SKANDIA GO FOR GOLD REGATTA 14. bis 19. September 2009, Weymouth (GBR) | Regatta | 15.09.2009 - 05:29:58

Andreas Geritzer zeigt sich am ersten Tag des England-Weltcups, der gleichzeitig zum ersten aussagekräftigen Vergleich im Olympiarevier von 2012 mutiert, von seiner Schokoladenseite, beim Rest der heimischen Equipe wechselt Licht und Schatten.

Die OESV-Asse befinden sich bereits im Olympiafieber, der erste Schlagabtausch im Olympiarevier vor Weymouth gilt als durchaus selektiver Vorgeschmack auf das, was die Segler 2012 erwartet. Zumindest aus Sicht der Segler, die im Olympiarevier vor der englischen Südküste bis einschließlich kommenden Samstag erstmals die Klingen kreuzen. Nördlich der Isle of Portland segelt derzeit alles was Rang und Namen hat, den diesbezüglich wohl prominentesten Ausfall hat ausgerechnet der heimische Verband mit den EM-Dritten Nico Delle Karth und Niko Resch zu beklagen. Während Resch nach seiner Fußoperation ein Monat außer Gefecht ist, trainiert und spioniert Delle Karth vor Ort. Der Innsbrucker nützt die Zeit um seine Gegner in der 49er Klasse und vor allem die Charakteristik von Wind und Wetter genauestens unter die Lupe zu nehmen. Der einzige, der in diesen Tagen zur Videokamera greift, ist er freilich nicht. 121 Betreuer sind akkreditiert, Meteorologen, Segelmacher oder technische Delegierte nicht dazu gezählt. Österreichs Olympiateam, das bereits seit einer Woche in dem selektiven Revier testet, hat fünf Autominuten vom Hafen entfernt Quartier bezogen und fühlt sich unter einem Dach mit der Physio-Abteilung sowie dem gesamten Trainerstab bestens aufgehoben. Mit Matthias Sailer (Laser) und dem 470er Team David Bargehr und Lukas Mähr sind auch drei viel versprechende OESV-Talente mit auf der Insel, knapp 700 Aktive aus über 40 Nationen greifen in sämtlichen olympischen wie paralympischen Bootsklassen zu Schot und Pinne.

Der erste Renntag des Olympiatests, der zudem als finaler Saison-Weltcup ausgeschrieben ist, bestätigte die OESV-Truppe in den bisherigen Trainingseindrücken, das Revier entpuppt sich als ungemein anspruchsvoll. „Der Wind ist unabhängig der Grundrichtung extrem drehend und löchrig, das System ist schwer bis gar nicht zu durchschauen“, urteilt Matthias Schmid der mit Partner Florian Reichstädter als zweiter und 19. die Linie kreuzte. „Unser Speed ist sehr gut, aber wie schnell man bei den Bedingungen hinten sein kann, haben wir im zweiten Durchgang leider selber erfahren müssen.“ Auf zwei nahezu perfekte Läufe kann hingegen Andreas Geritzer verweisen, der Olympia-Zweite von Athen kam auf die Ränge fünf und drei und begründete seine Leistung mit „einer schnellen Linie und einem klaren Kopf.“ Weltmeister Tom Slingsby der laut Geritzer „auf dem Kreuzkurs wie eine Walze segelt“, führt mit zwei Tagessiegen.

Sylvia Vogl, in der aktuellen Weltrangliste auf Platz drei gereiht, kam mit Neo-Vorschoterin Veronika Haid bei ihrem internationalen Debüt auf die Plätze 22 und 15. „Wir segeln ohne Erwartungen, es wäre vermessen nach so kurzer Zeit Resultate zu verlangen. Es gilt die Fehler von Wettfahrt zu Wettfahrt zu dezimieren, genau daran arbeiten wir“, so die EM-Fünfte, die sich mit der 20-jährigen Innsbruckerin erst seit ein paar Wochen das Cockpit teilt. Florian Raudaschl startet mit Platz 22 in die Weltcup-Woche, derzeit wird die zweite Finn-Runde absolviert. Abgerechnet wird am Samstag in den Medal-Race Entscheidungen.
Zwischenergebnis nach dem 1.Tag:
Laser (103 Teilnehmer, 2 Wettfahrten)
1. Tom Slingsby AUS 2
7. Andreas Geritzer AUT 8 (5/3)
47. Matthais Sailer AUT 52 (30/22)
470er Herren (55 Teams, 2 Wettfahrten)
1. Mathew Belcher/Malcom Page AUS 2
21. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 21 (2/19)
38. David Bargehr/Lukas Mähr AUT 38 (21/17)
470er Damen (32 Teams, 2 Wettfahrten)
1. Jo Aleh/Olivia Powrie NZL 2
19. Sylvia Vogl/Veronika Haid AUT 27 (22/15)
Finn (36 Teilnehmer, 1 Wettfahrt)
1. Andrew Mills GBR
22. Florian Raudaschl AUT
Text und Bilder Dominic Marsano
