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100 Jahre BAYERN II

Yachten | 08.08.2011 - 13:16:54

Großes Geburtstagsfest am Bodensee: Die BAYERN II, das Flaggschiff des Lindauer Segelclubs wurde 100!

 

Von Kirsten Panzer-Gunkel

„Ich bin sicher, das ist das schönste Segelboot auf dem ganzen See“, sagte der LSC-Vorsitzende Andreas Ober bei seiner Festansprache. „Wo immer wir hinkommen, sofort wird das Schiff mit seinen eleganten und klassischen Linien bewundert. Selbst Motorbootfahrer fahren extra einen Umweg, um ein schönes Foto von der alten Dame schießen zu können“. Die BAYERN II, eine acht Meter-Rennyacht wurde 1911 als WOGE V für den Hamburger Kaufmann Otto C. Ernst gebaut, bei der damals schon renommierten Werft Abeking und Rasmussen in Lemwerder an der Weser. „Das 12,65 Meter lange Schiff galt 1911 als der erfolgreichste Achter im Deutschen Reich“, lobte Ober die historische Yacht. 1913 zog sie nach Süden, der damals Großherzogliche Badische Yachtclub Überlingen kaufte sie und taufte sie in BODAN um. 1937 schließlich erwarb der Lindauer Segler-Club das angeblich zu weich gewordene Schiffe für 1.665 Reichsmark. „Noch heute haben wir in Überlingen Diskussionen, ob wir die BODAN nicht besser behalten hätten“, berichtete Ralf von Klösterlein, der frühere Präsident des Bodensee-Yachtclubs Überlingen bei der Geburtstagsfeier. Nach dem zweiten Weltkrieg nannte der LSC die BODAN in BAYERN II um – in Erinnerung an die BAYERN I. Die war von der französischen Besatzungsmacht übernommen worden. Heute ist die BAYERN II das von den LSC-Mitgliedern heiß geliebte und immer wieder restaurierte Flaggschiff mit viel Erinnerungswert für die meisten Clubmitglieder. Der LSC hat die Yacht nahezu im Originalzustand belassen. „Sie hat immer noch keine kraftsparenden Winschen mit Mehrgangübersetzung, wie sie heute die anderen Achter fahren. Wir sind wie vor 100 Jahren unterwegs und dadurch auch etwas langsamer als die anderen, die aufgerüstet haben“, lobte Andreas Ober die Qualitäten der BAYERN II. „Es kann extrem harte Arbeit sein, wenn in einer Regatta die 65 Meter lange Großschot bei vier bis fünf Windstärken immer wieder von Hand dichtgenommen werden muss. Das 65 Quadratmeter große Großtuch kann da einen brutalen Druck entwickeln“. „Genau das ist das Schöne an der BAYERN II“, freut sich Jugendleiter Robert Nitsche über das Schiff. „Alles geht nur im Teamwork. Jeder Strecker fürs Fall, jede Schot hat so viel Zug, das können bei Wind nur mehrere Leute gleichzeitig dichtnehmen, drum ist die BAYERN II heute das ideale Boot für unsere Jugendausbildung. Da lernt man wie zu alten Zeiten die Seemannschaft und auch das richtige Timing fürs Manöver. Bei modernen Schiffen wird im Zweifelsfall der Motor angeworfen, den hat die Bayern nicht. Da muss die Mannschaft an Bord sowohl den Sturm als auch die Flaute durchstehen.“

Zum Jubiläum der Bayern II hat der LSC neben einem Festabend auch eine Regatta ausgerichtet – und die hat selbstverständlich die Jubilarin gewonnen.

Quelle Kirsten Panzer-Gunkel

Bilder Lauterwasser

 


 

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