den letzten grausamen Überfällen auf Yachties auf Hoher See ist diese Frage wohl in allen Köpfen. Vor ein paar Wochen wurden zwei Paare von einer US-amerikanischen Segelyacht entführt und erschossen. Eine dänische Familie mit ihren zwei kleinen Kindern ist in der Hand somalischer Verbrecher. Nur zwei Beispiele von vielen.

Segler haben versucht, die Gefahr durch Segeln im Konvoi zu verringern. In einem solchen „Sicherheitsnetz“ sind etwa die Schölers, aber auch die Wiener Crew der SLEIPNIR2, am Horn von Afrika vorbei bis zum Suezkanal gesegelt – und haben in OCEAN7 ausführlich darüber berichtet.

Ich weiß von einer Familie, die derzeit im Oman festliegt und den Absprung zurück nach Hause nicht wagt. Sie überlegt, die Yacht als Deckfracht auf einem Containerschiff ins Mittelmeer zu schaffen. Eine kostspielige Angelegenheit für Weltumsegler am Ende ihrer Reise.

Und natürlich ein Thema für OCEAN7. Wesentliche Information für die Planung für alle, die von der großen Reise träumen. Dazu habe ich Kontakt mit dem Schiffahrtsjournalisten und Autor Eigel Wiese aufgenommen, der einer der weltweit fundiertesten Experten für das brennende Thema „Piraterie“ ist. Von ihm stammt das hochaktuelle Buch „Piraterie – Neue Dimensionen eines alten Phänomens“, erschienen bei Koehler Books.

In einer der nächsten Ausgaben von OCEAN7 wird es eine ausführliche, informative Analyse der Situation geben. Wir werden die Hot Spots der Gewalt auf Hoher See nennen. Abseits jeder reisserischer Berichterstattung wird Eigel Wiese speziell über Ursachen der Piraterie gegen Yachten und über mögliche Strategien für Segler berichten. Wenn Sie jetzt schon besser über dieses Thema informiert sein wollen: Hier können Sie das Piraterie-Buch von Eigel Wiese bestellen.
 


 

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Name Text
skippy

Wäre ich Weltumsegler würde ich mich wahrscheinlich bewaffnen. Und zwar nicht mit handlichen Gaspistolen - wesentlich mehr Dampf ist angesagt.

Traurig aber vielleicht schon notwendig.

Kommentar melden | 20.03.2011 - 13:14:56

Kapitän Metaxa

Hätte man die ersten Piraten, die gefangen wurden, gleich an Ort und Stelle aufgehängt, so wie das immer in der Seefahrt gemacht wurde hätte sich das Thema von selbst erledigt, weil jedem Piraten dieses Risiko zu groß wäre. Menschen, die sich außerhalb des Gesetzes stellen, können nicht mit Gesetzen abgeurteilt werden. Was passiert mit gefangenen Piraten? Man läßt sie wieder frei, weil sie ja nichts dafür können. Hartes Durchgreifen ist daher dringend erforderlich.
Käpt. Metaxa

Kommentar melden | 21.03.2011 - 10:36:15

Thomas Dobernigg

Aufhängen?

Na ja, das mit dem Aufhängen ist wohl so eine Sache. Das hat man konsequent schon vor Jahrhunderten gemacht. Und Piraten gibt es immer noch. Gab es immer.
Die "abschreckende Wirkung" der Todesstrafe funktioniert ja nicht wirklich. Weil kein Verbrecher davon ausgeht, erwischt zu werden. Sonst dürfte es in den USA keine Mörder geben ...
Die Ursachen für Piraterie liegen wo anders und die müssen konsequent bekämpft werden. Auch klar, dass dies nicht in kurzer Zeit möglich ist.

Kommentar melden | 21.03.2011 - 10:43:54

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