
Ocean | 31.01.2012 - 02:23:05
Grönländische Wissenschaftler haben entdeckt, dass die im Sommer teilweise eisfreie Nordwestpassage es Grönlandwalen ermöglichen könnte, die nördliche Route zwischen Atlantik und Pazifik zu durchqueren.
Wissenschaftler des grönländischen Institutes für natürliche Ressourcen haben in den vergangenen Jahren mehr als 170 Grönlandwale (Balaena mysticetus) mit Satellitensendern ausgestattet. Jetzt konnten die Forscher beobachten, dass zwei der markierten Meeressäuger ungewöhnlich weit in die Nordwestpassage vordrangen. Eines der Tiere stammte aus der relativ starken Population im nördlichen Pazifik, das andere aus der bedrohten Population an der Westküste Grönlands. Die Grönlandwale schwammen etwa zehn Tage im selben Gebiet und kehrten nach diesem Ausflug wieder in ihre jeweiligen Gewässer zurück. Zwar wurde schon früher beobachtet, dass Vertreter dieser Walart weit in die nördliche Wasserstraße vorgedrungen waren, aber bisher immer von den Eismassen aufgehalten wurden. Da die Nordwestpassage seit kurzem im Sommer teilweise eisfrei ist, sehen die grönländischen Forscher die Chance, dass
sich Tiere aus beiden Populationen treffen könnten und so die bedrohte Walgruppe in den atlantischen Gewässern wieder stärken könnten. Die Hoffnung liegt hier nicht nur im einen Zuwachs der grönländischen Bestände, sondern auch in einem genetischen Austausch der getrennten Walgruppen.
Der Grönlandwal (Balaena mysticetus) können eine Länge von 18 Metern und ein Gewicht von 100 Tonnen erreichen. Die friedlichen Planktonfresser leben ausschließlich in arktischen Gewässern und können über 200 Jahre alt werden.
Quelle Greenland Institute for Natural Ressources
Bilder Ansgar Walk
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