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Weltcup Miami OeSV Segler starten durch

Regatta | 22.01.2010 - 05:34:23

Am 25. Jänner startet der OeSV-Olympiakader mit der Rolex Miami Olympic Classes Regatta in die Segelsaison 2010. Der heimische Verband schickt fünf Boote ins Rennen, über 600 Seglern aus 44 Nationen gehen in der Biscayne Bay bis einschließlich 30. Jänner auf Punktejagd.

Österreichs Nationalmannschaft starten mit neuen Gesichtern und breiten Schultern in die neue Weltcup-Saison, die in Miami eröffnet und mit über 600 Aktiven aus 44 Nationen bärenstark besetzt ist. Neben Andreas Geritzer, Matthias Schmid/Florian Reichstädter und Nico Delle Karth/Niko Resch zelebrieren Thomas Zajac und Thomas Czajka ihr 49er Debüt, für die Junioren David Bargehr und Lukas Mähr ist es der erste Weltcupeinsatz überhaupt. Die Erinnerungen an die Miami OCR sind aus Sicht der OeSV-Asse durchaus angenehm, zudem verlief die Generalprobe - als Nordamerikanische Meisterschaft für die Klassen 470er und 49er ausgeschrieben - absolut nach dem Geschmack des heimischen Teams. Ab 25. Jänner starten die Olympiasegler in die neue Saison, neben den Arrivierten zelebrieren Tornado-Umsteiger Thomas Zajac und Thomas Czajka sowie die 470er-Junioren David Bargehr und Lukas Mähr ihr Weltcupdebüt.
 
 
Nico Delle Karth und Niko Resch haben die Weltmeisterschaft vor Freeport, die mit Rang 14 weder nach Plan und schon gar nicht Wunsch verlaufen war, längst verdaut. „Kleinigkeiten haben den Unterschied ausgemacht, wir wissen wo der Hund begraben lag und sind nach dem Feintuning der vergangenen Tage für den Miami-Schlagabtausch bester Dinge“, strotzen die EM-Dritten voller Tatendrang, zumal die Erinnerungen an die Biscayne Bay ausgezeichnet sind. Im Vorjahr schrieb das Duo hier mit dem ersten rot-weiß-roten Weltcupsieg Segelsport-Geschichte, eine Glanztat, die dem 49er Gespann auch heuer wieder zuzutrauen ist. „Wir wissen, dass wir jedes Team schlagen können, die enorme Dichte erlaubt allerdings keine allzu großen Spekulationen“, weiß Delle Karth, der am 21. Jänner seinen 26. Geburtstag feiert. Während der Tiroler an der Seite von Partner Resch in die mittlerweile elfte 49er Saison startet, fangen Thomas Zajac und Thomas Czajka quasi bei Null an. Nachdem der Tornado seinen Olympischen Status verloren hat, waren die Vize-Weltmeister zum Bootswechsel gezwungen, der schwere Kletterunfall Zajacs erforderte zusätzliche Geduld. „Alleine die Tatsache wieder voll einsatzfähig zu sein ist fantastisch, wir haben klarerweise noch Handlingsprobleme und dürfen uns keine Wunder erwarten“, zeigen sich die beiden 24-Jährigen realistisch, „verstecken brauchen und werden wir uns aber auf keinen Fall.“
 
 
Spätestens seit 2009 haben auch Matthais Schmid und Florian Reichstädter Miami ins Herz geschlossen. Im Vorjahr auf Rang drei, haben die WM-Sechsten und zehnten der aktuellen Weltrangliste bei der Generalprobe vergangene Woche eine ordentliche Portion Selbstvertrauen getankt. „Die Konkurrenz wird annähernd gleich stark besetzt sein, zwei drei Top-Teams kommen noch hinzu“, so das Duo, dass die Nordamerikanische Meisterschaft punktegleich mit den Olympia-Zweiten der China Spiele, Rogers/Glanfield (GBR) auf Rang vier beendete. „Wir sind sehr konstant gesegelt, hatten keine groben Schnitzer gemacht und mit den Coster Brüder (NED) die Nummer eins der Weltrangliste, die WM-Dritten von 2008 Gideon Kliger/Udi Gal (ISR) und weitere Hochkaräter klar distanziert. Unsere Form stimmt, wir gehen zuversichtlich in den Wettkampf.“ Mit den Junioren David Bargehr (20) und Lukas Mähr (19), gegenwärtig eine der heißesten OeSV-Nachwuchsaktie, ist ein zweites heimisches 470er Team im Einsatz. Die Vorarlberger HSZ-Sportler feiern vor Miami ihr Weltcup-Debüt. „Es ist unsere erste richtige Standortbestimmung, wir wollen unsere Nominierung rechtfertigen und können den Start kaum erwarten“, so die Bregenzer, denen der eine oder andere Etappenerfolg durchaus zuzutrauen ist.
 
