Die Länge spielt doch eine Rolle
Regatta | 26.11.2009 - 00:46:36

Der nächste Stolperstein in der nicht enden wollenden juristische Vorgeschichte des 33en Americas Cups kommt in Sicht. Die Frage über die Längen der Schiffe und ob diese dem strengen Reglement entsprechen wird nun durch eine exakte Vermessung der Rennboote ermittelt.

Laut den strengen Vorgaben der Stiftungsurkunde des Americas Cups dürfen einmastige Yachten maximal 90 Fuß Länge haben. Gemessen wird hierfür die Länge der Wasserlinie im segelfertigen Zustand. Das heißt, dass sich die komplette Crew, Ausrüstung, Segel, Verpflegung und der mögliche Ballast bei der Vermessung an Bord sein müssen. Der Knackpunkt zeigt sich hier in dem Unterschied der beiden riesigen Mehrrumpf-Boote. Der Katamaran ALINGHI 5 des Titelverteidigers wird mit Wasserballast gefahren, der die Länge der effektiven Wasserlinie natürlich stark beeinflusst. Der Trimaran von BMW ORACLE kann laut den technischen Angaben der Konstrukteure auch ohne Wasserballast segeln, außerdem gilt bei der Vermessung nur die Wasserlinie des mittleren Hauptrumpfs.

Alinghi hat nun die Möglichkeit entweder die Ballasttanks vor der Vermessung komplett zu füllen oder gänzlich auf die Verwendung des zusätzlichen Gewichts zu verzichten. Auf eine weitere Möglichkeit für das titelverteidigende Team wird von einem offensichtlichen Kenner der Stiftungsurkunde hingewiesen. Die bindenden 90 Fuß dürften auch überschritten werden, wenn das Schiff zwei Masten hätte. Eine eher unwahrscheinliche Lösung, auf die die Schweizer wahrscheinlich nur im allerletzten Fall zurückgreifen werden. Ob sich der abzeichnende Vorteil des BMW ORACLE Teams gegenüber dem ALINGHI Team auf eine absehbare Austragung des Cups und dessen Ausgang auswirken wird kann nur mit Spannung erwartet werden. Die wachsende Meinung in der weltweiten Seglergemeinde äußert mittlerweile immer öfter den Wunsch endlich den Seglern und nicht den Juristen das Steuer zu überlassen.
www.bmworacleracing.com

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