Miesmuscheln in der Medizin

Ocean | 26.10.2009 - 04:29:56

Richtig zubereitet mit einem guten Glas Wein sind Miesmuscheln den meisten bekannt und erfreuen sich in vielen Revieren großer Beliebtheit. Dass die wohlschmeckenden Schalentiere auch noch andere Qualitäten haben fanden nun Wissenschaftler der Universität von Kalifornien heraus.

 
Die amerikanischen Forscher analysierten die sogenannten Byssusfäden mit denen sich die Muscheln an den Grund oder an Pfählen festhalten. Diese hochfesten Fäden haben erstaunliche Eigenschaften und sind neben ihrer Reißfestigkeit auch noch elastisch und können sich Dank eines besonderen Klebstoffs an fast allen Oberflächen festkleben. Diese Eigenschaften machen die Fasern, die auch Muschelseide genannt werden sowohl für die Industrie als auch für die Medizin interessant. Die amerikanischen Forscher fanden heraus, dass die Byssusfäden ihre Festigkeit durch Eisen und Calcium erreichen, entzieht man den Fäden diese Elemente verlieren sie ungefähr die Hälfte ihrer Belastbarkeit. Ihre hervorragenden Klebeeigenschaften erreichen die Muschelfäden durch ein besonderes Klebeprotein, das es den Tieren ermöglicht sogar auf extrem glatten Oberflächen wie Glas oder Metall Halt zu finden. Einem Team von Wissenschaftlern in Deutschland ist es nun gelungen dieses Klebeprotein synthetisch herzustellen. Mit diesem Superklebstoff sollen in Zukunft verschiedene Implantate befestigt werden oder sogar Herzklappen eingeklebt werden. Die Miesmuscheln sind in diesem Fall für die Industrie und Medizin von besonderer Bedeutung weil sie die einzige Muschelart sind die ihr Leben lang Byssusfäden produziert und weil die vielseitigen Schalentiere ziemlich häufig an den Küsten vorkommen. Bis die chirurgischen Superklebstoffe zum Einsatz kommen können liegen noch sorgfältige Erprobungsreihen auf dem Arbeitsplan der Forscher.  
Miesmuscheln werden manchmal auch als Pfahlmuscheln bezeichnet und gehören zu den am weitesten Verbreiteten Muschelarten der Welt. Ihren Sauerstoff beziehen sie durch Kiemen. Miesmuscheln ernähren sich durch Filtrierung von Kleinsten Partikeln aus dem Meerwasser. Die Schalentiere werden seit Jahrhunderten erfolgreich gezüchtet, die europäische Jahresproduktion liegt bei über einer halben Million Tonnen.

 

 


 

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