
Kroatien: Motorboot rast in Segelyacht - 2 Tote UPDATE
Revier | 20.08.2011 - 09:50:30
Nahe der Insel Maslinovik, die etwa eine Seemeile südwestlich von Primošten liegt, kollidierten am Dienstag den 16. August um die Mittagszeit zwei Yachten. Zwei Personen kamen bei dem Zusammenstoß ums Leben.

Tomislav Horvatinčić, der mit seiner Motoryacht vor Primošten zwei italienische Segler gerammt und getötet hat, wurde in Šibenik in Untersuchungshaft genommen. Kurze Zeit später setzte der Richter eine Verlängerung der Untersuchungshaft auf ein Monat fest. Der Staatsanwalt will gegen den Unternehmer aus Zagreb eine Anklage wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und unterlassene Hilfeleistung anstreben. Das könnte laut kroatischem Gesetz eine Höchststrafe von 13 Jahren bedeuten. In Kroatien wird der bevorstehende Prozess wegen des arroganten und verantwortungslosen Handelns des Beschuldigten als Präzedenzfall für das wiederholte rücksichtslose Verhalten von Motorbootfahrern in kroatischen Gewässern gehandelt.
In der kroatischen Adria kam es am Dienstag den 16. August zu einem Zusammenstoß zwischen der zwölf Meter langen Motoryacht SANTA MARINA aus Split und dem Segelschiff SANTA PAZIENZA. Der Unfall ereignete sich in den Mittagsstunden unweit der kleinen Insel Maslinovik, etwa eine Seemeile südwestlich des beliebten Urlaubsorts Primošten. Bei der Kollision wurde die Segelyacht schwer beschädigt, auf der Backbordseite wurde der Rumpf auf Höhe des Cockpits völlig zertrümmert. Die zwei Personen, die sich an Bord der Segelyacht befanden, wurden bei dem Zusammenstoß getötet und ihre Leichen von der zuständigen Behörde aus Šibenik zwei Stunden nach dem Unglück geborgen. Tomislav Horvatinčić, der aus Zagreb stammende, 63 jährige Besitzer der Motoryacht war zum Zeitpunkt des Vorfalls mit seiner 35 jährigen Begleiterin unterwegs und äußerte sich nach vier Stunden bei den lokalen Medien zu dem Unfall. Er bestätigte den Zusammenstoß und bedauerte die beiden Opfer. Als Ursache für den Zusammenstoß gibt der kroatische Unternehmer an, dass die Steuerung seines Motorbootes zum Zeitpunkt des Unfalls ausgefallen sei und er, trotzdem er versuchte die Besatzung des Segelboots zu warnen, die Kollision nicht verhindern konnte. Zu dem Umstand, dass sein Schiff zum Zeitpunkt des Unfalls mit etwa 20 Knoten in einer Zone
unterwegs war, in der eine maximale Geschwindigkeit von fünf Knoten erlaubt ist, wollte sich Horvatinčić nicht äußern. Dieses Unglück, das in kroatischen Gewässern der bisher schwerste Bootsunfall dieses Jahres ist, löst zahlreiche Diskussionen über die regelmäßigen Geschwindigkeitsüberschreitungen in kroatischen Küstengewässern aus. Mit einer Sonderkommission, die das kroatische Verkehrsministerium ins Leben gerufen hat, sollen nun die Funktion des Autopiloten und der Steuerung des Motorboots sowie die genaue Unfallursache untersucht werden werden.
