
Südliche Meeresströmung kann Europa retten
Ocean | 30.11.2009 - 00:58:04

Der vielbesprochene Klimawandel bereitet der Menschheit großes Kopfzerbrechen. Mancherorts wird sogar darüber diskutiert ob die drohenden Vorzeichen nicht von den Forschern übertrieben dargestellt werden. Tatsache ist, das globale Klima ändert sich zurzeit schneller als je zuvor und das nicht zu Gunsten der Menschheit.

Viele Teams von großartigen Klimaforschern und Wissenschaftlern arbeiten angestrengt und ununterbrochen an der Darstellung der bevorstehenden Probleme die der Klimawandel mit sich zieht und entwerfen Szenarien und mögliche Lösungen für die Zukunft zu finden. Einer der größten drohenden Abläufe, die vor allem Europa betreffen würde, ist ein teilweises oder völliges erliegen des Golfstroms, der nicht grundlos als die Heizung Europas bezeichnet wird. Der Golfstrom fördert gigantische warme Wassermassen aus der Karibik nach Norden. Seinen Namen trägt diese Meeresströmung eigentlich nur entlang der Nordamerikanischen Küste bis er von der geologischen Gegebenheit am Kap Hatteras ins offene Meer abgelenkt wird und ab dort als Nordatlantikstrom bezeichnet wird. Umgangssprachlich wird jedoch das gesamte komplexe System aus Meeresströmungen nach seinem Ursprung, den Golf von Mexiko benannt. Die Wassermassen die der, für das Weltklima so wichtige Strom transportiert sind gigantisch, Schätzungen gehen davon aus, dass er hundertmal mehr Wasser transportiert als von sämtlichen Flüssen der Welt ins Meer fließt.
Auch die, durch die hohe Wassertemperatur hervorgerufene Energie die mit sich trägt ist unvorstellbar, sie entspricht umgerechnet etwa der Leistung von vier Millionen großen Kernkraftwerken. Angetrieben wird der Golfstrom von einem empfindlichen Wechselspiel zwischen den spezifischen Gewichtsunterschied zwischen salzhaltigem und salzärmerem Meerwasser. Das mit Salz angereicherte Wasser des Stroms sinkt, da es schwerer ist in die Tiefe und sorgt so für das im Ganghalten des gesamten Golfstroms. Die Gefahr die dem Golfstrom durch die Klimaerwärmung droht, liegt hoch im Norden und stammt von den gewaltigen Wassermassen die durch das Abschmelzen des nördlichen Eises ins Meer fließen. Der Umstand, dass es sich bei dem Schmelzwasser um große Mengen Süßwasser handelt verändert dieses Gewichtsverhältnis und droht den Golfstrom abzuschwächen. Die Folgen eines Ausbleibens der warmen Meeresströmung wären nicht nur für die Küsten Europas katastrophal, sondern würden sich negativ auf das gesamte Weltklima auswirken.
Einen Hoffnungsschimmer der die Entwicklung auf natürliche Weise bremsen könnte haben nun Forscher vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) entdeckt. Mit Hilfe eines neu entwickelten Computermodells bekamen die Forscherkonnten überraschende Einsichten in die Auswirkungen von südlichen Meeresströmungen auf die Dynamik des Golfstroms im hohen Norden. Der Agulhasstrom der entlang der Ostküste Afrikas nach Süden fließt, sorgt regelmäßig für eine, zumindest teilweisen Lieferung von salzreichem Wasser in den Atlantik. Alle paar Monate trennen sich von Agulhasstrom, der ab Kapstadt wieder zurück in den Indischen Ozean fließt, riesige Wasserwirbel mit einem Durchmesser von hunderten Kilometern, die warmes und salzreiches Meerwasser in den Atlantik bringen und dort über komplizierte Strömungssysteme den sinkenden Salzgehalt im nördlichen Eismeer ausgleichen.
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