
Weymouth, wo 2012 um die Olympischen Medaillen gesegelt wird, zeigt seine Krallen. Der zweite Tag des England-Weltcups mutiert zur Wasserschlacht, Laser-Ass Andreas Geritzer zeigt konstante Größe und beißt sich bei Überlebensbedingungen in der Spitzengruppe der Skandia go for Gold Regatta fest.

Der zweite Tag vor Weymouth, wo im Olympiarevier von 2012 noch bis kommenden Samstag um die letzten Weltcuppunkte der heurigen Saison gesegelt wird, brachte noch mehr Wind als zuletzt. Zumindest in den Spitzen, denn zwischenzeitlich „flaute“ das Gebläse von satten sechs, auf herausfordernde vier Beaufort ab. Scheinbar ideal für Andreas Geritzer, der zweimal als fünfter die Zielflagge sah und im Anschluss davon sprach, dass „der Tag durchaus genial war, aber auch unglaublich viel Substanz gekostet hat. Ich bin sehr zufrieden, gewinnen hätte ich heute aber nicht können.“ Tom Slingsby und die Schweden seien wesentlich frischer angereist, „die Staatsmeisterschaftswoche im Anschluss an die WM in Übersee hat einfach Spuren hinterlassen.“ Zudem waren die „Verhältnisse verdammt brutal und die Wettfahrten überdurchschnittlich lang.“

Die 470er Segler Matthias Schmid und Florian Reichstädter beendeten die Läufe auf den Plätzen 13 und zehn, die WM-Sechsten schoben sich dadurch im Zwischenklassement auf Rang 17 vor und befinden sich in durchaus prominenter Gesellschaft. Die Olympia-Dritten und Weltranglistenführenden, Nicolas Charbonnier und Baptiste Meyer haben als 15. fünf Punkte weniger auf dem Konto. „Zufrieden sind wir nicht. Unser Anspruch muss definitiv höher sein, aber noch“, so Reichstädter, „ist nicht alle Tage Abend.“

„Wenn die Hälfte der Flotte ohne Spinnaker fährt und der Rest kentert, sagt das über den Kampf wohl alles aus. Wir sind das erste Mal überhaupt bei so viel Wind gesegelt, entsprechend schwierig war dieser Tag.“ Umso bemerkenswerter, dass Sylvia Vogl und ihre Neo Partnerin Veronika Haid in der vierten Runde als zweite die Luvtonne passierten und trotz zweier Kenterungen als zehnte das Ziel kreuzten. „Es ist natürlich fein wenn sich der Kampf auszahlt, aber Ergebnisse sind vorerst nebensächlich.“ Zumal die Oberösterreicherin schon mehrfach ihre Weltklasse gezeigt hat und gänzlich ohne Druck agieren kann. „Hier sind die Besten der Besten am Start, hier werden unsere Fehler schonungslos aufgedeckt, hier können wir eine Menge lernen.“ Gesamt rangiert das Duo auf Platz 16. Während Jo Aleh und Olivia Powrie ihre Führung ausbauen, segeln die Olympiasiegrinnen Elise Rechichi und Tessa Parkinson (AUS) als 21. noch hinterher.

Konstant im Mittelfeld, aber noch ohne Ausreißer nach vorne, liegt Florian Raudaschl nach vier Finn-Durchgängen auf Position 22. Ein 17. Platz steht als bis dato als bestes Einzelergebnis zu Buche. „Mir fehlt das Gewicht und nach der langen Saison auch ein wenig die Power, um bei diesen Bedingungen mithalten zu können“, weiß der 31-Jährige woran es hapert.
Zwischenergebnis nach dem 2.Tag:
Laser (103 Teilnehmer, 4 Wettfahrten)
1. Tom Slingsby AUS 4
5. Andreas Geritzer AUT 18 (5/3/5/5)
60. Matthais Sailer AUT 119 (30/22/31/34)
470er Herren (55 Teams, 4 Wettfahrten)
1. Mathew Belcher/Malcom Page AUS 5
17. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 44 (2/19/13/10)
41. David Bargehr/Lukas Mähr AUT 76 (21/17/17/21)
470er Damen (32 Teams, 4 Wettfahrten)
1. Jo Aleh/Olivia Powrie NZL 6
19. Sylvia Vogl/Veronika Haid AUT 70 (22/15/23/10)
Finn (36 Teilnehmer, 4 Wettfahrten)
1. Giles Scott GBR 18
22. Florian Raudaschl AUT 86 (22/23/24/17)
Text und Bilder Dominic Marsano
