
Regatta | 02.12.2011 - 07:50:07
Österreichs Segelasse starten im Rahmen der ISAF-Weltmeisterschaft kommende Woche von 5. bis 18. Dezember in die Olympiasaison. In Fremantle vor der australischen Westküste werden 75 Prozent der Nationenplätze für die England-Spiele vergeben.
Österreichs Segelasse müssen bei der ISAF-Weltmeisterschaft in Fremantle vom 5. bis 18. Dezember möglichst viele Nationen ausbremsen, um den Olympischen Spielen einen entscheidenden Schritt näher zu kommen. Die ISAF Worlds haben Gewicht, weil diesmal alle zehn olympische Segeldisziplinen im selben Revier agieren und dabei nahezu zeitgleich in See stechen und weil die halbe Welt an die australische Westküste reist, um die vorzeitige Qualifikation für die Olympischen Spiele zu meistern.
75% der Olympia-Nationenfahrkarten werden bei den Titelkämpfen vor Fremantle vergeben, 97 Nationen haben gemeldet, knapp 800 Segler sind vor Ort. Damit mutiert die Regatta zum wichtigsten Segelereignis seit den China-Spielen, der Österreichische Segel-Verband (OeSV) hat zwölf Athleten nominiert, für drei von ihnen wird es ab kommenden Montag ernst. In der ersten WM-Woche werden die Klassen 470er (Herren) und Finn um Tonnen geschickt, 49er, Laser und 470er Damen setzen ab 12. Dezember Segel.
Für Matthias Schmid und Florian Reichstädter hat wie für das gesamte OeSV-Aufgebot die Nationenqualifikation Priorität. Bei den 470er Herren werden jetzt 19, und im kommenden Mai (WM Barcelona) sieben Olympiafahrkarten vergeben, England ist als Veranstalter in allen Disziplinen gesetzt. In Anbetracht des letzten Jahres und der sehr intensiven Vorbereitung sind die beiden Wiener im Dienste des YC Breitenbrunns heiße Kandidat für die Top 10, die Nationenqualifikation sollte im Normalfall kein Thema sein.
Matthias Schmid: „Wir sind nach dem Saisonende nicht aus dem Boot gestiegen, haben praktisch durchtrainiert und waren seit August lediglich zwei Wochen segelfrei. Die Vorbereitung war intensiv wie noch nie, wir haben jede Menge Wasserstunden gesammelt und das bei nahezu allen Bedingungen. Unser neues Material ist optimal ausgetestet, wir fühlen uns pudelwohl und wollen die Nationenqualifikation gleich hier unter Dach und Fach bringen. Das hat Priorität und setzt eine gute WM-Runde voraus. Wenn wir eine sehr gute Woche erwischen, segeln wir in die Top ten. Aufgrund der letzten Ergebnisse und der Trainingsleistungen von vor Ort trauen wir uns das absolut zu.“
Darüber hinaus hat der OeSV mit den Junioren Vize-Weltmeistern David Bargehr und Lukas Mähr im 470er ein überaus starkes Back up. Schwieriger wird die Angelegenheit für Florian Raudaschl, dem das ruppige Revier nicht unbedingt entgegen kommt. In der Finnklasse werden aktuell 18 Plätze ausgeschüttet, sechs weitere werden bei der WM 2012 (Falmouth) vergeben.
Florian Raudaschl: „Fremantle ist ein absolutes Starkwindrevier, das liegt mir als Leichtgewicht nicht unbedingt, aber ich werde versuchen das Beste daraus zu machen. Die Qualifikation wird schwierig, ist aber definitiv möglich.“
Die restlichen OeSV-Asse greifen ab 12. Dezember in das WM-Geschehen ein. Nico Delle Karth hat nach seinem Seitenbandeinriss mit Partner Niko Resch eine problemlose Trainingswoche absolviert, auch Thomas Zajac und Thomas Czajka sind bestens in Schuss. Das 49er Quartett ist von einer erfolgreichen Nationenqualifikation ebenso überzeugt wie der EM-Dritte des Vorjahres, Andreas Geritzer, der in der Laserklasse zu den Top-Favoriten zählt. Jugend-Olympiasiegerin Lara Vadlau geht mit Eva Maria Schimak in der 470er Damen Klasse an den Start, das Duo, das sich erst seit einem halben Jahr das Cockpit teilt, hat lediglich Außenseiterchancen auf einen der aktuell 14 Nationenplätze.
Georg Fundak (OeSV Sportdirektor): „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und gehen sehr gut vorbereitet und mit entsprechend viel Selbstvertrauen in diese Titelkämpfe. Die Nationenqualifikation wertet die Weltmeisterschaft zusätzlich auf, wer jetzt erfolgreich ist, kann ohne internationalen Qualifikationsstress weiterplanen. Wir haben in allen Klassen unsere Möglichkeiten, ich gehe von zumindest drei Quotenplätzen aus.“
OeSV-Aufgebot:
Andreas Geritzer (Laser)
Nico Delle Karth & Niko Resch (49er)
Thomas Zajac & Thomas Czajka (49er)
Matthias Schmid & Florian Reichstädter (470er)
David Bargehr & Lukas Mähr (470er)
Lara Vadlau & Eva Maria Schimak (470er)
Florian Raudaschl (Finn)
Quelle Dominic Marsano
Bilder Dominic Marsano & Bidgee
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