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Kieler Woche 2009: Im Rampenlicht

Regatta | 25.06.2009 - 05:39:00

Österreichs Olympia-Segler betreiben bei der weltgrößten Segelregatta, der prestigeträchtigen Kieler Woche Werbung in eigener Sache. Andreas Geritzer landet als Vierter ebenso im Spitzenfeld wie die 470er Akteure Matthias Schmid und Florian Reichstädter, die final Platz sieben belegen.

 
Die Ausgangsposition versprach Dramatik pur: Sowohl in der Laser-, als auch der 470er - Klasse hatten im Medal Race noch alle Finalisten Chancen auf den Gesamtsieg. Da wie dort war Österreich dank Andreas Geritzer oder Matthias Schmid und Florian Reichstädter präsent - alleine die Qualifikation für den prickelnden Showdown durfte nach der Nervenschlacht in den vergangenen Tagen als voller Erfolg verbucht werden.
 
 
Besonders erfreulich die Leistung von Andreas Geritzer, der den Klassiker punktegleich mit dem drittplazierten Kroaten Daniel Mihelic auf Rang vier beendete und damit seinen Aufwärtstrend, der bereits beim Weltcup vor Palma mit Rang acht augenscheinlich war, eindrucksvoll bestätigen konnte. Im Medal Race agierte der 31-Jährige mit viel Übersicht, segelte immer im freien Wind und kreuzte als Dritter die Ziellinie. „Ich muss das Rad nicht neu erfinden, sondern lediglich das was ich kann richtig machen. Die Strategie hat auch hier sehr gut funktioniert, besonders erfreulich ist die stark verbesserte Bootsgeschwindigkeit auf den Vorwindkursen“, frohlockt der Olympia-Zweite von Athen, der in einer Woche wieder nach Kiel zurückkehrt um sich mit der deutschen Nationalmannschaft auf die kommenden Aufgaben einzustimmen. Hinsichtlich der Europameisterschaft vor Landskrona (1.-7. August) möchte der zweifache Familienvater das Techniktraining weiter forcieren und vor allem die Füße an Boden behalten. „Kiel war wichtig für das Selbstvertrauen, den Fehler mich auf diesem zugegeben sehr guten Ergebnis auszuruhen, werde ich aber sicher nicht machen.“
 
 
Anfangs liefen auch bei Matthias Schmid und Florian Reichstädter alle Fäden zusammen, zunächst auf Rang drei schien ein weiteres Top-Resultat in Reichweite. Doch nach zwei kleinen taktischen Schnitzern „haben wir leider die Nerven weg geschmissen und zur Brechstange gegriffen“, so Schmid der zugab, „heute nicht immer den Rhythmus gefunden zu haben.“ Das es ausgerechnet im Medal Race nicht so perfekt geklappt hat wie in den Tagen zuvor führt Sportdirektor Georg Fundak vor allem auf die mentale Vorbereitung zurück. „Am Bootshandling und der Geschwindigkeit hat es nicht gelegen, wir müssen in Stresssituationen ganz einfach noch abgebrühter werden.“ Die seglerische Leistung des 470er Duos sei vor Kiel nahezu fehlerfrei gewesen, „Matthias und Florian haben bestätigt, dass sie der Weltspitze angehören.“
Nach Rang zehn beim Holland-Weltcup und der unglücklich verlaufenen Heim-EM knapp vier Wochen nonstop im Boot, legen die beiden Wiener nun eine vierzehntägige Pause ein. Im Anschluss geht es nach Weymouth, wo das Olympiarevier von 2012 erstmals unter die Lupe genommen wird.
 
Nach den bisherigen Topleistungen der 470er Damen und dem 49er Duo Nico Delle Karth und Niko Resch, haben zwei weitere OESV-Boote die ÖOC A-Kader Leistung erbracht. Abgesehen dieser Tatsache freut Fundak auch der viel versprechende Auftritt von Lasersegler Matthias Sailer, „der das Zeug hat ein ganz Großer zu werden.“ Der 17-jährige Salzburger bestätigte mit hervorragenden Einzelleistungen sein großes Talent und beendet die Kieler Woche unter 153 Startern an 43. Stelle.
 
 
Auch die Vorstellung von Sailers Clubkollegen Florian Raudaschl (UYC Wolfgangsee) bewertet der OESV-Sportdirektor als durchwegs positiv. „Florian fehlt nicht mehr sehr viel. Wenn er es schafft zum richtigen Zeitpunkt seine Top-Leistung abzurufen, wird sich das in der Ergebnisliste mit Sicherheit niederschlagen.“ Der Finnsegler, der die Kieler Woche auf Rang 13 beendet, reist am kommenden Mittwoch nach Dänemark, wo ab 6. Juli vor Vallensbaek die Weltmeisterschaft ausgetragen wird.
 
Ergebnisse:
 
LASER, 153 Teilnehmer, 5 Wettfahrten + MR:
1. Paul Goodison GBR 6
2. Mike Bullot NZL 16
3. Daniel Mihelic CRO 17
4. Andreas Geritzer AUT 17 (2, 3, 4, 2, (OCS), 3)
43. Matthais Sailer AUT 58 (4, 15, 21, 19, (38)
 
470er, 60 Mannschaften, 5 Wettfahrten + MR:
1. Sime Fantela/Igor Marenic CRO 14
7. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 33 (3,2, 2, 8, (OCS), 9)
 
FINN, 63 Teilnehmer, 4 Wettfahrt + MR:
1. Rafal Szukiel POL 27
13. Florian Raudaschl AUT  68
 
Text und Bilder Dominic Marsano

 


 

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