
Jessica Watson 30 Tage auf See
People | 18.11.2009 - 00:04:09

Die jugendliche, australische Seglerin Jessica Watson feiert ihren dreißigsten Bordtag und befindet sich auf ihrem Weg zum Äquator nur noch 240 Seemeilen entfernt von der Linie, die sie so aufgeregt und sehnsüchtig erwartet. Gesellschaft leistet ihr der kleine Seevogel „Silly“.

„Heute Nacht bekam ich Gesellschaft hier draußen, Ich möchte ihn als „Silly“ vorstellen. Er ist ein kleiner, brauner Seevogel der auf meiner Satteliten Kuppel am Heck der PINK LADY gelandet ist. Silly erhielt seinen Spitznamen wegen seiner gefährlichen Faszination für den
Windgenerator und seine amüsanten Versuche dort zu landen. Obwohl der Windgenerator sich nicht schnell drehte war es Nerven aufreibend ihm dabei zuzusehen wie er immer wieder ganz nahe an im vorbeiflog. Auf alle Fälle hat er es sich zuletzt für drei Stunden auf der Sattelitenantenne bequem gemacht. Heute habe ich außer Cilly auch viele andere Vögel gesehen, was mich wundert, da die nächste Insel etwa 200 Seemeilen entfernt ist. Abgesehen von ein bisschen Regen am Morgen war es ein nahezu perfekter Segeltag. Es ist unglaublich aber morgen werden wir für 30 Tage auf See gewesen sein, genau ein Monat das wir Sydney am 18. Oktober
verlassen haben. Einen geschafft noch sieben zu fahren! Es fühlt sich an als ob ich Sydney erst gestern verlassen hätte, aber es ist ein verrücktes Gefühl, wenn ich daran denke, dass ich seit 30 Tagen nicht einen Menschen gesehen habe. Aber ich muss sagen, dass ich mich nicht wirklich anders fühle, es ist wie wenn jemand fragt ob ich mich nach einem Geburtstag anders fühle, aber ich bin immer noch die Selbe. Heute habe ich eine neue Provianttasche heraus geholt, ich möchte Pasta zum Abendessen machen, ich frage mich ob Silly Nudeln mag? Es sieht nicht so aus als würden wir den Äquator morgen erreichen, wie ich es erhofft hatte, aber bei einer Strecke von etwa 240 Seemeilen kann es nicht mehr lange dauern. Ich halte euch am Laufenden wenn ich mich nähere. Die Ansteuerung zum Äquator ist sehr aufregend! Nach der Äquatorüberquerung werde ich nach Norden bis zu den Kiribati Inseln, meinem Wendepunkt in der nördlichen Hemisphäre segeln und von dort nach Süden zurück über die Linie und bis Kap Hoorn fahren.
| Empfehlen | 2.317 Klicks | Gernot Weiler |
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