Ein Blick hinter die Kulissen des BMW Superwings

Regatta | 11.12.2009 - 06:02:55

Bei einem exklusiven Technologie Workshop, zu dem eine Gruppe von etwa 50 Vertreter internationaler Medien eingeladen waren, gewährte das BMW ORACLE Racing Team einen Einblick in die technischen Details ihres riesigen Trimarans BOR 90.

 
Exakt zwei Monate vor dem für den 8. Februar angesetzten Segel-Megaevent, dem Rennen zwischen Herausforderer BMW ORACLE und America´s Cup Verteidiger ALINGHI im spanischen Valencia, präsentierte das BMW ORACLE Racing Team in München Details ihres Racers, der BOR 90. Das Schiff wird von CEO Russell Coutts als die „Ultimate Driving Machine“ bezeichnet, ein Einschätzung, die man dem dreimaligen America´s Cup Gewinner gerne glauben kann, zählt er in diesem Metier doch sicher zu den erfahrensten Menschen weltweit.
Mit den detaillierten Vorträgen des internationalen Entwicklerteams wurden Stück für Stück die Geheimnisse des gigantischen Flügelriggs darstellt, das mit 57 Metern Höhe nicht nur größer als die Tragfläche des größten Flugzeugs der Welt ist, sondern auch einen für Segelfahrzeuge unglaublichen Vortrieb erzeugt.
 
 
Joseph Ozanne, der Leiter des Wing Design Projekts erläuterte anschaulich die Funktionsweise des riesigen Flügels.
Das Grundprinzip der Konstruktion besteht aus zwei Hauptkomponenten, die zum größten Teil aus Hightech-Materialien wie Karbonfaser und Kevlar hergestellt wurden. Das Hauptelement besteht aus einem um die Mastachse drehbaren Profil das gleichzeitig als Mast dient und an seiner hinteren Kante elf bewegliche Klappen trägt die gemeinsam die zweite Komponente und ein weiteres Profil bilden. Getrennt sind die beiden Profile durch einen schmalen Spalt, der dafür sorgt, dass die aerodynamische Strömung nicht abreißt. Die einzelnen Klappen sowie das Hauptsegment werden über Seilzüge gesteuert und ermöglichen es dem Schiff bei einer Wende automatisch mit der gleichen, optimalen Segelstellung auf dem anderen Bug weiterzufahren. Bei den Tests vor San Diego zeigte sich eine zusätzliche positive Eigenschaft, die sich entscheidend auf das Rennen auswirken kann, das Boot ist durch das neuartige Rigg wesentlich wendiger und kann innerhalb kürzester Zeit zum Stillstand gebracht werden.
 
 
 
Der wesentlichste Unterschied zu einem herkömmlichen Segel besteht darin, dass der Flügel wesentlich einfacher und effektiver getrimmt werden kann. Allerdings müssen die für den Trimm zuständigen Crewmitglieder sich in ihrer gewohnten Tätigkeit umstellen und sich fast ausschließlich auf die Anzeigen der Instrumente verlassen als, wie bisher auf einen Blick ins Segel.  Laut den Berechnungen der Spezialisten des BMW ORACLE Racing Teams wurde das Geschwindigkeitspotential des Trimarans seit seiner Taufe um etwa 20 Prozent verbessert.
 
 
 
Die BOR 90 und ihr Wunderflügel
 
Trimaran aus Karbonverbundwerkstoffen
Länge über alles: 30 Meter (100 Fuß)
Länge Wasserlinie: 27 Meter (90 Fuß)
Breite: 27 Meter (90 Fuß)
Höhe: 57 Meter
Flügeltiefe: 2,5 bis 9 Meter
Breite: 0,5 bis 2 Meter
Oberfläche: 625 m²
Gewicht: 3.500 Kilogramm
 
 
 
Mehr über die technischen Details
der BOR 90 lesen sie im nächsten OCEAN7.
 
 
 

Bilder Gilles Martin-Raget

 

 


 

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Name Text
Kapitän Metaxa

Verleiht Flügel......

Das einzig Gute an der ganzen Streiterei sind die extremen Fortschritte im Yacht- und Riggbau die beide Kontrahenten zwangsläufig machen müssen und die dann einige Zeit später auch im "normalen" Yachtbau ihren Niederschlag finden und dass sich doch noch immer Sponsoren für diese Art von Segelsport finden lassen.
Cpt.Metaxa

Kommentar melden | 11.12.2009 - 17:30:48

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