Ocean | 01.05.2012 - 10:14:13
Das kroatische Meeresschutz-Institut Plavi Svijet gibt bekannt, dass in der Nähe der Insel Vis ein großer Wal gesichtet wurde. Bei dem Tier handelt es sich laut den Forschern um einen Finnwal.
In den letzten Wochen erreichte das Institut zum Schutz des Meeres Plavi Svijet mehrere Berichte, dass in dem Gebiet um die Adria-Insel Vis ein großer Wal gesichtet wurde. Mehrere Fischer meldeten das, etwa 16 Meter lange Tier schon am 12. April an die Forscher des Institutes. Am 22. April gelangen einem aufmerksamen Beobachter an der Nordküste von Vis sogar einige Aufnahmen des Wals. Anhand der Bilder konnte der große Meeressäuger als Finnwal (Balaenoptera physalus) identifiziert werden. Diese Art von Walen ist nach dem Blauwal das zweitgrößte Tier der Welt und in fast allen Meeren zu Hause. Im Mittelmeer werden Finnwale meistens nicht länger als 20 Meter, auf der Südhalbkugel, wo diese Wale durchschnittlich größer werden, wurden jedoch schon Exemplare mit einer Länge von 27 Metern gesehen. Da diese großen Wale für gewöhnlich eher im westlichen Mittelmeer heimisch sind, versuchen die Meeres-Wissenschaftler von Plavi Svijet nun zu erforschen, warum in letzter Zeit öfter Finnwale in der Adria gesichtet werden und auch länger in dem Revier verweilen.
Die Mitarbeiter des Meeres-Institutes konnten sich bei ihren Beobachtungen davon überzeugen, dass es sich bei dem Wal vor Vis um ein erwachsenes Tier handelt, das sie auf eine Länge von etwa 16 Metern schätzen. Der Gesundheitszustand des Tiers erschien den Forschern, die den Wal fast zwei Stunden lang beobachten konnten, sehr gut, obwohl sich auf seiner Haut viele parasitische Krebse befinden. Um mehr über die Wanderrouten und das Verhalten der Finnwale im Mittelmeer zu erfahren, wollen sich die kroatischen Forscher mit ihren italienischen Kollegen in Verbindung setzen, um anhand der aktuellen Aufnahmen den Wal vor Vis exakt zu identifizieren.
Um die Arbeit des Institutes zu unterstützen, bitten die Forscher darum, Sichtungen des Wals an sie zu melden, und dem Institut eventuelle Bilder und Videos zu senden. Alle Beobachtungen sollten allerdings so stattfinden, dass das Tier nicht gestört, verfolgt oder bedrängt werden könnte.
Weitere Informationen www.plavi-svijet.org
Quelle Soline & Plavi Svijet
Bilder Dipl. Ing Draško Holcer & Dr. Caterina Maria Fortuna
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