Weltumsegler nach Kollision gescheitert

People | 24.11.2009 - 00:17:59

Der deutsche Bernt Lüchtenborg, der großsprecherisch und nicht ohne andere große Segler dabei zu verunglimpfen angekündigt hatte, die Welt gleich zweimal nonstop und allein mit seiner 16 Meter Yacht umsegeln zu wollten, hat aufgegeben und ließ sich abbergen.

 
 
Der Plan des deutschen Bernt Lüchtenborg, den Erdball auf sich allein gestellt gleich zweimal ohne Zwischenstopp zu umsegeln, ist gescheitert. Durch eine angebliche Kollision mit einem unbekannten Gegenstand sei das Ruder seiner 23 Jahre alten, 16 Meter langen Aluyacht HORIZONS so schwer beschädigt worden, dass sich laut Lüchtenborg das Schiff nicht einmal mehr mit der Notpinne steuern lasse. Bernt Lüchtenborg, der immer wieder publikumswirksam verlautbart hatte, diese Reise zum Schutze der Wale zu unternehmen,  vermutet jetzt, dass er mit einem schlafenden Wal zusammengestoßen war. Ein Suchflugzeug aus Neuseeland hat den Havaristen inzwischen gesichtet, die Rettungsdienste dirigierten ein Kreuzfahrtschiff, das sich in der Region befand, zu Bernt Lüchtenborg. Es soll ihn inzwischen erreicht haben.
 
Er selbst hatte nach dem Zwischenfall jedenfalls noch genügend Zeit, Bier zu trinken und in einer lächerlich wirkenden, pseudoromantischen Sprache ala Rosamunde Pilcher auf seiner Homepage Folgendes zu schreiben:
 
"148. Seetag - Schiffbruch am Ende der Welt. So könnte der Anfang vom Ende lauten, wenn ich über diesen unglaublichen Törn voller Pech und Pannen schreiben sollte. Samstagnacht, Sturm mit 45 kn. Zwischen heftigen Schauerböen lugte der Mond durch eine aufgerissene Decke tief hängender Bewölkung. Draußen streunt der Regen, drinnen quillte Hefe durchs Gehirn und nachdem das Becks zu wirken begann, fühlte ich mich angenehm allein. Angenehm im Sinne von „So wolltest du es“ Und doch: Quo vadis, stranger in the night? Spätestens an der Südspitze Neuseeland, muss ich mich entscheiden: Reparaturstopp oder nicht. Der Unterwassergegenstand, der uns abrupt stoppte (vermutlich ein schlafender Wal) hat die Frage beantwortet: Denn das Ruder hat keinen Anschlag mehr, auch über die Notpinne ließ sich das Schiff nicht mehr steuern. Manövrierunfähig trieb ich zwischen 6m hohen Wellen und setzte am So. einen Notruf an Neuseeland Rescue ab. Der Flieger checkte heute die Lage. Morgen soll ich abgeborgen werden und muss Horizons zurück lassen! Im Bewusstsein des Scheiterns griff die Ohnmacht nach meiner Seele und durchdrang mich, wie der nasse, kalte Regen ..."
 
 
 

  


 

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Name Text
haddok

Gute Seemannschaft?

Ich bin froh, nicht in seiner Situation zu sein. Aber ich habe auch kein Geld von Sponsoren abgezockt und mich als Natur- und Umweltschützer der besonderen Art aufgespielt. Ist es wirklich gute Seemannschaft, ein schwimmfähiges Schiff ohne beschädigtem Rumpf und Rigg zu verlassen, nur weil die Notpinne nicht funktioniert? Lässt sich nicht ein Notruder bauen, um damit an einen Ort zu gelangen, an dem eine Reparatur möglich ist? Jetzt lässt sich der Angeber abbergen und sein Schiff treibt mit ein paar Hundert Litern Diesel als Gefahr für alle anderen im Südpolarmeer. Toll. Hauptsache die Kasse hat gestimmt und es gibt Stoff für ein weiteres Buch.

Kommentar melden | 24.11.2009 - 11:08:30

silversurfer

Hefe im Gehirn

In der Tat, wie er schreibt: "drinnen quillte Hefe durchs Gehirn". Und in anderen Einträgen auf seiner Homepage:
"138. Seetag - Ich gestehe: War gestern einfach zu feige, um mich zu aufzuhängen. Stattdessen….you know. ." oder: "wer stoppt endlich Florian Silbereisen?? "
Na, der muss Sorgen gehabt haben.

Kommentar melden | 24.11.2009 - 11:14:46

silversurfer

@haddok

... und eine ordentliche Umweltgefahr in diesem sensiblen Revier ist der unkontrolliert treibende Dieseltransporter auch noch.

Kommentar melden | 24.11.2009 - 11:21:12

diktator

Hmmm...

Ein Warmduscher im kalten Wasser..
Das kann nicht funktionieren ;) = Zwinker
_________________
Ich hätte viele Dinge begriffen, hätte man sie mir nicht erklärt! (Stanislow Jerzy Lec)

Kommentar melden | 24.11.2009 - 20:01:52

karl-otto Homepage


Bilgeratte

...er hat sie wieder

Bernd Lüchtenborg ist wieder an Bord seiner "Horizon", um sie nach Neuseeland zu schleppen und zu reparieren...
...hab übrigens die als piefke-bashing vorgebrachten hämischen meldungen ned ganz als seemännisch empfunden (im warmen wohnzimmer kann man treffliche analysen abgeben)

Kommentar melden | 30.11.2009 - 13:48:32


 
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