Quelle: Soline, www.tportal.hr & CROPIX
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Thommy ![]() |
Geschwindigkeit Motorboote Ich muss leider immer wieder beobachten, dass Motorboote in Ufernähe (300m) sich nicht an die Geschwindigkeit von 5 Knoten halten und so viele Menschen rücksichtslos gefährden bzw. es immer wieder zu schweren Unfällen vor allem mit Schwimmern kommt! Das kann in diesem Fall aber damit nichts zu tun haben, denn ein Segelboot zu übersehen und deshalb zu rammen kann nichts mit Geschwindigkeit sondern eher nur mit Blödheit zu tun haben! Immer wieder fahren Motorboote auch viel zu knapp an anderen meißtens Segelbooten vorbei. Den Ausfall der Steuerung glaub ich nie und nimmer und da es sich bei dem Motorboot offensichtlich um ein Boot mit 2 Maschinen gehandelt hat verstehe ich es noch weniger! Ich glaube das Zauberwort ist einfach Abstand sowohl 300m von der Küste als auch zu anderen Booten. Auch wenn das den Eigner mehr Sprit kostet. Hoffe nur das der Vorfall zur Gänze und richtig aufgeklärt wird. Da es sich bei den Toten ja um 2 italienische Touristen handelt ist die Wahrscheinlichkeit auch etwas höher als sonst vielleicht M+S MM T! Kommentar melden | 18.08.2011 - 14:03:40 |
urti ![]() |
Um/nfall Schließe mich an Thommy`s Meinung an; Wie hat sich der "Motorbootführer" gegenüber der (nun toten) Segelcrew bemerkbar gemacht (es gibt internatonal bekannte Zeichen, mit Hilfe von Flaggen, Tonnen, etc, um "Manivrierunfähigkeit" anzuzeigen; kennt er Diese nicht?)? weshalb ist er nicht vom "Gas" gegangen , noch dazu wo er viel , viel zu schnell unterwegs war?? Das , was der Eigner vorbringt sind dumme Ausreden hoffe, das Gesetz wird ihn sehr streng und persönlich erreichen; Tote können sich nicht mehr wehren... Urti Kommentar melden | 18.08.2011 - 20:26:46 |
| silversurfer |
Blödsinn! Wenn der tatsächlich ein blockiertes Ruder hat, fährt er doch nicht mit 20 Knoten durch die Gegend. Dann nimmt er doch einfach das Gas heraus und stoppt sofort. Kommentar melden | 19.08.2011 - 08:16:15 |
Yachttheo ![]() |
Rücksichtsloses verhalten wir waren heuer 6 Wochen in Mitteldalmatien unterwegs. Bedauerlicherweise sind es sehr oft Croatische Eigner, die mit größeren Yachten ( 50 Fuß) mit ihren Jetski oder Beibotten mit Jetantrieb inmitten von Bojenfeldern herumrasen. Stellt man sie zur Rede, bekommt man zu hören, das sei ihr Land. Wems nicht passt solle woanders hinfahren. Kommentar melden | 19.08.2011 - 09:39:58 |
| LowTech |
Nicht das erste Mal Fast jeder, der in Kroatien segeln geht, hat schon Erfahrungen mit Motorbootfahrern gemacht, ist grundlos in gefährliche Situationen gekommen oder einfach nur belästigt worden. Dieser Fall sollte endlich ein Umdenken bewirken. Es kann doch nicht sein, dass die bestehenden Gesetze ständig überschritten und missachtet werden. Es ist ja nicht das erste Mal, dass es durch rücksichtsloses Verhalten von Motorbootfahrern zu Todesfällen kam. Hoffentlich ist der jüngste Vorfall endlich ein Auslöser für striktere Verfolgung von nautischen Rowdys, die glauben, sie können sich über alle Regeln hinwegsetzen. Kommentar melden | 20.08.2011 - 10:11:07 |
| MASTIX |
So etwas musste leider passieren, damit die Aufmerksamkeit auf so ein akutes Thema geleitet wird (Die Zustände in der Adria sind im Sommer, wie im Wilden Westen). Nun ist es so, dass es jemand ist, der viel Unterstützung in der Politik und in der lokalen Wirtschaft hat. Dies ist jetzt eine Prüfung für die kroatische Justiz (so wie bei Sanader). In diesem Fall hat der Beschuldigte Pech, weil die Opfer Ausländer sind. Er wird der fahrlässigen Tötung und der unterlassenen Hilfeleistung beschuldigt. Erst die Obduktion wird zeigen, ob die beiden italienischen Staatsbürger sofort tot waren, oder erst später. Meiner Meinung nach ist das grundsätzlich falsch, man hilft, gleichgültig, ob man weiß, ob jemand am Leben ist oder schon tot. Die Ausrede, mit dem kaputten Autopiloten ist für jeden, der etwas Ahnung von Schiffen und dem Meer hat nicht ausreichend (laut seinem Anwalt war er schon ein paarmal in Reparatur, ein Grund mehr ihn mit Vorsicht oder gar nicht zu benützen). Eigentlich müsste das Hafenamt, das ihm seinen Schein ausgestellt hat auch vor Gericht… HA HA…! Kommentar melden | 20.08.2011 - 21:37:02 |
