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49er WM 2010: Alles ist möglich

Regatta | 03.01.2010 - 05:55:12

Am Montag beginnt für Österreichs 49er Spezialisten vor Freeport der WM-Ernst des Lebens. Stark unterkühlt und leicht verschnupft gehen Nico Delle Karth und Niko Resch am anderen Ende der Welt auf Medaillenjagd und zählen zu jenen, die Anrecht auf einen Platz an der Sonne haben.

 
Während das Partyvolk die Korken knallen ließ, haben Nico Delle Karth und Niko Resch den Jahreswechsel auf den Grand Bahamas bewusst verschlafen. Noch haben die beiden 25-Jährigen keinen Grund die Nacht zum Tag zu machen, ein Umstand, der sich aber innerhalb der nächsten Woche ändern könnte. Die am kommenden Montag beginnende Weltmeisterschaft vor Freeport ist am 09. Jänner entschieden, Österreichs Segelasse zählen zum erweiterten Favoritenkreis. „Als aktuelle Nummer drei der Welt, ist der Medaillenanspruch natürlich legitim, aber nicht jetzt und nicht heute.“ Spekulieren und hochrechnen wolle man frühestens Mitte der Woche, zunächst gilt es solide in die Titelkämpfe zu starten und sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Bis zum alles entscheidenden Medal Race der besten zehn stehen 17 Wettfahrten auf dem Programm, die enorme Dichte schließt eine vornehme Zurückhaltung unter Garantie aus. „Bei so vielen Medaillenkandidaten wird von der ersten Wettfahrt weg mit harten Bandagen gesegelt“, weiß Resch, der zumindest zehn Teams auf der WM-Rechnung hat und einmal mehr über sich hinaus wachsen wird müssen. Der Kärntner, der seit einem halben Jahr mit lädierten Bandscheiben kämpft, hat die aktuelle Kaltfront nicht ganz unbeschadet überstanden.
 
 
„Eine Verkühlung war das letzte was ich jetzt brauchen konnte, bei den Temperaturen wundert es mich aber nicht wirklich“, klagt Resch, der die gegenwärtige Wettersituation auf der Karibikinsel als „völlig verrückt“ bezeichnet. Gerade mal 15 Grad, kaum Sonne und teilweise starke Regengüsse waren die Begleiterscheinungen bei der finalen Materialabstimmung, während der kommenden 24 Stunden, wo die Registrierung und Vermessung über die Bühne geht, bleibt der Vorschoter bewusst auf Tauchstation. Der WM-Start ist zwar nicht in Gefahr, „eine Extraportion Ruhe kann aber sicher nicht schaden.“ Rückendeckung erhalten die heimischen 49er-Asse von Marcel Formann, der heute auf den Grand Bahamas eintrifft. Der 29-jährige Physiotherapeut soll dafür sorgen, dass die Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule nicht akut werden. Als ehemaliger Spitzensegler weiß der Wiener um die Abläufe und Problemzonen bestens Bescheid, Formann wird die OeSV-Nationalmannschaft während der gesamten Weltcupsaison betreuen. Möglich macht dieses Service die Unterstützung öffentlicher Stellen, sowie die gute Kooperation mit dem IMSB. „Die Komplexität unseres Sports erfordert die Zusammenarbeit mit Fachkräften, sportmedizinisch sind wir bestens aufgestellt“, freut sich Sportkoordinator Georg Fundak, der sich in Sachen 49er Weltmeisterschaft mit Prognosen zurückhält. „Die Burschen haben in der Vorbereitung das Maximum herausgeholt, ein gewisser Rückstand ist aber nicht von der Hand zu weisen. Die suboptimalen Trainingsverhältnisse haben ihnen einige Wasserstunden gekostet, wie groß die Lücke tatsächlich ist, wird man erst in der kommenden Woche sehen.“
 
 
Am Montag stehen die ersten drei Qualifikations-Wettfahrten auf dem Programm, insgesamt 60 Mannschaften aus 26 Nationen sind an der Linie versammelt.
 
Zeitplan der 49er WM in Freeport, Grand Bahamas
 
02.-03. Jänner 
Vermessung, Eröffnung
04.-06. Jänner 
Qualifikation (9 Wettfahrten)
07.-09. Jänner 
Final Serie (8 Wettfahrten)
09. Jänner 
Medal Race
 
Weitere Details:
 
 
 
 
 

Quelle und Bilder Dominic Marsano

 

 


 

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