
Regatta | 06.11.2008 - 12:20:31

Die letzten Tage der ersten Etappe im VOLVO OCEAN RACE 2008-2009 sind an Spannung kaum zu überbieten. Andreas Hanakamp und seine Crew sind mit Kosatka auf Aufholjagd und werden für Montag in Kapstadt erwartet. Weiters wurde ein neuer 24 Stunden Weltrekord für Einrumpfyachten aufgestellt.

Nach einem verpatzten Start am 11. Oktober in Alicante machte sich TEAM RUSSIA auf den Weg vom Mittelmeer in Richtung Kapstadt, Süd Afrika. Alle 8 Teams schafften es die kritische Meerenge von Gibraltar problemlos zu durchfahren, um auf den offenen Atlantik zu gelangen. Leider musste TEAM RUSSIA schon nach wenigen Stunden mit einem technischen Problem kämpfen, das dazu führt, dass Wasser ins Boot eindrang. Nach mehreren Versuchen die leckende Kielhydraulik zu reparieren, wurde eine Idee von Stig Westergaard erfolgreich umgesetzt. Die Wasserdichte Gewandtasche von Mediamann Mark Covell wurde zu einer Manschette verarbeitet und über das Leck gestülpt. Als wären dies nicht schon genug Probleme, flog der A2 Spinnacker mit 500 m2 bei dem Versuch eine Landzunge ohne Manöver zu passieren aus seinen Lieken. Glücklicherweise konnte das Segel geborgen werden und die beiden Segelmacher Jeremy Elliot und Ben Costello machten sich unter Deck an die Arbeit den Spinnacker zu nähen.Am Weg Richtung Äquator blieb das Feld dicht geschlossen beieinander und nur wenige Seemeilen trennten die Boote.

Ericsson 4 und Puma wechselten sich dabei an der Spitze von Tag zu Tag ab. Auch andere Teams wurden vom Schicksal gerüttelt. So musste Ericsson 4 einen Teamkameraden in der Nähe der Kap Verden absetzen. Toni Mutter musste wegen einer Knieverletzung und starkem Fieber dem ärztlichen Rat folgen und das Boot bei der letzten sinnvollen Möglichkeit verlassen. Im Überlebensanzug sprang er über Board und wurde von einem kleinen Fischerboot nahe den Kap Verden aufgenommen.Der kritischste Punkt der ersten Etappe sollte aber noch vor den Teams liegen. Die Kalmen, eine Zone äquatorialer Windstille. Entscheidend ist nicht an welcher Stelle man in diese einfährt, sondern wer als erste wieder die Passatwinde der südlichen Hemisphäre bekommt. TEAM RUSSIA konnte sich am guten dritten Platz in die Flautenzone manövrieren, nur gelang es nicht den schnellsten Weg zurück zum Wind zu finden. Als letztes der 8 Schiffe verließ Kosatka die Kalmen am Weg Richtung Süden. Ein aufkommendes Tief im Südatlantik ließ die Flotte auf einen schnellen Ritt nach Kapstadt hoffen. Seit einigen Tagen befinden sich die 8 Teams in diesem Tief und rasen in einem Höllenritt Richtung Kapstadt. Nach den Positionsmeldungen alle 3 Stunden kann TEAM RUSSIA stetig Boden gut machen und ist nur noch knapp davor zurück ins Mittelfeld zu gelangen.Nebenbei fiel der 24 Stunden Weltrekord für Einrumpfboote mit exakt 602,66 nautischen Meilen, das bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25,11 Knoten! Nur wenige Meilen dahinter erlitt Telefonica Black ein ganz anderes Schicksal. In einer riesigen Welle geriet das Boot außer Kontrolle und dabei wurden das Steckschwert, das Ruder und der Bugsprit zerstört. Zum Glück waren es keine strukturellen Schäden und Telefonica Black ist weiter Unterwegs mit Kurs auf Kapstadt, wobei mit reduziertem Risiko und dadurch geringerer Geschwindigkeit.

Nach fast drei Wochen auf hoher See und vielen Anstrengungen, ist die Stimmung bei TEAM RUSSIA noch immer gut und die Motivation hoch, auf den verbleibenden 1.500 Seemeilen noch ein Comeback zu schaffen.
Die ersten Boote werden für Sonntagnacht in Kapstadt erwartet!![]()
Quelle Udo Moser
Bilder und weitere Informationen
www.teamrussia.org www.pumaoceanracing.com www.volvooceanrace.org
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