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Geiseldrama: "Marine-Soldaten sind Feiglinge!"

Service | 03.12.2009 - 20:48:51

Da spricht einer klare Worte: "Feige Marine" titelt der Londoner Daily Mail-Kommentator Max Hastings seine Kolumne über das Geiseldrama um die nach Somalia entführten Weltumsegler Rachel und Paul Chandler.

Bekanntlich hatten Marinesoldaten des britischen Kriegsschiffes WAVE KNIGHT aus nur wenigen Metern Entfernung tatenlos zugesehen, als in der Nähe der Seychellen Piraten die 12 Meter Yacht der Chandlers kidnappten und mehrere hundert Meilen weit in somalische Gewässer verschleppten.

"Welchen Zweck hat denn die Anwesenheit der britischen Marine im Indischen Ozean und dem Roten Meer, wenn sie sich selbst zahnlos zeigt", fragt Hastings in seinem Kommentar. Der britische Verteidigungsminister erwiderte darauf: "Ich mag das überhaupt nicht, wenn gewisse journalistische Kreise meine Soldaten als Feiglinge brandmarken. Sie haben richtig gehandelt, nicht einzugreifen, weil das nur das Leben der Geiseln gefährdet hätte".

 

Tatsache ist, dass Paul und Rachel Chandler ungehindert von den somalischen Gangstern unter den Augen der Marine an einen unbekannten Ort verschleppt werden konnten und dort unter höchster Lebensgefahr gefangen gehalten werden.

 

 

 

 


 

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Name Text
Kapitän Metaxa

Hab ich doch schon immer gesagt: Traurig, traurig,

Jetzt ist man endlich auch in London drauf gekommen, spät aber doch, was ich immer schon gesagt habe: Traurig, traurig, traurig! Die mutigen Marinesoldaten samt Krigsschiff haben es ermöglicht, dass die Piraten die Yacht mehrere hundert Seemeilen bis nach Somalia ungefährdet entführen konnten. Die Meldung des Marineministers ist typisch für Schreibtischtäter.
Cpt. Metaxa

Kommentar melden | 03.12.2009 - 23:59:04

LowTech

Armutszeugnis

Wenn man sich überlegt was für Erfolge die Einheiten vor der Küste von Somalia bisher verzeichnen konnten muss man sich wirklich wundern. Da liest man von zwei offenen Piratenbooten, die irrtümlich ein französisches Kriegsschiff angreifen, aber eines der Boote flüchten konnte. Segler die vor den Augen der britischen Marine entführt werden. Was sollen die Piraten denn noch machen, damit wirkungsvoll gegen sie vorgegangen wird? Sie werden sich wohl kaum selbst stellen und um Verwechslungen zu vermeiden Schilder mit „Pirat“ oder „schuldig“ um den Hals tragen. Schnell und Richtig in einer plötzlichen Krisensituation zu handeln gehört offensichtlich nicht mehr zum Ausbildungsplan moderner Marineeinheiten. Gerade die Marine und besonders die Briten sind ja so stolz auf ihre Tradition und bedacht auf ihre Ehre. In diesem Fall haben sie aber versagt.

Kommentar melden | 04.12.2009 - 10:18:03

haddok

Das Problem ist doch, dass Soldaten bis hinauf sogar zu Kommandanten von Kriegsschiffen im Kampfeinsatz nichts mehr ohne einen ausdrücklichen Befehl von ganz oben machen, weil sie Angst haben, sonst Gefahr zu laufen, angeklagt und verurteilt zu werden, weil sie eventuell überzogen gehandelt haben.

Kommentar melden | 04.12.2009 - 10:25:55

Kapitän Metaxa

Ja haddok, da hast du sicherlich auch recht, aber etwas Eigeninitiative, besonders in Notfällen, wäre schon erwünscht. Bis die Schreibtischtäter in ihren Büros zu Hause reagieren können Wochen vergehen. Na und wenn die Piraten das nächste Mal ein Kriegsschiff angreifen müssen sie halt vorher die Totenkopf-Flagge setzen, damit die Soldaten auch wirklich wissen dass sie von Piraten angegriffen werden, auch wenns nur irrtümlich ist!
Cpt. Metaxa,

Kommentar melden | 04.12.2009 - 11:05:22

haddok

Ja, das alles sind Schwächen der Demokratie - die immer noch das allerbeste politische System ist.
Terroristen und Piraten schneiden mit zynischem Lächeln vor laufenden Kameras Köpfe von Geiseln ab und werden als Helden gefeiert. Ein Soldat, der in in einer Situation, in der er selbst bedroht ist, auf Ganoven feuert und dabei vielleicht einen Unschuldigen trifft, steht umgehend vor Gericht. Da lachen sich die Terroristen und Piraten ja kaputt.

Kommentar melden | 04.12.2009 - 11:20:35

LowTech

Bestürzendes Thema

Ich glaube es liegt wirklich an dem juristischen Wasserkopf der heutigen Gesellschaft. Die Soldaten sind darauf trainiert Befehlen zu gehorchen, wenn sie Eigeninitiative zeigen begeben sie sich in große Gefahr vor einem Gericht zu landen. Da müssten die Vorgesetzten mehr Mut und Courage zeigen, den strikten Befehl zur Befreiung geben, und dann hinter ihren Entscheidungen und den Soldaten stehen um ihre moralisch richtigen Entscheidungen gegen alle Zweifler und juristischen Nörgler durchsetzen.

Mehr Mut zur Zivilcourage, auch mit dem Risiko einmal eine aufs Maul zu bekommen. Besser nachher die eigenen Wunden lecken als für immer mit dem Gewissen zu leben nicht geholfen zu haben!!

Kommentar melden | 04.12.2009 - 14:19:40

haddok

Genau das ist das Problem: Wie schnell ist eine Rakete auf einen Tank-Konvoi abgeschossen und es gibt 140 tote Zivilisten. Wer soll dann "hinter der Entscheidung" des Soldaten mit dem unruhigen Finger oder falschen Einschätzung stehen?
Im Fall der britischen geiseln lag die Angelegenheit aber zweifellos anders. Hier haben sich ein paar hochrangige Offiziere in ihre gebügelten Hosen geschissen.

Kommentar melden | 04.12.2009 - 15:26:20

Kapitän Metaxa

Hi haddok!
Gut gebrüllt Löwe!
Cpt.Metaxa

Kommentar melden | 04.12.2009 - 21:44:05

skippy

Erbärmlich! Fahren da mit Ihren millionenschweren Schiffen und bis an die Zähne bewaffnet im Kreis und wenns mal was zu tun gäbe passiert nix!

Man sollte diese entscheidungsschwachen Offiziere wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen.

Oder noch besser - in ein Segelboot setzen und den Weg der Piraten kreuzen lassen!

Kommentar melden | 06.12.2009 - 17:31:47


 
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