
Schon anfangs der Reise ging er das erste Mal an Land - und vertuschte es! | People | 04.12.2009 - 16:53:35

Er hat von Anfang an gelogen, dass sich die Planken der Schiffe biegen: Bernt Lüchtenborg, der angetreten ist, die Welt gleich zwei Mal non-stop und einhand zu umsegeln. Wäre im Grunde alles unter der Kategorie "Seemannsgarn" abzuhaken, hätte er nicht fette Sponsorengelder eingestreift. Damit könnte es sogar handfester Betrug sein.

Selbst die Tageszeitung seiner Heimatstadt Lübeck, hoch im Norden Deutschlands, geht mit dem Sohn der Marzipan-Stadt hart ins Gericht. Sie schreibt:
"Wismar/Cuxhaven - Geschummelt: Weltumsegler Bernt Lüchtenborg soll heimlich an Land gegangen sein – trotz des Versuchs, einen Nonstop- Rekord aufzustellen.
Noch bis zum Wochenanfang nahmen Tausende Beobachter Anteil am Schicksal des Abenteurers Bernt Lüchtenborg, der Ende Juni von Cuxhaven aus mit seiner Yacht „Horizons“ aufbrach, um allein und ohne Zwischenstopp zweimal um die Welt zu segeln. Vor zehn Tagen wurde der 56-Jährige vor Neuseeland aus Seenot gerettet, konnte sein Schiff in einen sicheren Hafen schleppen lassen – ausgerechnet nach Bluff Harbour.
Jetzt kam heraus: Lüchtenborg hat offenbar bereits vor der Havarie mehrere Stopps eingelegt, wie die Zeitschrift „Yacht“ in ihrer Internet-Ausgabe meldet. Auf den Kapverdischen Inseln und in der brasilianischen Stadt Salvador da Bahia sei der Segler an Land gegangen. Er habe außerdem vor der Insel Cies (Spanien) und vor den Crozet-Inseln im Indischen Ozean gestoppt, wird aus Lüchtenborgs Internet-Tagebuch zitiert. Das Scheitern seines Projektes habe er „verschwiegen, ja sogar vertuscht“. Er sei mit dem Druck, den er sich selbst gesetzt habe, nicht klargekommen.
Groß ist die Enttäuschung in Wismar. Dort war Lüchtenborg prominenter Werbeträger für den Verein „Licht am Horizont“, der sozial schwache Kinder und Jugendliche in Wismar unterstützt. „Das ist für mich ganz persönlich ein schlimmer Vertrauensbruch“, erklärt Projekt-Begleiter Norbert Gelhart. Einen direkten Kontakt zu Bernt Lüchtenborg in Neuseeland herzustellen, war bis zum gestrigen Redaktionsschluss nicht möglich."
Und er besaß auch noch die Frechheit, in einem offenen Brief an Deutschlands Bundeskanzlerin zu schreiben:
"Zu meiner Person: Mein Name ist Bernt Lüchtenborg und ich bin seit nunmehr über 140 Tagen auf einer Non-Stop-Weltumseglung."
Dazu erübrigt sich wohl jeder weitere Kommentar.
| Empfehlen | 2.893 Klicks | Thomas Dobernigg |
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| LowTech |
Publicity Segler Leider sind charismatischen Weltumsegler wie Bernard Moitessier, Joshua Slocum oder Sir Francis Chichester, die sich nicht ausschließlich selbst darstellen mussten schon alle im Seglerhimmel. Es ist offensichtlich ein Zeichen unserer Zeit, dass Abenteurer erst Anerkennung vor den Augen der Öffentlichkeit finden wenn sie einen mehr oder mehr unsinnigen Rekord aufstellen. Die Jüngste, der Schnellste oder wie in diesem Fall der zweimal-einhand-nonstop Weltumsegler. Hoffentlich muss nicht, um dem Rekordwahn gerecht zu werden, demnächst ein Zehnjähriger zur schnellsten dreifach nonstop Weltumsegelung in See stechen, und damit es nicht zu einfach aussieht mit einer Hand auf den Rücken gebunden. Lüchtenborg reiht sich mit seinen Erfolgen zwar in keine Gute aber umso zahlreichere Gesellschaft der lügenden Seefahrer ein. Angefangen von Donald Crowhurst, der in den 1960ern seine Logbücher fälschte um bei einer Regatta um die Welt zu gewinnen und dann in geistiger Umnachtung über Bord ging, bis zu den Sonntagsseglern, die wir alle kennen und die in der Hafenkneipe von Stürmen und meterhohen Monsterwellen berichten, obwohl man selbst mit seiner Crew zur gleichen Zeit im selben Revier noch einen Badestopp einlegte. Profilierungssucht und Jagd nach Sponsor sollte wirklich niemanden motivieren auf gute Seemannschaft zu verzichten und spektakulär verrückte Törns zu unternehmen. Kommentar melden | 05.12.2009 - 14:15:28 |
| iml7011 |
TYPISCH - Hinter der Ofenbank sitzen, Infos über Dritte einholen und gleich vorverurteilen. Wenn er sein Ziel geschafft hätte, dann wären ihm alle Speichellecker gleich in den A...h gekrochen.... Kommentar melden | 05.12.2009 - 15:18:02 |
| Kapitän Metaxa |
Zunächst einmal abwarten was er weiterhin macht.Er kann immer noch von seinem jetztigen Standort aus 2x die Welt umsegeln. Kommentar melden | 06.12.2009 - 11:12:38 |
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skippy
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@iml7011 Hat er aber nicht! Kommentar melden | 06.12.2009 - 17:27:55 |