
Andreas Geritzer bleibt mit dem Olympiarevier von 2012 auf du und du und zieht als dritter locker lässig ins Medal Race der Laserklasse ein.
Das Gerangel um die Medal-Race Tickets ist zu Ende. Die Qualifikation- und Finalserie gehört der Vergangenheit an, morgen segeln die besten zehn pro Disziplin um den Sieg, wichtige Weltcuppunkte und - weil im Olympiarevier von 2012 - um sehr viel Prestige.
Österreichs morgiger Final-Beitrag heißt Andreas Geritzer, der 31-jährige Lasersegler schaffte als einziger OESV-Athlet den Einzug ins Medaillenrennen. Während die EM-Dritten Delle Karth & Resch aufgrund der Fußoperation des Kärntners von Vornherein passen mussten und Sylvia Voglmit Veronika Haid ihre neue Partnerin im Cockpit erst integrieren muss, kam das vorzeitige Aus von Matthias Schmid und Florian Reichstädter ein wenig überraschend. Umso erfreulicher die Leistung Geritzers, der an der englischen Südküste nahtlos an seine tadellose WM-Vorstellung (Rang neun) anknüpfen konnte und auf allen Linien zu überzeugen wusste. Heute auf den Plätzen zehn und vier, liegt der Olympia-Zweite vor der letzten und alles entscheidenden Runde an sensationeller dritter Position.

„Die 3-4 Beaufort waren wieder mit enormen Druckunterschieden gewürzt, aber heute habe ich meine Möglichkeiten besser nützen können“, so der Neusiedler, der wieder perfekt von der Linie kam und sich dank einer exzellenten Bootsgeschwindigkeit mit der Spitzengruppe absetzen konnte. „Wenn ich meine Start-Geschwindigkeit über die gesamte Runde bringe, wird es für die anderen richtig gefährlich“, weiß Geritzer wo noch mehr Prozente rauszuholen sind, morgen will der Österreicher wieder attackieren. „Ich werde maximalen Druck ausüben und hoffe auf einen Podestplatz.“ Während Slingsby als Sieger bereits feststeht, trennt Geritzer lediglich ein Punkt von Platz zwei.
Sylvia Vogl und Veronika Haid segeln bei ihrem internationalen Debüt Rang 18 nach Hause. „Wir hatten durchaus unsere Möglichkeiten, aber noch zu wenig Routine um ein Top Resultat auch bis ins Ziel zu bringen. Der Lernfaktor war enorm, den Rest werden wir uns in den kommenden Monaten erarbeiten.“ Wie stark das Feld vor Weymouth tatsächlich war, beweisen die vielen prominenten Zaungäste: Mit Giulia Conti und Giovanna Micol (ITA) sowie Fernanda Oliveira und Ana Barbachan (BRA) verpassten die Europameisterinnen bzw. die Dritten der China Spiele überraschend das Medal Race.
Matthias Schmid und Florian Reichstädter haben das Rennen vor Weymouth als 23. „leider in den Sand gesetzt. Bei uns war während der gesamten Woche der Wurm drinnen, wir hatten zu wenig Plan, zudem in vier Wettfahrten massive Probleme mit dem Material. Nachdem wir aber wissen wo der Hund begraben liegt, treten keine Selbstzweifel auf.“
Florian Raudaschl kommt gegen Ende der Woche immer besser ins Fahren, mit den Plätzen 12 und 14 verbuchte der Finnsegler seinen bis dato stärksten England-Tag. Mehr als der 21. Gesamtrang war für den Wolfgangseer aber nicht mehr zu holen.
Zwischenergebnis nach dem 5.Tag:
Laser Gold-Flotte (103 Teilnehmer, 8 Wettfahrten, 1 Streicher)
1. Tom Slingsby AUS 10
2. Pavlos Kontides CYP 35
3. Andreas Geritzer AUT 36 (5/3(6)5/3/(17)/10/4)
Silber Flotte:
23. Matthais Sailer AUT 129 (30/22/31/34/23/19/19/(39)
470er Damen (32 Teams, 8 Wettfahrten, 1 Streicher)
1. Ai Kondo/Wakako Tabata JPN 28
18. Sylvia Vogl/Veronika Haid AUT 109 (22/15/23/10/17/10/18/18)
470er Herren (55 Mannschaften, 8 Wettfahrten, 1 Streicher
1. Mathew Belcher/Malcom Page AUS 20
23. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 98 (2/19/13/10/(23)/22/11/21)
Silber-Flotte
12. David Bargehr/Lukas Mähr AUT 101 (21)717/17/21/14/2/1218)
Finn (36 Teilnehmer, 8 Wettfahrten, 1 Streicher)
1. Ivan Gaspic CRO 25
21. Florian Raudaschl AUT 137 (22/23/24/17/25/(31)/12/14)
Text und Fotos: Dominic Marsano
