
Durchaus kein gutes Vorbild ist Europa wenn man es um den Walfang geht. Japan, die üblicherweise mit rücksichtslosem Walfang in Verbindung gebrachte Nation ist trotz ihrer schockierenden Praktiken gegen die Meeressäuger nicht mehr Spitzenreiter in dem blutigen Walfanggewerbe.
In Europa wird gern die japanische Walfangindustrie angeklagt, wenn es um skrupellose Dezimierung der friedlichen Säugetiere geht. Natürlich ist die von Japan, unter dem, fadenscheinigen Vorwand des „wissenschaftlichen Walfangs“ durchgeführte Jagd ein berechtigter Stein des Anstoßes, vor allem, weil das so erbeutete Fleisch ja doch nur in den japanischen Küchen landet. Doch vor Europas eigenen Küsten töten Norwegen, Island und Dänemark ebenso jedes Jahr mehr als Tausend Wale.
Nun erhöhten diese Länder ihre Walfangaktivitäten empfindlich und exportieren immer größere Mengen von Walfleisch nach Japan.
Hier die Hauptakteure des europäischen Walfangs, der allerdings hauptsächlich durch die Nachfrage des Japanischen Markts dermaßen gesteigert wird.
Seit über 20 Jahren hat Island nicht so viele Wale töten wollen, wie dieses Jahr: 150 Finnwale und 100 Zwergwale. Absatz im eigenen Land gibt es dafür nicht. Über 6000 Tonnen Fleisch wollen die Isländer nach Japan verkaufen – bisher waren es kaum 80 Tonnen.
Auch in Norwegen finden die Walfänger kaum mehr Absatz für das Fleisch der 885 getöteten Zwergwale. Wie die WDCS soeben herausfand, hat die Regierung daher erstmals seit Jahren wieder den Export von Walfleisch nach Japan genehmigt.
Parallel dazu will Dänemark die Erlaubnis erhalten, 50 Buckelwale vor den Küsten Grönlands jagen zu dürfen. Buckelwale sind seit Jahrzehnten absolut geschützt, doch Grönland behauptet, es benötige das Fleisch zur Selbstversorgung seiner indigenen Bevölkerung. Tatsache aber ist, dass Grönland schon jetzt Überschüsse an Walfleisch produziert.
