
Seegurken und das menschliche Gehirn
Revolutionäre Bionik soll bei Gehirnimplantaten eingesetzt werden | Ocean | 17.02.2009 - 05:57:30

Forscher in Cleveland Ohio (USA) versuchen, sich von den beeindruckenden Eigenschaften der Meeresfauna erstaunliche Funktionen abzuschauen. Die Seegurke, ein meist als unattraktiv betrachtetes Meerestier inspirierte die Wissenschaftler zu einer Studie, die durch ihre Anwendung die Neurochirurgie revolutionieren könnte.

Seegurken (Holothuroidea) können im Falle von Gefahr durch feindliche Raubtiere ihre weiche, gallertartige Außenhaut innerhalb von Sekunden verfestigen und sich so vor ihren Fressfeinden schützen. Diese Eigenschaft
der auch Seewalzen genannten Tiere wurde nun als Vorbild zur Entwicklung eines neuartigen Kunststoffs genommen. Die von den Forschern angestrebten Eigenschaften wurden durch eine Kombination von Nanofasern aus Zellulose mit einem speziellen Polymer erreicht. Die chemischen Bindungen der Nanofasern sorgen für die erforderliche Festigkeit des neuen Komposit-Materials. Das besondere an dem Werkstoff ist allerdings,
dass er bei Kontakt mit Wasser flexibel und weich wird und durch Trocknen seine frühere Festigkeit wieder erlangt. Die Einsatzmöglichkeiten sehen die Wissenschaftler hauptsächlich in der Behandlung von Epileptikern, Parkinson-Kranken oder Schlaganfall-Patienten, deren Implantate mit dem neuartigen Kunststoff überzogen werden könnten. Bisher war das Problem bei derartigen Gehirnschrittmachern, dass ihre Impulswirkung innerhalb weniger Monate nachließ, weil die harte Oberfläche der implantierten Elektroden das empfindliche Gehirngewebe verletzte und durch Vernarbung die Signale abschwächten. Die innovative Idee ist nun, die mit dem neuen Kunststoff ummantelten Elektroden im trockenen (festen) Zustand einzusetzen, die dann durch den feuchten Gewebekontakt ihre weichen Oberflächeneigenschaften annehmen und so das umgebende Gehirngewebe nicht mehr schädigen. Weitere Anwendungen des „intelligenten“ Kunststoffs sehen die Forscher in der Verarbeitung in Schutzwesten oder Prothesen, die sich erst im Belastungsfall verfestigen.

| Empfehlen | 2.760 Klicks | Gernot Weiler |
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| Name | Text |
| silversurfer |
Für manche, die ich kenne, wäre es ein großer Schritt in eine intellektuelle Zukunft, wenn man ihnen statt ihres Gehirnes eine Seegurke einpflanzen würde. Kommentar melden | 17.02.2009 - 14:21:11 |
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skippy
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dem ist nichts hinzuzufügen! Kommentar melden | 17.02.2009 - 17:45:11 |