
Der Palstek ist sicher einer der bekanntesten Knoten der Welt. Auf Schiffen hat er so viele verschiedene Verwendungen, dass er nicht einmal eine auf die Anwendung hinweisende Bezeichnung besitzt. Diesen nützlichen Knoten sicher und schnell zu beherrschen gehört zur nautischen Allgemeinbildung.


Die seefahrenden Völker haben in den Jahrhunderten so viele Variationen des Palsteks entwickelt, dass damit gesamte Kapitel in Knotenbüchern ebenso gefüllt wurden wie dekorative Knotentafeln in maritimem Design, die sich ausschließlich mit dem Palstek befassen. Die hauptsächliche Eigenschaft dieses Knotens ist, dass sich auf einfache Weise eine feste Schlinge bilden lässt, die sich nicht zuziehen kann. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, den Palstek selbst nach großer Belastung, relativ einfach durch knicken oder sogenanntes Aufbrechen wieder lösen zu können. Durch die engen Biegeradien verliert der Knoten allerdings etwa ein Drittel der maximalen Bruchlast des verwendeten Tauwerks. Trotz seiner Unentbehrlichkeit bereitet der auf englisch „bowline“ genannte Knoten manchmal Schwierigkeiten, besonders wenn er nicht oft verwendet wird oder in ungewohnter Position geknotet werde soll.
So wird er gemacht
Begonnen wird mit einem kleinen Kringel, wobei zu beachten ist, dass das lose Ende oben liegt und noch lang genug für den Rest des Knotens ist.
Mit diesem losen Ende bildet man nun eine passende Schlaufe und führt es zu dem Kringel zurück.
Von unten steckt man jetzt das lose Ende durch den Kringel und führt es um das feste Ende herum wieder zurück durch den Kringel.
Statt Kringel und Schlaufe kann man auch nautisch Auge und Bucht sagen, ändert aber nichts an der Funktion des Knotens.
Je nach Einsatzzweck kann das lose Ende innen oder außen liegen, die Festigkeit wird dadurch nicht beeinflusst. Die Variante mit innenliegendem Ende wird oft als der „deutsche Palstek“ bezeichnet.
Zur Hilfe kann man den Palstek entweder oft üben, oder sich auch eine kleine Eselsbrücke mit Schlange, Teich und Baum einprägen.