 
Andreas Geritzer, Zweiter der Athen-Spiele und mit 32 Jahren Teamleader der stark verjüngten OeSV-Mannschaft bekommt es zahlenmäßig mit dem größten Feld zu tun. 107 Lasersegler haben genannt, mit Ausnahme von Olympiasieger Paul Goodison (GBR) ist in der Biscayne Bay vertreten, was Rang und Namen hat. Der Neusiedler, der in der vergangenen Saison immer in die Top ten gesegelt war und als dritter des Weymouth Weltcups eine erste Duftnote im Olympiarevier von 2012 hinterlassen hat, überlässt etwaiges Spekulieren lieber seinen Gegnern. „Ich habe nach meiner überstandenen Grippe ein kühles aber in Summe sehr zufrieden stellendes Training in Clearwater gehabt, auch die Vorbereitung in Miami verlief nach Wunsch. Ich fühle mich gut und bin sehr gespannt, wie die anderen aus der Winterpause wiederkehren.“ Der zweifache Familienvater hat zuletzt das Hauptaugenmerk auf den Vorwindkurs gelegt, wo laut Geritzer die meisten Meter zu gewinnen sind. Geht es nach den Vorstellungen des von Jürgen Brandstötter gecoachten Burgenländers, sollen die Erfolge von 2009 auch heuer eingefahren werden. „Egal bei welcher Regatta, ich möchte und muss überall in der Lage sein, meine bestmögliche Form abrufen zu können. Daran arbeite ich, spätestens bei der Welt- und Europameisterschaft will ich in Medaillenform sein. Es geht um mich und meine Leistung, was meine Gegner machen, muss mir egal sein“, so das aktuell 84 Kilogramm schwere Kraftpaket, das zuletzt intensiv in die Optimierung seiner Hängeposition investiert hat. „Ich bin in meiner Bootsklasse mit 1,82m vergleichsweise klein, muss meinen Hängegurt länger einstellen und mit gestreckten Beinen maximalen Druck auf die Kante bringen.“ Entsprechend viel hat der Einhandsegler an Kraft und Kondition gearbeitet. „Früher hast du mit der Technik einiges kompensieren können, heute geht es wesentlich athletischer zur Sache“, weiß Geritzer, der auch im mentalen Bereich neue Töne anschlägt. „Ich war immer der Nette, Gutmütige, damit ist es jetzt vorbei. Jürgen verlangt von mir am Wasser mehr Härte und forciert meinen Killerinstinkt, ich muss mir endlich angewöhnen mehr Schwein zu sein“
 
 
Für den Weltcup-Start in Florida sind 615 Teilnehmer aus 44 Nationen registriert, neben den zehn olympischen Disziplinen werden auch in drei praralympischen Bootsklassen Weltcuppunkte vergeben. Die Sieger stehen nach den Medal Races der besten zehn, welche am 30. Jänner ausgesegelt werden, fest.
 
OeSV-Aufgebot, Weltcup Miami:
 
 Andreas Geritzer
 UYC Neusiedlersee
 Laser
 Matthias Schmid/Florian Reichstädter
 YC Breitenbrunn
 470er
 David Bargehr/Lukas Mähr
 Bregenzer YC
 470er
 Nico Delle Karth/Niko Resch
 Kufsteiner YC/YC Velden
 49er
 Thomas Zajac/Thomas Czajka
 Burgenländischer YC
 49er
 
 
Text und Bilder Dominic Marsano
 
 


 

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