
Florian Raudaschl trotzt mit enormem Einsatz den dänischen Elementen, sein heroischer Kampf bleibt aber unbelohnt. Der Österreicher verliert dennoch an Boden, segelt sich auf WM-Rang 21 zurück und geht mit Wut im Bauch in die finalen Wettfahrten.
Es war der Tag der schweren Jungs: sechs Beaufort und eine entsprechend satte Welle begleiteten das Feld vor Vallensbaek – Bedingungen die Raudaschl, mit 93 Kilogramm ein Finn-Fliegengewicht, nicht wirklich entgegen kamen.
Umso erfreulicher der Auftritt in Durchgang sieben, wo der Österreicher als 16. das Ziel erreichte und mit einem sauberen Bootshandling zu überzeugen wusste. Wer dachte der bravouröse Ritt hätte seine Kräfte raubenden Spuren hinterlassen, irrte gewaltig. Raudaschl segelte in der anschließenden Wettfahrt in derselben Tonart weiter, lag Eingangs der letzten Kreuz auf Rang zwölf, deckte die rechte Seite ab und durfte mit einem weiteren Platz an der Sonne spekulieren. Doch der 31-Jährige hatte die Rechnung ohne dem Linksfeld gemacht und musste am Weg ins Ziel noch 19 Gegner passieren lassen.


„Über die Mitte geht hier gar nichts, es gibt keine Kompromisse also entweder rechts oder links. Du kannst das gesamte Feld aufgrund seiner Größe nicht an die Leine nehmen, konzentrierst dich auf deine unmittelbare Umgebung und dann rutschen dir fast zwanzig Boote durch“, war Raudaschl fassungslos. „Ich fühle mich hier taktisch nicht wohl, mir fehlt ganz einfach die Logik“, so der Wolfgangseer, der angesichts des unbelohnten Kampfes „richtig sauer ist. Was wäre wenn zählt nichts, aber das Ergebnis in Wettfahrt acht entspricht einfach nicht der seglerischen Leistung.“ Die Wut im Bauch soll Raudaschl morgen wieder auf die Überholspur bringen, die knappen Punkteabstände lassen auf eine Rangverbesserung hoffen.
Zwei Wettfahrten vor dem Medal Race haben die Briten Ed Wright und Giles Scott das Kommando übernommen, auf Rang drei lauert der Kroate Ivan Gaspic. Der Olympia-Zweite von Peking, Zach Railey, fiel auf Platz vier zurück, Weltmeister und Hausherr Jonas Høgh-Christensen, der mit den Rängen 20 und 35 einen kapitalen Fehlstadt hingelegt hatte, folgt bereits an fünfter Stelle.
Am Samstag erfolgt das Medal Race der Top ten bzw. die finale Wettfahrt um die Plätze 11 bis 89.
Finn Gold Cup, Zwischenstand nach 8 Wettfahrten, 1 Streicher:
1. Ed Wright GBR 44
2. Giles Scott GBR 51
3. Ivan Gaspic CRO 51
21. Florian Raudaschl AUT 127
Text und Bilder Dominic Marsano
