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Rechts oder links?

Thomas Dobernigg BLOG | 18.05.2011 - 13:16:57

Vor dem Wind die paar Meilen nach Süden, bis zum Kap mit dem Tempel des Poseidon. Und dann? Nach links, also nach Osten zu den Inseln der Kykladen? Oder nach rechts, nach Westen, in den Saronischen Golf? Ich entschied mich falsch – und hatte einen Törn, der nicht den Erwartungen entsprach.

Mai in der Ägäis. Es war saukalt. 15 Grad tagsüber, dazu ein knackiger Nordwind, der sich zum handfesten Sturm auswuchs. Wie sagte der Wirt von der Taverne Sofrano, The Yachting Club, auf Kythnos: „Economy is down, our rich politicians are cheating, tourists refuse to visit, the wind comes freezing cold from north – you see, nobody likes us!“

Nun ja, leicht machen es die Griechen einem derzeit nicht gerade, sie zu mögen. Alle jammern und schimpfen. Wie soll da bei den wenigen Urlaubern eine entspannende Urlaubsstimmung aufkommen? Und dazu das Wetter. An dem die Griechen nun wirklich nicht schuld tragen.

Wir starteten von Lavrion, wo Sunsail und Moorings in der modernen Olympic Marina eine nagelneue Basis eröffnet haben. 18 Yachten stehen dort, bis zum großen Privilege Katamaran. Für uns war die Kleinste aus der Flotte reserviert, die Sunsail 36i LIBBY LOU. Neu, schön, perfekt ausgerüstet. Und hätte ich mich beim Poseidon Tempel richtig entschieden, wäre sie auch groß genug gewesen.

So aber musste ich es ja unbedingt wissen – und segelte zu den Inseln der Kykladen, statt nach Hydra, Aigina, Salamis oder Angistri. Dort, im Saronischen Golf, zeichnete der großartig zuverlässige Online-Wetterdienst www.poseidon.hcmr.gr die gesamte Törnwoche über dunkel- bis hellblaue Windpfeile, als Bft. 1 – 3. Während wenige Meilen weiter östlich bei den Kykladeninseln die Pfeile stramm aus Norden in den Süden zeigten und in den beunruhigenden Farben von gelb bis braun schimmerten –  zwischen 6 und 8 Bft. Was die Inseldurchfahrten zu Düsen macht und eine unangenehm hohe Kreuzsee aufwirft.

So badeten wir in den heißen Thermalquellen, die bei Lefkes auf Kythnos am Strand in das Meer fließen. Um die beindruckende Chora im Inselinneren zu besuchen, mussten wir allerdings ein Auto mieten, weil der Inselbus seit Wochen kaputt vor sich hingammelt und der Busfahrer in der Taverne seine Zeit verbringt: „Macht aber nichts, ich werde ja trotzdem bezahlt, mit allen Zulagen!“. Wie exakt an jenem Tag aus der Zeitung zu erfahren war, gibt es für griechische Busfahrer Prämien sogar für das Warmlaufen des Motors. Möglicherweise ja sogar, wenn der kaputt ist …

Na, vielleicht stimmt es doch bald: „Nobody likes us“. Wenn wir für derartige Absurditäten immer tiefer in die Tasche greifen müssen.

Eine ausführliche Revier-Reportage gibt es in der kommende Ausgabe von OCEAN7.

 


 

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skippy

Griechische Beamte bekommen sogar Prämien, wenn Sie pünktlich zur Arbeit erscheinen!

Kommentar melden | 19.05.2011 - 10:32:24

erpl

Na, da lob ich mir jetzt doch wieder die Kroaten!

Da ist im Juli wenigstens gar kein Wind und im August jeder Hafen so voll, dass manche die Häfen gar nicht erst verlassen.

Kommentar melden | 19.05.2011 - 15:13:04


 
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