
Die größte Insel der Welt schmilzt
Ocean | 15.11.2009 - 02:12:36

Ein Team von Wissenschaftlern der Universität Utrecht in den Niederlanden untersuchte mit modernsten Methoden die Schwankungen der Eisschicht von Grönland. Ihre Ergebnisse zeigen gewaltige Schwankungen natürlichen Ursprungs, aber auch gigantischen Verlust durch rapides Abschmelzen.
Mit Hilfe raffinierter Satellitenmesstechniken, die mit Hilfe der Differenzen in der Gravitation ein exaktes Bild der Land und Eismassen erstellen können erarbeiteten die Forscher der Universität Utrecht unter der wissenschaftlichen Leitung von Michiel van den Broeke ein besorgniserregendes Bild der Situation der grönländischen Eismassen. Die Berechnungen ergaben, dass die Eismasse der größten Insel der Welt zwischen den Jahren 2000 und 2008 fast 1500 Gigatonnen einbüßten. (Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen!). Der Verlust setzt sich zu etwa gleichen Teilen aus dem Schmelzen des Eises und dem abbrechen von Eisbergen zusammen erklärt van den Broeke in seinem Bericht. Das beängstigendste ist allerdings der Umstand, dass dieser Prozess sich beschleunigt, so lag die verlorene Eismasse im letzten Messzeitraum bei 273 Gigatonnen in nur einem Jahr. Das so freigesetzte Wasser verteilt sich in allen Weltmeeren und führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels um 0,75 Millimeter in einem Jahr. Ein relativ kleiner Wert wenn man ihn mit den kolossalen geschmolzenen Eismassen vergleicht. Es leuchtet jedoch ein, dass der Trend besonders in den Niederlanden, einem extrem tief gelegenen Küstenland mit großer Besorgnis verfolgt wird. Berechnungen, die auf exakten jahrelangen Messungen der Forscher beruhen, zeigen, dass die noch vorhandenen Eismassen Grönlands ausreichen um im Falle eines Abschmelzens den Meeresspiegel weltweit um etwa sieben Meter ansteigen zu lassen.
| Empfehlen | 1.418 Klicks | Gernot Weiler |
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