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Andreas Hanakamp vom Volvo Ocean Race

Position: 38,44.94S , 27,2.96E Speed: 22 Knoten, Kurs: 99 Grad. | Regatta | 20.11.2008 - 07:11:55

Die zweite Etappe beginnt wie die erste geendet hat mit nassem, schnellen segeln. Der Southern Ocean hat uns wieder, wenn auch diesmal nur für ein paar Tage und Oleg, der bei dieser Etappe an Bord ist bekommt einen Vorgeschmack was später im Rennen auf ihn und uns zukommen wird. Das Boo ist etwas trockener geworden, nicht außen aber auf jeden Fall innen.

 
Kapstadt war wunderbar, nur viel zu kurz, aber das wäre auch bei vier Wochen Aufenthalt so. Am Ende Königswetter für den Start, zehntausende Menschen im Hafen und Unmengen Boote am Wasser um uns auf die Reise nach Indien zu schicken. Kurz vor dem Start setzte sich dann der Südostwind bis in die Mitte der Bucht durch und die Flotte rauschte unter Code 0 zu einer Boje bei Robben Island, von dort eine Kreuz zur Ostseite der Stadt und Halbwind entlang der Küste zur letzten Tonne mitten im absoluten Windschatten des Tafelbergs und alle Yachten innerhalb von ein paar Bootslängen. Jean Yves, unser Wetterberater und Wouter hatten vor dieser Flautenzone gewarnt und unbedingt empfohlen weiter westlich, wo sie viel schmäler ist, zu queren. Eine Strategie, die vor zehn Jahren für Swedish March äußerst erfolgreich war, für uns aber leider fehlschlug und uns in der Flaute dümpeln ließ, während sich die Konkurrenten entlang der Küste langsam aber sicher aus dem Staub machten. Sobald auch wir aus der Flaute waren, frischte der Wind auf und wir wechselten innerhalb einer Stunde von Code Zero auf die große Genua, dann auf die J2 und schließlich auf die J4 Fock mit einem Reff im Gross. Wir sahen die anderen Yachten noch am Horizont in die Nacht verschwinden. In False Bay leuchtete das Meer, wie ich es noch nicht gesehen habe. Es schien als wäre auf jeder kleinen Welle eine Grünweiß Neonröhre eingeschalten, unser Kielwasser leuchtete wie ein Lichtband und der südliche Horizont grenzte sich intensiv gegen den schwarzen Himmel ab. Auch die Druckwelle unseres Schiffs war sichtbar im Wasser und pflanzte sich rund um das Schiff mit Lichterscheinungen fort. Jetzt in der Westwindzone sind wir wieder guter Dinge aufzuholen und wieder ein paar Plätze gutzumachen. Wichtig ist es wiederum keine Schäden an Bord zu haben und trotzdem schnell zu segeln. Wie es im Moment aussieht, werden wir noch weiter 1500 Meilen auf dieser Breite bleiben, bevor wir nach Norden abbiegen.
Der Beginn einer Etappe ist sehr intensiv und ich habe es einfach nicht geschafft zu berichten. Nach Stunden an Deck nur noch etwas essen und in die Koje fallen
 
Gr Aeh
 

Hatten gerade eine massive Luvkenterung als Stig das Boot bis zum Mast in eine recht hohe Welle hineinsteckte. Das Boot krängte nach Luv um den massiven Druck im Spinnaker loszuwerden, dieser geigte dann nach Luv und mit dem Kiel ebenfalls in Luv und 35kn Wind die anschoben, war die anschließende Halse unvermeidlich und wir wurden flach aufs Wasser gedruckt, sodass unser Media Crew Member Mark mit der Steuerbord Saling Kamera Unterwasseraufnahmen machen konnte. Niemand wurde verletzt, einziger Schaden an Bord war ein verbogener Bugkorb, die Aufräumarbeiten dauerten etwa eine Stunde. Trotz des Zwischenfalls konnten wir einen Schnitt  von 20kn halten, Zuvor hatte ich am Steuer bis zu 42kn Wind, mit gerefftem Gross und dem A6 war aber auch das noch irgendwie kontrollierbar. Schwierig wird es nur, wenn die Wellen nicht zum Wind passen und weder ausweichen noch überholen der Wellen gut möglich ist.
Auch auf den anderen Yachten dürfte es abenteuerlich hergehen, Delta Lloyd segelte mit durchschnittlich 15kn, il mostro ging auf nördlichen Kurs und beide Telefonica Boote bleiben ebenfalls weit nördlich. Wir sehen unser Chance und folgen Ericsson 4 auf der südlichen Route. In der Nacht werden wir versuchen konservativ und sicher zu sein.
 
Gr Aeh
 
 
Quelle Udo Moser Text Andreas Hanakamp
 
Gernot Weiler für OCEAN7 Online

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