
Das Medal Race der Laser Klasse konnte aufgrund der instabilen Windverhältnisse nicht gesegelt werden. Andreas Geritzer verlässt das Olympiarevier mit Rang drei im Gepäck und kann auf eine tadellose Saison verweisen.
Auch wenn die Medal-Race Läufe aufgrund der instabilen Windverhältnisse heute großteils ins Wasser fielen - der England-Weltcup bot einen durchaus süßen Vorgeschmack auf die Olympischen Wettfahrten 2012. Im Unterschied zu den China Spielen geizt das Revier vor Weymouth nicht mit seglerischen Reizen – Wind, Welle und Strömung stellen ein durchaus selektives Paket für die Aktiven dar. Zudem ist das Interesse der Gastgeber enorm, der Segelsport genießt in Südengland einen sehr hohen Stellenwert. Entsprechend groß war auch der Zuschauerandrang bei den Entscheidungen, die zum Teil live auf BBC zu bestaunen waren. Andreas Geritzer - „heute wäre es sinnlos gewesen, die Entscheidung nicht zu segeln war definitiv richtig“ – blickt auf eine starke Vorstellung zurück und bilanziert entsprechend positiv.

„Mein Gesamtpaket hat ganz einfach gepasst. Die Starts haben wirklich gut funktioniert, hinzu kam eine sehr ansprechende Bootsgeschwindigkeit, vor allem auf den Vorwindkursen.“ Den einen oder anderen taktischen Fehler konnte der zweifache Familienvater dank seiner Routine ausmerzen, darüber hinaus zeigte sich der Österreicher mental ungemein stark. Mit drei Top ten Plätzen im Weltcup, Rang neun bei der Weltmeisterschaft und Platz zehn bei den europäischen Titelkämpfen kann der Olympia-Zweite von Athen auf eine tadellose Saison verweisen. „Ich habe viel Spaß bei dem was ich tue und bin entsprechend locker“, so Geritzer, der hinzufügt, „dass die Arbeit jetzt erst richtig losgeht.“ Als Trainingspartner international sehr gefragt, soll im Herbst der Grundstein „für den nächsten Schritt“ gelegt werden.

Beim Rest der heimischen Equipe – Nico Delle Karth und Niko Resch mussten aufgrund einer Fußoperation des Kärntner Vorschoters bereits im Vorfeld absagen – wechselte Licht und Schatten. Sylvia Vogl und Veronika Haid deuteten bei ihrem internationalen Debüt mit zwei Top ten Plätzen ihr Potential an, zahlten aber logischerweise noch ordentlich Lehrgeld. Matthias Schmid und Florian Reichstädter starteten mit Rang zwei viel versprechend in der Serie, konnten aber in Folge ihre gewohnte Bootsgeschwindigkeit aufgrund von Materialschäden nicht abrufen. Florian Raudaschl kam erst gegen Ende der Woche mit einem 12. und 14. Platz in Fahrt.
Die OESV-Kadersegler wechseln im Rahmen der Österreichischen Hochseemeisterschaften vor Biograd zwischen 05.-09. Oktober kurzfristig das Metier, anschließend wird wieder in den olympischen Klassen vor Weymouth, Barcelona bzw. Neusiedl trainiert.
Endergebnis:
Laser Gold-Flotte (103 Teilnehmer, 8 Wettfahrten, 1 Streicher)
1. Tom Slingsby AUS 10
2. Pavlos Kontides CYP 35
3. Andreas Geritzer AUT 36 (5/3(6)5/3/(17)/10/4)
Silber-Flotte:
23. Matthais Sailer AUT 129 (30/22/31/34/23/19/19/(39)
470er Damen (32 Teams, 8 Wettfahrten, 1 Streicher)
1. Ai Kondo/Wakako Tabata JPN 28
18. Sylvia Vogl/Veronika Haid AUT 108 (22/15/23/10/17/9/18/17)
470er Herren (55 Mannschaften, 8 Wettfahrten, 1 Streicher
1. Nic Asher/Elliot Willis GBR 20
23. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 98 (2/19/13/10/(23)/22/11/21)
Silber-Flotte:
12. David Bargehr/Lukas Mähr AUT 101 (21)717/17/21/14/2/1218)
Finn (36 Teilnehmer, 8 Wettfahrten, 1 Streicher)
1. Ivan Gaspic CRO 25
21. Florian Raudaschl AUT 137 (22/23/24/17/25/(31)/12/14)
Text und Fotos: Dominic Marsano
