
Nico Delle Karth und Niko Resch können Geschichte schreiben. Die 49er Segler haben ihren angepeilten Podestplatz ebenso vorzeitig in der Tasche wie Matthias Schmid und Florian Reichstädter, die vor Miami ihren ersten Tagesieg der MIAMI OCR zelebrierten. Beiden Teams ist der Podestplatz nicht mehr zu nehmen, für Österreichs 49er Profis ist der Gesamtsieg zum Greifen nahe.

Österreichs 49er Profis schicken sich an, ihrer Erfolgsstory ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Nach einer beeindruckenden Serie - der 25-jährige Tiroler und sein um sechs Monate jüngerer Partner aus Velden gewannen vier der insgesamt 14 Wettfahrten und kreuzten ebenso oft als zweite die Linie - ist der erste Weltcup-Sieg zum Greifen nahe. Auf den Plätzen elf, zwei und eins, beträgt der Polster auf die zweitplazierten Briten John Pink und Rick Peacock, die es zu kontrollieren gilt, neun Zähler. Segler aus sieben Nationen haben sich für die Entscheidung, in der es pro Platz doppelte Punkte gibt, qualifiziert. „Wir werden die Briten an die Leine nehmen und auch die Alonso-Brüder im Augenwinkel behalten. Nur wenn es notwendig sein sollte, und wir uns unserer Sache zu 100 % sicher sind, gehen wir eigene Wege“, erläutert Resch, der Delle Karth seit einem Jahrzehnt zur Seite steht, die Taktik. Die Tatsache aufgrund der großen Punkteabstände nicht mehr vom Podest stolpern zu können sei zwar „wirklich sehr erfreulich“, doch in Anbetracht der bisherigen Leistung will das Duo Platz eins naturgemäß verteidigen. „Ein Sieg würde uns hinsichtlich der Olympiakampagne für Weymouth enormen Rückenwind geben und wäre ein feines Dankeschön an bewährte und neue Wegbegleiter.“ Noch ist es aber nicht so weit, spätestens nach dem olympischen Medal Race vor Qingdao übt man sich in der 49er Klasse in vornehmer Zurückhaltung. Damals haben die Österreicher überlegen geführt, während die gesamte Flotte Purzelbäume schlug. Dann ging der Mast in Zwei und der Sieg, sowie die theoretische Bronzechance endgültig den Bach hinunter.

„Kaum ist Männerwind, sind wir vorne“, haben Matthias Schmid und Florian Reichstädter nach dem heutigen Tag gut Lachen. Das heimische 470er Duo krönte ihre, nach Startschwierigkeiten letztendlich tolle Serie, mit einem überlegenen Wettfahrtsieg und bestätigte damit die ausgezeichnete Starkwind-Performance. „Wir wissen, dass wir bei viel Wind zu den absolut Schnellsten zählen, wichtiger ist aber die Erkenntnis auch bei Leichtwind an den Weltbesten, wie beispielsweise den Spaniern, dran zu sein.“ Diesbezüglich hat das Duo laut eigenen Angaben einen großen Schritt nach vorne geschafft, die Devise für das Medal Race, in welchem Teams aus sechs Nationen Flagge zeigen, lautet totaler Angriff. „Wir können zwar rein rechnerisch noch gewinnen, praktisch wird aber auch Platz zwei sehr schwer werden. Im Normalfall werden die Spanier auf die Amerikaner, und diese auf uns achten. Eventuell kommen wir aus der Umklammerung, wir werden zumindest alles daran setzen.“

Für Sylvia Vogl und Alexandra Wollner verlief der Tag mit zwei dritten Plätzen ebenfalls nach Wunsch. „Das erste Rennen war taktisch sehr sauber, im zweiten haben wir über den Kampf gepunktet. Wir konnten jeweils die regierenden Weltmeisterinnen hinter uns lassen, was nicht selbstverständlich ist“, zeigt sich das auf Platz fünf rangierende Duo zufrieden.
Zwischenstand nach dem fünften Tag, 49er (14 Wettfahrten)
1. Nico Delle Karth/Niko Resch AUT 41 (1/1/3/8/2/2/2(16)/5/2/1/11/2/1)
2. John Pink/Rick Peacock GBR 50 (7/2/2/9/1/1/5/5/3/(10)/5/2/1/7)
3. Federico Alonso/Arturo Alonso ESP 56 (2/(10)/6/5/6/3/1/4/1/3/2/8/7/4)
Zwischenstand nach dem fünften Tag, 470er Herren (11 Wettfahrten)
1. Onan Barreiros/Aaron Sarmiento ESP 16 (1/(6)/2/1/2/1/1/2/1/1/4)
3. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 32 (10)/5/3/2/4/2/4/3/4/4/1)
Zwischenstand nach dem fünften Tag, 470er Damen (11 Wettfahrten)
1. Henriette Koch/Lene Sommer DEN 18 (4/1/2/1/1/2/3/2/1/(5)/1)
5. Sylvia Vogl/Alexandra Wollner AUT 49 (2/3/(DNS)/DNS/DNS/4/5/4/5/3/3)
Text und Bilder Dominic Marsano