
ISAF Worlds, Österreicher auf Kurs
Regatta | 06.12.2011 - 05:54:58
Trotz Materialprobleme und gesundheitlicher Sorgen liegen Österreichs Segler in Sachen Olympia-Nationenticket vom ersten Tag der Titelkämpfe vor Fremantle auf Kurs.

Bei der ISAF-Weltmeisterschaft vor Fremantle, wo neben den Medaillen auch ein Großteil der Olympia-Nationenplätze ausgesegelt werden, kamen erstmals Bootsklassen mit heimischer Beteiligung zum Einsatz. Ein massives Tiefdruckgebiet ließ den Wind zunächst schwächeln, erst am Nachmittag beschleunigte die Brise auf drei Beauforts, die Wettfahrten konnten auf allen Bahnen plangemäß durchgeführt werden.
Matthias Schmid und Florian Reichstädter verbuchten zum Auftakt der 470er Konkurrenz die Plätze zehn und 18, im Zwischenklassement rangieren die Wiener auf Platz 26. Damit nimmt Österreich im 470er-Nationenranking derzeit Position 16 ein, 19 Olympiafahrkarten werden im Verlauf dieser Woche vergeben.
Matthias Schmid: „Wir waren in beiden Wettfahrten zu vorsichtig an der Linie und haben jeweils den Start verhaut. Mit einem enormen Kraftakt und der wirklich guten Bootsgeschwindigkeit haben wir den Schaden in beiden Rennen in Grenzen halten können. Damit geht der Auftakt in Ordnung, wir sind punkto Nationenqualifikation auf Kurs und haben definitiv noch Reserven.“
Die 80 Mannschaften starke Flotte segelt in zwei Gruppen und sechs Wettfahrten zunächst um die Qualifikation für die Finalrennen (9. & 10. Dezember), die Medaillen werden am kommenden Sonntag im Medal Race der Top10 vergeben.
Die Vorarlberger Junioren Vize-Weltmeister von 2010, David Bargehr und Lukas Mähr, müssen sich vorläufig mit Rang 71. begnügen. Mähr, der vergangene Woche mit hohem Fieber das Bett hüten musste, hat aufgrund des Substanzverlustes naturgemäß mit konditionellen Problemen zu raufen.
Lukas Mähr: „Der Tag war brutal anstrengend, gerade die Vorschoter müssen bei Druckwind extrem viel arbeiten um das Boot ins Gleiten zu bringen. Ich bin zwar wieder einigermaßen fit, das hohe Fieber hat aber viel Substanz gekostet. Die Ausgangsposition ist alles andere als optimal, wir blicken jetzt von Wettfahrt zu Wettfahrt und versuchen das Maximum aus der Situation herauszuholen.“
Florian Raudaschl segelte in der Finnklasse trotz eines gebrochenen Pinnenauslegers auf Platz zwölf, in der zweiten Wettfahrt belegte der Wolfgangseer Rang 17. Damit liegt der Segelmacher nach zwei Durchgängen auf Position 29 und ist in Sachen Nationenqualifikation (aktuell Platz 16) ebenfalls solide am Weg. Die 74 Boote starke Konkurrenz wird vorläufig von Ben Ainslie (GBR) angeführt, der dreifache Olympiasieger gewann beide Läufe.
Florian Raudaschl: „Seglerisch gesehen war es ein wirklich guter Tag, punkto Ergebnisse wäre aber mehr drinnen gewesen. Wenn dir an zweiter Stelle liegend der Pinnenausleger bricht, ist das natürlich bitter, zumal ich den Schaden nicht gleich beheben konnte. Ich musste mich voll auspowern, um einigermaßen über die Runden zu kommen, anschließend war die Batterie leer. Trotzdem bin ich hinsichtlich der Nationenqualifikation auf einem guten Weg, das stimmt mich für den weiteren WM-Verlauf sehr positiv.“
Ergebnisse:
470er Herren (80 Mannschaften, 2 Wettfahrten)
1. Jonas Lindgren/Niklas Lindgren FIN 3
26. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 28 (10,18)
71. David Bargehr/Lukas Mähr AUT 68 (37,31)
Finn (74 Starter, 2 Wettfahrten)
1. Ben Ainslie GBR
29. Florian Raudaschl AUT 29 (12,17)
Quelle Dominic Marsano
Bilder Dominic Marsano & OCEAN7
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