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Freie Seewege im Norden

Rekordtief im arktischen Eis | Ocean | 07.09.2011 - 04:10:39

Deutsche Wissenschaftler prognostizieren für dieses Jahr ein alarmierend hohes Rekordtief der Meereis-Bedeckung in der Arktis. Die Forscher haben bereits riesige eisfreie Flächen innerhalb der Packeis-Zone entdeckt.

Klimawissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung stellen fest, dass die Meereis-Ausdehnung der Arktis ist, in diesem Sommer rekordverdächtig weit zurückgegangen ist. Damit findet in der Arktis bereits zum fünften Mal in Folge einen überdurchschnittlichen Rückgang des Meereises statt. Der Meereis-Experte Prof. Dr. Rüdiger Gerdes erklärt außerdem, dass nicht nur die Ausdehnung des Eises, sondern auch die Eisdicke abnimmt. Im Jahr 2001 konnte noch eine durchschnittliche Stärke von zwei Metern gemessen werden, heuer waren es nur noch 90 Centimeter.

Die aktuellen Beobachtungen zeigen, dass in diesem Sommer sowohl die Nordwest- als auch die Nordost-Passage, der Seeweg nördlich von Russland, befahren werden könnten. Die Vorhersagen und Szenarien beruhen auf Satellitendaten, Eisbeobachtungen und Dickenmessungen, die bei regelmäßigen Expeditionen in die Arktis gemacht werden.

Die Eisdecke der Arktis ist besonders an den Rändern stark aufgebrochen und ermöglicht es der Sonneneinstrahlung noch mehr Eis zu schmelzen, im Norden Russlands hat sich eine große eisfreie Fläche von mehreren Tausend Quadratkilometern in der Packeis-Zone gebildet. Im Rahmen eines großangelegten Projekts wollen die Wissenschaftler nun die sinnvolle Nutzung dieser neuen Möglichkeiten erforschen, da durch den Rückgang des Eises auch der Zugriff auf Ressourcen, die bis jetzt nicht zugänglich waren ermöglicht wird. Die radikale Eisschmelze in dieser Region ist sowohl für die internationale Schifffahrt, den Tourismus, die Fischerei als auch für die Rohstoffausbeutung von wesentlicher, kommerzieller Bedeutung. Klimaforscher und Ökologen versuchen nun, die Risiken dieser besorgniserregende Entwicklung einzuschätzen und Lösungen für die neue Situation zu erarbeiten.

Quelle: Alfred-Wegener-Institut www.awi.de

Bilder: Christof Lüpkes, Lars Kaleschke, Stefan Hendricks & www.awi.de

 


 


 

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