
Matthais Schmid und Florian Reichstädter segeln in der Form ihres Lebens und schreiben zum zweiten Mal binnen weniger Tage WM-Geschichte. Die 470er Profis rücken auf Rang vier der WM-Wertung vor, segeln auf Medaillenkurs und haben nur das Medal Race im Sinn.
Spannend ist ein Hilfsausdruck für das, was sich in diesen Tagen vor Rungsted (DEN) abspielt. Ein, zwei Punkte machen gleich mehrere Plätze Unterschied aus, die Top ten werden nach jeder weiteren Wettfahrt gehörig durchgemischt. Österreichs Asse sind diesbezüglich weniger Opfer, denn vielmehr Täter, mit einem überlegenen Tagessieg und Rang elf arbeitet sich das Duo auf Platz vier der WM-Wertung vor.

„Es war wieder nichts für schwache Nerven, die Zuschauerrolle geht schön langsam auf die Substanz“, stöhnt Peter Krimbacher, der seine Schützlinge heute „katastrophal starten, aber göttlich segeln sah.“ In der ersten Wettfahrt suchten die beiden ihr Glück auf der rechten Seite und wurden mit einem Durchmarsch belohnt. In Durchgang zwei war die linke Seite und somit abermals die Linie der heimischen Asse bevorzugt. Österreichs Nummer eins rundete als erstes Team die Luvtonne und gab die Führung nicht mehr aus der Hand. Im Ziel betrug der Vorsprung auf die ersten Verfolger 46 Sekunden – im Segelsport eine Welt. Damit schreiben Schmid und Reichstädter neuerlich Geschichte, diesmal als erste Österreicher, die in einem 470er WM-Finale einen Durchgang gewinnen.

Zwischenzeitlich auf Rang drei, wollen aber weder der Steuermann noch sein Vorschoter von einer Medaille reden. „Wir haben noch zwei prickelnde Runden vor uns und man weiß mittlerweile was hier alles passieren kann und wie schnell man weg vom Fenster ist.“ Sollte das Medal Race erreicht werden, „wäre das in Anbetracht der enormen Dichte ein super Erfolg, alles was danach kommt ist dann der Fruchtgenuss.“
470er Weltmeisterschaft, Zwischenstand nach 10 Wettfahrten, ein Streicher:
1. Sime Fantela/Igor Marenic CRO 49
2. Harada Ryunosuke/Yugo Yoshida JPN 49
3. Sven Coster/Kalle Coster NED 51
4. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 54 (14, 1, 3, 2, 3, 2, 16 (17), 11, 1)
5. Onan Barreiros/Aaron Sarmiento ESP 61
6. Luke Patience/Stuart Bithell BGR 63
7. Matthew Belcher/Malcom Page AUS 64
8. Paul Snow-Hansen/Jason Saunders NZL 65
9. Pierre Leboucher/Vincent Garros FRA 69
10. Mathias Bühler/Felix Steiger SUI 71
Text und Bilder Dominic Marsano