| Thommy |
Ich möchte an dieser Stelle als Segler aber auch noch einmal eine Lanze für die Motorbootfahrer brechen. Das soll keine Hetze gegen diese Zunft sein. Es sind nicht alle Motorbootfahrer rücksichtslos etc. Es gibt natürlich auch rücksichtsvolle Motorbootfahrer die entsprechend Abstand halten und denen werde ich auch immer gerne zurück winken. Auch wenn mich 2 Minuten später dann die Bugwelle des jenigen welchen trifft! Kommentar melden | 20.08.2011 - 21:47:09 |
The Cleaner ![]() |
besinnen anstatt besonnen! Tragisch, dieser unverständliche Vorfall. Kommentar melden | 26.08.2011 - 15:24:53 |
Christian Winkler ![]()
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Unverständlich? Vielen Dank "The Cleaner", so wie Du sollten alle denken, ob Motor- oder Segelboot. Unverständlich ist mir dieser Vorfall allerdings nicht. Ich habe einen Sohn durch einen solchen Unfall verloren, ein zweiter ist jetzt lebenslang behindert. Der Prozess gegen den Bootfahrer läuft bereits drei volle Jahre, ein Ende ist nicht absehbar. Er hatte seinen Bootsführerschein in Mazedonien (!) gemacht und war bereits vier volle Tage in Besitz desselben. Wenn man das weiß braucht man sich nicht wundern, dass jede Saison solche Unfälle passieren. Die Motorbootfahrer sind ein sehr starker Wirtschaftsfaktor im kroatischen Tourismus, allein die Treibstoffmengen, die da verbraucht werden, bringen dem Staat wohl jede Menge Steuern ein. So werden bei den Lizenzen alle Augen zugedrückt, um nur ja möglichst viele nautische Touristen im Land zu haben. Die Folgen sind revierbedingt kaum kontrollierbar und selbst bei höchsten Strafen nicht abschreckend, denn wer für jede Tankfüllung problemlos ein paar Hunderter hinblättern kann, dem tut eine saftige Strafe wegen Schnellfahren auch nicht weh. Vielleicht wäre es überlegenswert, ein technisches Überwachungssystem insofern einzuführen, als jedes Motorboot einen Transponder mitführen muss, der die GPS-Daten laufend mit den geschwindigkeitsbeschränkten Zonen vergleicht. Das würde allerdings ziemliche Entwicklungskosten verursachen, und die kann der junge Staat wahrscheinlich nicht tragen. So wird es wahrscheinlich noch viele weitere Unfälle geben, und niemand kann etwas dagegen tun. Kommentar melden | 30.08.2011 - 10:11:05 |
karl ![]() |
Als erfahrerner Bootsführer mus ich mir die Frage stellen warum konnte Kommentar melden | 02.09.2011 - 14:22:16 |
| Brummbär |
Wie sich ja herausstellte, wurde der Notruf von einer anderen Charteryacht ausgelöst. Kaum vorzustellen, was deren Crew durchgemacht haben muss. Man kann nur hoffen, dass niemand mehr Zeuge geschweige denn Beteiligter einer solchen Tragödie sein muss. Dem Motorbootfahrer kann ich nur wünschen, dass ihn die Tatsache, dass er zwei Menschenleben auf dem Gewissen hat, viel mehr mitnimmt als jede andere Strafe. Und allen anderen Gashebeljongleuren wünsche ich, dass ihnen eine ordentliche Seemannschaft wichtiger ist als Eindruck schinden, Geschwindigkeitsrausch oder Termindruck. Kommentar melden | 08.09.2011 - 13:32:43 |
The Cleaner ![]() |
Vor wenigen Tagen hatte ich eine interessante Information bezüglich dem Unfall bekommen in Sibenik bekommen: Laut Obduktion der beiden Leichen starben die beiden italienischen Segler sofort bei dem Zusammenstoß, und nicht erst durch Ertrinken bei Bewußtlosigkeit.... hört, hört...Somit dürfte die Geschichte wiedereinmal wesentlich gimpflicher für den Herrn Horvatinčić ausgehen, weil die unterlassene Hilfeleistung wegfällt. Wußtet ihr, das derselbe Mann bereits 3 Tote bei diversen Verkehrsunfällen zu verantworten hatte? Wie weit darf ein Einfluß gehen, bevor man zur Verantwortung gezogen wird? Kommentar melden | 10.09.2011 - 19:13:13 |
| Harald |
Sorry Leute! Kommentar melden | 21.09.2011 - 16:52:59 |