
In Hyeres wurde die erste Qualifikationsrunde gesegelt, zum Auftakt der prestigeträchtigen Semaine Olympique Francaise verbuchen Österreichs Asse tolle Einzelerfolge und punkten mit fünf Top ten Plätzen, hadern aber auch ein wenig mit den schwierigen Verhältnissen und lassen auch Federn.
Auf Melbourne, Miami und Palma folgt mit der Frankreich-Regatta vor Hyeres der vierte Weltcup einer Saison, die für unsere Segler bis dato nicht besser verlaufen hätte können. Dank der Siege vor Miami (Delle Karth/Resch) und zuletzt Palma (Vogl/Flatscher) bärenstark in den ISAF Sailing World Cup gestartet, werden die Karten an der Cote d´ Azur nun neu gemischt. Am ersten Qualifikationstag gab es für die Österreicher fünf Top ten Plätze, aber auch kalte Duschen.
Die guten Nachrichten vorweg:
Sylvia Vogl und Carolina Flatscher, die vergangene Woche kurzfristig getrennte Wege gingen, bleiben weiterhin auf ihrer Erfolgswelle. Vogl - die vom Hochsee-Klassiker Round Palagruza, einem drei Tage andauernden Nonstop-Race mit sehr wenig Schlaf angereist kam - zeigte sich von Beginn weg hellwach und übernahm mit ihrer Tiroler Vorschoterin die Führung. Kurz vor dem Ziel mussten die Österreicherinnen den möglichen Sieg aber aufgrund eines taktischen Fehlers abgeben und wurden vierte. Nach drei allgemeinen Frühstarts ging eine zweite, durch sehr wenig und obendrein löchrigem Wind erschwerte Wettfahrt, in Szene. Die Palma-Siegerinnen hatten auf der ersten Kreuz kein glückliches Händchen, arbeiteten sich aber in Folge von Rang 18 mit viel Einsatz und kühlem Kopf sukzessive nach vorne. Im Ziel auf Rang sechs, sprach Vogl von einem „sehr schwierigem und chaotischen Tag.“ Zwischenzeitlich auf Rang drei sind die amtierenden Europameisterinnen voll auf Kurs, während heute „einige Favoriten ordentlich Federn lassen mussten.“

Ebenfalls solide und nach Wunsch verlief der erste Qualifikationstag für Nico Delle Karth und Niko Resch. Die Miami-Sieger, zuletzt in Palma Fünfte, segelten heute die Plätze neun und zwei nach Hause und rangieren in der Zwischenwertung noch vor den Spanien-Siegern Sibello/Sibello (ITA) auf Position sieben. „Die erste Wettfahrt haben wir uns selber zuzuschreiben, in der zweiten haben wir die richtige Antwort gefunden, in Summe sind wir zufrieden“, so das Duo im Einklang. In Führung: Stevie Morrison und Ben Rhodes, Englands Vize-Weltmeister gewannen beide Wettfahrten.

Keinen guten Auftakt verzeichneten hingegen Matthias Schmid und Florian Reichstädter, die mit Platz zwölf in Durchgang eins „noch ganz gut leben können“, mit Rang 20 in der zweiten Wettfahrt „allerdings nicht. Der Wind hat bei uns auf der zweiten Runde um 50 Grad gedreht, teilweise komplett auslassen – eine Situation, die uns kalt erwischt hat. Wir haben zehn Plätze eingebüßt und können mit Gesamtrang 28 nicht zufrieden sein.“

Auch Florian Raudaschl blickt mit gemischten Gefühlen auf seinen ersten Tag zurück. Auf Rang 31 folgte Platz neun, unterm Strich rangiert der stark verkühlte Wolfgangseer auf Position 19. „Es war ein taktischer Wahnsinn, in der ersten Wettfahrt war ich in Richtung Top ten unterwegs und habe wegen einer plötzlichen Winddrehung alles verloren, im zweiten Race bin ich von Platz zwei auf Rang neun zurückgefallen. Viel kann ich mir nicht vorwerfen, zudem bin ich nicht fit.“ Raudaschl, der wegen einer Grippe Medikamente nehmen muss, hofft, „dass ich morgen überhaupt aus dem Bett komme.“
Zwischenstand nach dem 1. Tag:
470er Damen, 33 Mannschaften, 2 Wettfahrten:
1. Henriette Koch/Lene Sommer DEN 3
2. Gil Cohen/Dana Mamriev ISR 10
3. Sylvia Vogl/Carolina Flatscher AUT 10
49er, 37 Mannschaften, 2 Wettfahrten:
1. Stevie Morrison/Ben Rhodes GBR 2
7. Nico Delle Karth/Niko Resch AUT 11
470er Herren, 74 Mannschaften, 2 Wettfahrten:
1. Matias Buhler/Felix Steiger SUI 3
28. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 32
Finn, 46 Starter, 2 Wettfahrten:
1. Vincec Gasper SLO 3
19. Florian Raudaschl AUT 40
Zeitplan:
19.-21. April Qualifying Round
22.-23. April Final Round
24. April Medal Race
Text und Bilder Dominic Marsano