Ocean | 16.06.2012 - 04:17:43
Auf einem Segeltörn in der nördlichen Adria wurde die Crew eines Bootes Zeuge eines besonderen Beispiels der Zusammenarbeit zwischen Meeressäugern. Ein Tümmler, der sich in einem Netz verfangen hatte, wurde von seinem Artgenossen gerettet.
Deutsche Segler berichten von ihrem Törn in der nördlichen Adria, bei dem sie auch die Kvarner Bucht befuhren, von einem ergreifenden Ereignis tierischer Kooperation unter Delfinen. Aufmerksam wurde ein Crewmitglied auf den Vorfall durch eine Netzmarkierungsboje, die sich sehr schnell bewegte und die hohen Pfeifgeräusche eines Delfins. Ein Meeressäuger der Gattung „Großer Tümmler“ (Tursiops truncatus) verfing sich bei einem Streifzug in den Gewässern vor dem Kap Rt Pernat, etwa vier Seemeilen westlich des Hafens von Cres in einem Fischernetz. Das verängstigte Tier konnte sich nicht aus eigener Kraft aus seiner Lage befreien und machte durch laute Quietschlaute auf sich aufmerksam. Ein in der Nähe schwimmender Artgenosse eilte dem gefangenen Tümmler zur Hilfe und half ihm, sich aus der tödlichen Falle zu befreien. Nach der geglückten Rettungsaktion bewegten sich die beiden Tümmler schnell an der Küste entlang nach Süden.
Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine berichtet, dass es den Meeressäugern leider nicht immer gelingt, sich aus eigener Kraft oder mit Hilfe ihrer Artgenossen aus den tückischen Fischernetzen zu befreien. Im Jahr 2011 ertranken vier von acht, tot gefundenen Delfinen in diesem Seegebiet in Netzen. Insgesamt wurden 18 tote, gestrandete Tiere gemeldet, bei zehn konnte die Todesursache aufgrund des Zustands der Kadaver nicht mehr festgestellt werden. In dem Revier der kroatischen Adria leben laut Schätzungen ganzjährig nur noch 220 große Tümmler, sie sind die letzten Überlebenden eines einst zahl- und artenreichen Delfinbestandes bedauern Sprecher der Gesellschaft zur Rettung der Delphine. Der Grund für diesen drastischen Rückgang sind Meeresverschmutzung, Überfischung, Beifang und direkte Tötung. Die engagierten Umweltschützer sind überzeugt, dass schon eine geringfügige Störung des ökologischen Gleichgewichts das endgültige Ende dieser schwachen Population bedeuten könnte. Mit einem Schutzprojekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine will die Gesellschaft zur Rettung der Delphine mit ihren kroatischen Partnern das Aussterben der großen Tümmler in der Adria verhindern. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine wurde 1991 von dem deutschen Weltumsegler Rollo Gebhard gegründet. Die Organisation setzt sich mit weltweiten Schutzprojekten für den Schutz wildlebender Delfine und den Erhalt ihrer Lebensräume ein.
Quelle Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bilder Gamauf & CharliePhillipps wdcs
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