
Olympic Test Event 2011, erster Tag
Regatta | 06.08.2011 - 09:23:08
Österreichs Spitzensegler der Olympiaflotte nehmen das Olympic Test Event 2011 vor Weymouth und Portland gehandicapt in Angriff und fahren trotzdem die ersten Erfolgserlebnisse ein.

Bei der Olympiageneralprobe vor Weymouth, die bis 13. August andauert und 64 Nationen an der Linie versammelt, kamen die ersten drei OeSV-Boote zum Einsatz. Sämtliche Österreicher wussten mit starken Leistungen zu überzeugen, hatten aber auch leichte Ausrutscher zu verzeichnen.
Andreas Geritzer, dessen Antritt aufgrund starker Rückenschmerzen noch in den Sternen stand, kam zum Auftakt der Laserkonkurrenz auf die Ränge 26 und drei. Im ersten Durchgang wurde der Neusiedler an der Startlinie von der Konkurrenz aus Peru regelwidrig abgestellt und musste das Feld von hinten aufrollen. Der EM-Dritte von Helsinki ließ nichts unversucht, wurde aber vom starken Verkehr gebremst und konnte lediglich bis ins Mittelfeld vorfahren. Im zweiten Durchgang klappte der Start nach Wunsch, Geritzer lieferte sich mit Weltmeister Tom Slingsby und Europameister Tonci Stipanovic einen packenden Dreikampf und passierte als drittes Boot die Ziellinie.
Andreas Geritzer: „Ich habe seit einigen Tagen mit starken Rückenproblemen zu kämpfen und muss mich bei unseren Physiotherapeuten bedanken, die mir den Start überhaupt erst ermöglicht haben. Ich bin in meiner Bewegung noch immer stark eingeschränkt, das Gefühl für das Boot ist praktisch nicht vorhanden. Die erste Wettfahrt war durch die Behinderung verloren, ehe sie wirklich begonnen hat. Die Disqualifikation des Peruaners war die einzig richtige Entscheidung, genützt hat es mir aber wenig, weil ich im entscheidenden Moment völlig abgestellt war. Die zweite Wettfahrt war dann sehr ansprechend. Unter Berücksichtigung der Umstände muss ich mit der Leistung zufrieden sein.“
Bei Matthias Schmid und Florian Reichstädter wechselte ebenfalls Licht und Schatten, nach einem tollen sechsten Platz mussten sich die 470er Herren im zweiten Durchgang mit Rang 17 begnügen. Damit rangiert das Duo vorläufig auf Platz acht.
Matthias Schmid: „Die erste Wettfahrt verlief absolut nach Plan, der Start war super, der Rest fast einfach. Wir konnten das Tempo der Schnellsten halten und haben bewiesen, dass wir der Weltspitze durchaus Parole bieten können. Die zweite Runde war eher chaotisch, aufgrund der kurzen Kurse sind die Abstände zu Beginn minimal, Fehler rächen sich doppelt bis dreifach. Wir haben unsere Chancen durch eine Tonnenberührung leichtsinnig vergeben und können zwar mit der respektablen Aufholjagd, nicht aber mit dem Ergebnis zufrieden sein. “
Lara Vadlau und Eva Maria Schimak lassen sich zum Auftakt ebenfalls nicht lumpen und beenden die erste Wettfahrt der 470er Damenkonkurrenz auf Rang fünf. In der zweiten Wettfahrt werden die Jugend-Olympiasiegerin und ihre 24jährige Vorschoterin unmittelbar nach dem Start verwarnt und finden sich nach dem Abdienen der Ersatzstrafe (360 Grad Drehung) am Ende des Feldes wieder. Bis ins Ziel kann das heimische Duo noch an zehn Booten vorbeisegeln, nach zwei Wettfahrten rangieren Vadlau und Schimak auf Platz elf.
Lara Vadlau: „Wir sind in Ufernähe gesegelt und hatten sehr wechselhafte Verhältnisse mit denen wir gut klar gekommen sind. In der ersten Wettfahrt sind wir vom Start weg in der Spitzengruppe gesegelt und haben auf die Führenden sogar phasenweise Druck ausüben können. In der zweiten Runde sind wir ebenfalls gut positioniert gewesen, die Verwarnung bzw. das Leisten der Ersatzstrafe hat uns dann aber ans Ende des Feldes gespült. Unmittelbar nach dem Start gepfiffen zu werden ist natürlich bitter, aber die Juryentscheidung geht in Ordnung, da ich in dieser Phase am Ruder ein wenig zu aggressiv war.“
Die 49er Weltranglisten-Ersten Nico Delle Karth und Niko Resch absolvieren wie Finnsegler Florian Raudaschl einen Tag später ihre ersten Runden, für Hans Spitzauer und Adi Lüzlbauer ist die Olympiageneralprobe hingegen vorüber, ehe sie begonnen hat. Das Starbootduo muss aufgrund der gesundheitlichen Probleme Lüzlbauers passen und befindet sich bereits auf dem Heimweg.
Zwischenstand:
470er Herren, 2 Wettfahrten, 32 Teams
1. Pierre Leboucher/Vincent Garos FRA 7
8. Matthias Schmid/ Florian Reichstädter AUT 23 (6,17)
Laser, 2 Wettfahrten (55 Starter)
1. Tom Slingsby AUS 6
15. Andreas Geritzer AUT 29 (26,3)
470er Damen, 2 Wettfahrten, 26 Teams
1. Hannah Mills/Saskia Clark GBR 2
11. Lara Vadlau/Eva Maria Schimak AUT 21 (5,16)
Quelle und Bilder Dominic Marsano
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