
Tiefseekorallenriff im Nordatlantik
Ocean | 06.07.2009 - 12:31:43

Ein Forscherteam aus Galway (Irland) ist es auf einer Tiefsee-Expedition vor der Westküste Irlands, auf der sogenannten Porcupine Bank auf ein aufsehenerregendes Korallenriff gestoßen. Das ungewöhnliche Gebiet erstreckt sich über etwa 200 Quadratkilometer und befindet sich in durchschnittlich 1000 Meter Tiefe.

Wissenschaftler der NUI Galway entdeckten auf einer Expedition am südlichen Teil der Porcupine Bank, vor der Küste Irlands ein etwa 200 Quadratkilometer großes Gebiet, das man im Nordatlantik kaum erwarten würde. Das ungewöhnliche Areal besteht aus zahlreichen, spektakulären Riffköpfen, die mit Tiefseekorallen bewachsen sind. Durch die speziellen Lebensbedingungen bietet das Gebiet zahlreichen Organismen den perfekten Lebensraum, der mitverantwortlich für die Artenvielfalt des Nordatlantiks ist. Die Forscher aus Irland weisen darauf hin, dass es extrem wichtig wäre, in diesem Gebiet ein Schutzgebiet einzurichten, um es vor der Zerstörung durch Grundschleppnetze zu bewahren. Laut einer Greenpeace-Studie werden durch die Praktik des Fischens mit Grundschleppnetzen über 90 Prozent des Korallenbestandes zerstört. Da die Kaltwasserkorallen in solchen Tiefen aufgrund der Wassertemperatur extrem langsam wachsen, regenerieren sie sich nicht schnell genug, um den Grad der Zerstörung auszugleichen. Aufgrund der Größe der vor Irland gefundenen Korallen wird das Alter der Tiefseeriffe auf mindestens 10.000 Jahre geschätzt. Wissenschaftler vermuten in den noch kaum erforschten Tiefseekorallenriffen unbekannte Substanzen, die für die Medikamentenforschung ausgesprochen wichtig sein könnten.

| Empfehlen | 1.379 Klicks | Gernot Weiler |
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